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Ein König für Niederbüren? Der Aarauer Christoph Koenig kandidiert für das Gemeindepräsidium

Gegen seine Mitbewerberin Caroline Bartholet aus Oberuzwil tritt der ehemalige Geografie-Lehrer Christoph Koenig zwar als Aussenseiter an, seine Wahlchancen schätzt er aber als intakt ein.
Tobias Söldi
Ein Hobby, das ihn hoch hinausbringt: Christoph Koenig beim Bergsteigen in Kolumbien. (Bild: PD)

Ein Hobby, das ihn hoch hinausbringt: Christoph Koenig beim Bergsteigen in Kolumbien. (Bild: PD)

Vor einer Woche haben Sie sich an der Podiumsdiskussion das erste Mal der Niederbürer Bevölkerung vorgestellt. Waren Sie zufrieden mit Ihrem Auftritt?

Christoph Koenig: Für mich hat es gestimmt. Ich glaube, dass ich eine solide Präsentation hingelegt habe, und kann nicht sagen, dass mich etwas gefuchst hätte. Darum würde ich sagen, dass meine Chancen durchaus intakt sind. Aber es ist natürlich klar: Aufgrund der Konstellation bin und bleibe ich der Aussenseiter-Kandidat.

Sie wohnen in Aarau. Wie sind Sie überhaupt auf das Stelleninserat gestossen?

Ein ehemaliger Lehrerkollege der Kanti Wil, mit dem ich bis heute befreundet bin, hat es mir zugesteckt und gemeint: «Das wäre doch etwas für dich.» Ich habe das Stelleninserat gelesen und mich sofort darin wiedererkannt. Die Aufgabe hat mich gereizt, in mir ist gleich ein Lustgefühl aufgekommen.

Kandidat Christoph Koenig

Kandidat Christoph Koenig

Haben Sie die Gemeinde schon kennen gelernt?

Noch nicht so gut, das wird aber noch mehr werden. Vor der Podiumsdiskussion bin ich etwas herumgefahren. Im Rock-und-Pop-Museum habe ich mit Roland «Tschiibii» Grossenbacher den ersten Niederbürer kennen gelernt – abgesehen natürlich von den Leuten, die ich während des Bewerbungsprozesses kennen gelernt habe. Das war sehr angenehm und ein richtiger Aufsteller. Mir gefällt die Ostschweiz von der Art der Leute her.

Sie haben unter anderem in St.Gallen, Wil und Bogotá gearbeitet. Wie passt Niederbüren in diese Reihe?

Ich habe den Anspruch, mich stetig persönlich und beruflich weiterzuentwickeln und glaube, dass mich die Aufgabe als Gemeindepräsident von Niederbüren weiterbringt, unabhängig von der Grösse des Ortes oder seiner Lage. Es geht aber nicht nur um mich: Ich erlaube mir die Bewerbung, weil ich wegen meines vielfältigen beruflichen Werdegangs einiges mitbringen kann, das auch dem Dorf etwas bringt. Es ist eine Win-win-Situation.

Sie haben als Geografie-Lehrer an den Kantonsschulen in Wil und St. Gallen und als Meteorologe gearbeitet. Was bringt das einem Gemeindepräsidenten?

In meiner Lehrerkarriere habe ich über 2500 Schülerinnen und Schüler beschult und viel Kontakt mit Schülern und Eltern gehabt. Es gibt einem ein Grundvertrauen, dass man den Umgang mit Menschen beherrscht. Als Schulleiter befindet man sich in ähnlichen Settings wie ein Gemeindepräsident an einer Gemeindeversammlung: Ich musste vor die Elternschaft stehen, eine Sache vertreten, argumentieren, auf Leute zugehen, überzeugen und begeistern.

Und die Meteorologie?

Da habe ich den Umgang mit den Medien gelernt. Wetter und Klima sind zudem sehr präsente Themen, eine entsprechende Sensibilität ist darum vorteilhaft. Nicht zuletzt könnte ich als Gemeindepräsident in schwierigen Wettersituationen von dieser Erfahrung profitieren.

2018 haben Sie als Gemeindeschreiber von Staffelbach in der Verwaltung gesammelt. Was hat Ihnen gefallen?

Die Vielfalt der Aufgaben. Man kann nie genau sagen, was passieren wird. Dieser Überraschungseffekt gefällt mir. Zudem hat man täglich mit realen Begebenheiten zu tun, bei denen die eigene Problemlösungskompetenz zum Tragen kommt. Im realen Leben nahe bei den Menschen zu sein, das ist spannend.

Allerdings haben Sie diese Stelle wieder verlassen. Aus welchem Grund?

Ich traf auf eine sehr beharrende Kanzleikultur, welche im Widerspruch stand zur neuen Verwaltungsorganisation, die kurz vor meinem Amtsantritt in Kraft gesetzt wurde. Das hat die Arbeit schwierig gemacht.

Mit Caroline Bartholet kandidiert eine Frau. Ein Nachteil für Ihre Kandidatur?

Das ist ein weiterer Aspekt, der zeigt, wie unterschiedlich die Profile der beiden Kandidaten sind. Für den einen oder anderen mag die Geschlechterfrage bei der Wahl eine Rolle spielen, auf die Frage, ob ich kandidiere oder nicht, hatte sie aber keinen Einfluss. Letztlich geht es um Kompetenzen und Persönlichkeit.

Wo würden Sie als Gemeindepräsident von Niederbüren Schwerpunkte setzen?

Eine wiederkehrende Herausforderung ist sicher, die Steuerbelastung zu senken. Da hat aber der ganze Kanton St. Gallen Hausaufgaben zu machen, damit er steuertechnisch mithalten kann. Ein Thema werden auch altersgerechte Wohnungen sein. Es soll genug Wohnraum geben, sodass alte Leute im Dorf bleiben können. Dann ist mir auch das Vereinsleben sehr wichtig, es muss den Vereinen gut gehen. Und natürlich das Gewerbe: Ich will nicht, dass Niederbüren ein Schlafdorf wird. Dafür muss das Gewerbe gute Rahmenbedingungen haben. Man darf ihm keine Steine in den Weg legen.

Was werden Ihre ersten Schritte sein – vorausgesetzt Sie werden gewählt?

Ich will mich vom ersten Tag an positiv einbringen. Es gilt, die Mitarbeiter der Verwaltung kennen zu lernen, mich zu vernetzen, herauszufinden, wo der Schuh drückt. Ich will den Einwohnern das Gefühl geben, dass sie abgeholt werden. Der Rest ergibt sich von alleine, schliesslich muss der Betrieb vom ersten Tag an laufen.

Wann und wo werden die Niederbürer in den nächsten Wochen auf Sie treffen?

Am 7. März bin ich an die HV der CVP eingeladen. Beim Schützenverein und überhaupt bei den Vereinen möchte ich ebenfalls vorbeischauen, auch eine Besichtigung des Rock-und-Pop-Museums sowie des Textil-Museums habe ich vor. Ab dem 23. März plane ich, jeweils samstags im Dorf zu sein, um an einer Art «offenem Stammtisch» mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, dass ich präsent bin. Diese Ausflüge werde ich sicher mit weiteren Aktivitäten und
Besichtigungen in der Gemeinde verbinden.

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