Ein klares Ja zur Jugendförderung

BRONSCHHOFEN. Knapp 250 Teilnehmer kamen zur Delegiertenversammlung des St. Gallischen Kantonalschützenverbands. An der Nachwuchsförderungsstrategie soll festgehalten werden – die Finanzierung derselben gab jedoch zu reden.

Pablo Rohner
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Finanzchef Hermann Blöchlinger präsentierte eine positive Jahresrechnung. (Bild: Pablo Rohner)

Finanzchef Hermann Blöchlinger präsentierte eine positive Jahresrechnung. (Bild: Pablo Rohner)

Am Ende des fünfstündigen Versammlungsmarathons blieb Paul Röthlisberger nur das Lob. Gerade sei er Zeuge eines «urschweizerisch demokratischen Verhaltens» geworden, sagte der Vertreter des Schweizer Schiesssportverbands (SSV), und in der Tat: An der Delegiertenversammlung (DV) des St. Gallischen Kantonalschützenverbands im Ebnet-Saal wurde die Debatte gepflegt. Dabei ging es um Nachwuchsförderung und darum, wie sie finanziert werden soll.

Möglichkeiten erhalten

Bereits letztes Jahr war auf Beschluss mehrerer Kantonalverbände ein Trägerverein ins Leben gerufen worden, um die regionalen Leistungssportzentren an den Labelstandorten Filzbach in Glarus und Teufen in Appenzell Ausserrhoden zu betreiben. Diese sind Teil der Nachwuchsförderungsstrategie des SSV, und auch talentierte St. Galler Jungschützen erhalten dort Zugang zum Leistungssport. Diese Möglichkeit wollen die Delegierten ihrem Nachwuchs auch in Zukunft bieten, wie das klare Ja bei der Grundsatzabstimmung zur Jugendförderung am Sonntag zeigte. Als es dann um die Art der Finanzierung ging, kam Leben in den Saal.

Neues GPK-Mitglied gewählt

Die Frage lautete, ob die nötigen 15 000 Franken über Vereins- oder über Lizenzbeiträge erhoben werden sollen. Martin Schmatz, Delegierter der Feldschützengesellschaft St. Gallen, brachte schliesslich eine dritte Variante ins Spiel. Sein Vorschlag: Den ganzen Betrag aus der laufenden Kasse des Verbands zu entnehmen. Schmatz' Idee stiess auf Anklang, die Delegierten stimmten letztlich für seinen Antrag. Keine Chance hatte dagegen der Vorschlag der Wiler Sportschützen, angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen zusätzlich 15 000 Franken in Werbung und Marketing zu investieren. Über der lebhaften Debatte geriet beinahe in Vergessenheit, dass Finanzchef Hermann Blöchlinger für das Jahr 2014 einen Gewinn von knapp 40 000 Franken ausweisen durfte und dass mit Stefan Stillhart ein neues Mitglied der Geschäftsprüfungskommission gewählt wurde. Des Weiteren wurden Paul Stieger und Heinz Heuberger für ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit geehrt.

Nachwuchsarbeit trägt Früchte

Bevor Nationalrat und Verbandspräsident Jakob Büchler zu den Abstimmungen schritt, bekamen die Delegierten anhand diverser Ehrungen von Medaillengewinnern vorgeführt, welche Früchte die Nachwuchsförderung trägt. Das Engagement der Sportvereine für die Gesellschaft und insbesondere für die Jugend hoben auch die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Regierungsrätin Heidi Hanselmann in ihren Reden lobend hervor.

Ein breites Vereinsangebot ermögliche Jugendlichen eine Freizeitgestaltung ohne Drogen, Alkohol und Gewalt, so die Gesundheitspolitikerin Hanselmann. Ausserdem würde in den Schützenvereinen ein verantwortungsvoller Umgang mit Waffen gelehrt. Am Sonntag zeigten die St. Galler Schützen, dass sie diese Aufträge auch in Zukunft wahrnehmen wollen.

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