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Ein langer Rettungsprozess

Das Schloss Zuckenriet wäre beinahe in sich zusammengefallen. Seit rund eineinhalb Jahren wird es restauriert. Wie sich herausstellt, ist dies ein äusserst aufwendiger und langwieriger Prozess, der noch rund drei weitere Jahre in Anspruch nehmen wird.
Simon Dudle
Projektleiter Martin Häberli (links) und Gemeindepräsident Simon Thalmann vor dem eingerüsteten Schloss Zuckenriet. (Bild: Simon Dudler)

Projektleiter Martin Häberli (links) und Gemeindepräsident Simon Thalmann vor dem eingerüsteten Schloss Zuckenriet. (Bild: Simon Dudler)

ZUCKENRIET. «Noch ein paar Jahre, und es hätte gerumpelt», sagt Martin Häberli. Er muss es wissen, ist er Projektleiter und Gestalter auf der Baustelle Schloss Zuckenriet. Optisch sei das Wahrzeichen der Gemeinde Niederhelfenschwil zwar immer in einem guten Zustand gewesen und habe Lebendigkeit ausgestrahlt. Die Statik ist im Verlaufe der Jahre aber zu einem ernsthaften Problem geworden.

Baumängel entdeckt

Da die verschiedenen Besitzer – seit dem Jahr 1807 gehört es Privaten (siehe Kasten) – sukzessive Wände herausgebrochen haben, hat sich das Schloss im Innern um 40 Zentimeter gesenkt. Vor allem die Bolenständer-Konstruktion senkte sich und drohte einzustürzen. Beim genauen Hinschauen entdeckte Häberli ausserdem versteckte Baumängel aus der Bauphase im 15. Jahrhundert.

Um die Statik wieder herzustellen, musste Stockwerk für Stockwerk aufgelassen werden, von unten nach oben. Eine äusserst intensive Arbeit, ist das Schloss Zuckenriet doch ganze 17 mal 17 Meter gross. Fast ein Jahr musste investiert werden. Wie kompliziert diese Arbeit in der Ausführung ist, zeigt der Umstand, dass drei Firmen bei der Erstellung der Offerte zum Schluss gekommen waren, diese Arbeit sei nicht machbar.

Verfaultes Holz

Viel zu tun gibt es auch an der Fassade. Vor allem die Westfassade war in einem schlechten Zustand. Das Hauptproblem ist laut Häberli ein Verputz, der in noch eher jüngerer Vergangenheit aufgetragen worden war. Dieser hatte zur Folge, dass sich Kondenswasser bildete und das dahinterliegende Holz verfaulte. Der ganze Verputz musste entfernt werden. Zu Gesicht bekam Häberli Kalktuff-Stein, der früher in der Gemeinde Niederhelfenschwil abgebaut worden war. Heute ist der Abbau von Kalktuff verboten.

Wie genau die Fassade nach Abschluss der Restaurierung aussehen wird, ist Gegenstand von Verhandlungen mit der kantonalen Denkmalpflege und dem St. Galler Amt für Umwelt. «Mittlerweile haben wir ein sehr gutes Einvernehmen miteinander und es sind spannende Diskussionen», sagt Martin Häberli. Es geht hauptsächlich um die Frage, wie viel von der ursprünglichen Holzbauart gezeigt werden soll und kann.

Räume mit Funktion

Auch das Innenleben des Schlosses wird angepasst. Der Projektleiter hat jedem Raum eine Aufgabe gegeben. So gibt es zum Beispiel eine Apotheke, eine Schmitte oder einen Gerichtssaal. Wobei in der Apotheke nicht wirklich Arzneimittel verkauft und im Gerichtssaal keine Urteile gesprochen werden. Noch nicht geklärt ist, wie die künftige Umgebungsgestaltung aussehen wird und was mit den umliegenden Gebäuden passiert. Eine Idee ist, den einst zugeschütteten Burggraben wieder zu öffnen.

Zum Schloss gehört auch eine Kapelle, die im Jahr 1474 nachträglich angebaut worden war. Sie befand in einem desolaten Zustand, vor allem die Ostfassade. «Da das Dach nicht dicht war, hat es jahrelang hineingeregnet», sagt Häberli. In erster Linie ging es nun darum, die wertvolle gotische Decke zu retten, was laut dem Projektleiter geglückt ist.

Seit rund eineinhalb Jahren ist das Schloss eingerüstet. Rund zehn Personen sind durchschnittlich am Werk. Abgeschlossen sein werden die Arbeiten wohl erst in rund drei Jahren. Die Kosten belaufen sich auf mehrere Millionen Franken.

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