Ein Laboratorium in der Kunsthalle

WIL. Das Schaffen des Berner Künstlers Franticek Klossner (*1960) umfasst Videokunst, Performance und Installation wie auch Arbeiten auf Papier.

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Franticek Klossner beim Aufbau der Videoinstallation. (Bild: Simon Wyss)

Franticek Klossner beim Aufbau der Videoinstallation. (Bild: Simon Wyss)

WIL. Das Schaffen des Berner Künstlers Franticek Klossner (*1960) umfasst Videokunst, Performance und Installation wie auch Arbeiten auf Papier. Seine Ausstellungen und Werke im öffentlichen Raum sind Ereignisse, denn sie prägen sich dank ihrer frappanten Ästhetik und der hintergründigen Irritation den Betrachtern dauerhaft ein.

Die selbst gewählte Definition «Intermediakünstler» macht deutlich, dass Franticek Klossner einerseits stets nach einer raffinierten Verknüpfung verschiedener Medien trachtet und andererseits seine Kunst explizit auf die Involvierung des Vis-à-vis anlegt. In seiner Ausstellung verwandelt der Künstler die Kunsthalle Wil in eine Art Laboratorium: Im Hauptraum ist die mehrteilige Videoinstallation «Ex vivo – in vitro» zu sehen.

Grosse Wasserflaschen und Wasserflächen dienen dabei als Bildträger für Videoprojektionen. Die Videobilder zeigen eigenartige menschliche Inhalte: Sprechende Köpfe, scheinbar von ihrem Leib getrennt, erzählen rätselhafte Wahrheiten über das Leben und die Kunst. Nackte Körper scheinen sich in den mit Flüssigkeit aufgefüllten Gläsern wie rastlose Föten zu winden. Invasive Kamerafahrten dringen in den Körper des Künstlers ein. Aufgrund einer intravenösen Injektion mit Kontrastmittel wird sichtbar, wie das Blut durch seine Herzklappen strömt. Die Videoinstallation wirkt wie ein rätselhaftes Versuchslabor aus einem Science-Fiction-Film.

Die vom nächsten Sonntag bis am 18. Mai dauernde Ausstellung in der Kunsthalle ist Klossners erste Einzelausstellung in der Ostschweiz. Die Vernissage findet am nächsten Samstag um 18 Uhr statt. (pd)