Ein Label für die Kinderfreundlichkeit

Das Stadtparlament bewilligte einen Kredit über 57 000 Franken. Damit soll die Auszeichnung «Kinderfreundliche Gemeinde» der Unicef erlangt werden. Widerstand gab es von der SVP.

Silvan Meile
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Kinder und Jugendliche helfen an der Erarbeitung eines Leitbildes mit. (Archivbild: sme.)

Kinder und Jugendliche helfen an der Erarbeitung eines Leitbildes mit. (Archivbild: sme.)

Der Stadtrat beantragte dem Parlament am Donnerstag, der Bewerbung für das Label «Kinderfreundliche Gemeinde» des Kinderhilfswerks Unicef zuzustimmen. Unter der Mithilfe von Kindern und Jugendlichen selber soll deren Zufriedenheit, Wünsche, Vorschläge und Verbesserungen ihrer Lebensqualität ausgearbeitet werden. Anhand dieser Ergebnisse sieht das Projekt vor, ein Leitbild zur Entwicklung der Kinderfreundlichkeit in der Stadt Wil auszuarbeiten. Danach kann bei der Unicef ein Antrag auf den Erhalt des entsprechenden Labels eingereicht werden. Das Stadtparlament bewilligte dafür einen Kredit von 57 000 Franken.

In Projekt statt Label investieren

Die SVP und Teile der FDP sprachen sich gegen den stadträtlichen Antrag aus. Mario Schmitt (SVP) stellte im Namen seiner Fraktion in der Eintretensdebatte einen Rückweisungsantrag. Er vermisste die Angaben zu den jährlich wiederkehrenden Kosten des Projekts. Ausserdem habe – wie vorgängig ins Auge gefasst – kein Austausch mit der Gemeinde Uznach stattgefunden. Von dort erhoffte man sich Vergleichswerte. Uznach ist die bisher einzige St. Galler Gemeinde mit diesem Unicef-Label. Norbert Hodel (FDP) sprach sich ebenfalls für die Rückweisung aus und empfahl, den Betrag besser in ein konkretes Projekt wie etwa eine Spielplatz-Sanierung in Wil einzusetzen.

Ein Ja von CVP, SP und Grüne

Der Rückweisungsantrag fand keine Mehrheit. Eine solche erfuhr dann aber in der Schlussabstimmung der stadträtliche Antrag, der insbesondere von CVP, SP und Grüne Prowil unterstützt wurde. Nach einer Stunde Debatte konnte somit auch die Motion aus dem Jahr 2008 für eine kinderfreundliche Gemeinde von Michael Sarbach (Grüne Prowil) abgeschrieben werden.