Ein Jahr nach der Gründung: Corona stellt Wirtschaftsportal Ost vor Herausforderungen – aber der Start ist gelungen

Die Delegierten des Wirtschaftsportals Ost genehmigten an der ersten Delegiertenversammlung unter anderem das Mehrjahresprogramm mit den strategischen Leitlinien und Handlungszielen des Vereins einstimmig. Angepasst wurden die Statuten.

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Bundesrätin Karin Keller Sutter am WPO-Unternehmeranlass am 15. November 2019 in Wil.

Bundesrätin Karin Keller Sutter am WPO-Unternehmeranlass am 15. November 2019 in Wil.

Michel Canonica

(tos/pd) Ende Mai 2019 wurde die regionale Wirtschafts- und Standortorganisation Wirtschaftsportal Ost aus der Taufe gehoben. Ein knappes Jahr später hätte die erste ordentliche Delegiertenversammlung auf das Gründungsjahr zurückblicken sollen.

Aufgrund der Einschränkungen rund um das Coronavirus musste die Versammlung jedoch abgesagt werden. Die elf Delegierten aus Wirtschaft und Gemeinden fällten ihre Entscheide auf dem Zirkularweg.

Ausbau und Bündelung der regionalen Kräfte

Bei der schriftlich durchgeführten Abstimmung folgten sie allen Anträgen des Vorstandes einstimmig, wie das WPO in einer Medienmitteilung schreibt. So wurde das Mehrjahresprogramm mit den strategischen Leitlinien und Handlungszielen genehmigt.

Eines dieser Ziele, die bis 2022 erreicht werden sollen, ist, die Region als wettbewerbsfähiges und innovatives «Wirtschaftsportal zur Ostschweiz» zu positionieren, das Fachkräften beste Entwicklungsperspektiven bietet, wie die Verantwortlichen schreiben. Durch den Ausbau und die Bündelung des regionalen Netzwerks aus Unternehmen und Politik erreiche das WPO zudem eine stärkere Kraft, um die wirtschaftliche Entwicklung in der Region zu unterstützen und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Ausstrahlung über die Region Wil hinaus

Die Delegierten stimmten auch über zwei Änderungen der Statuten ab. Die ersten Monate hätten gezeigt, dass sich das Interesse am Wirtschaftsportal Ost nicht nur auf die Lebens- und Arbeitsregion Wil beschränkt. Von Anfang an wollten auch Unternehmen, die ihren Firmensitz ausserhalb der Region haben, WPO-Mitglied werden. Mit der beschlossenen Anpassung der Statuten wird ihnen eine Mitgliedschaft ermöglicht – wenn auch zu einem etwas höheren Mitgliederbeitrag.

Eine zweite Statutenanpassung betraf die Zusammensetzung der WPO-Wirtschaftskommission. Damit die Kommission möglichst breit aus verschiedenen Branchen, Unternehmensgrössen und Persönlichkeiten zusammengesetzt sein kann, wurden die in den Statuten festgelegten Vorgaben offener formuliert. Die weiteren Anträge zur Genehmigung von Rechnung und Budget wurden ebenso gutgeheissen wie die gleichbleibenden Mitgliederbeiträge.

Herausforderungen für einen jungen Verein

WPO-Präsident Hansjörg Brunner schreibt im Vorwort des WPO-Geschäftsberichtes, dass die Welt jetzt – ein Jahr nach der Gründung – eine andere sei. Das Corona-Virus dominiere alles und führe zu existenziellen Unsicherheiten. Das öffentliche und soziale Leben sei weitgehend eingestellt und Veranstaltungen abgesagt. Das stellt gerade einen jungen Verein, der sich auf die Fahne geschrieben hat Wirtschaft und Politik in der Region zu vernetzen, vor Herausforderungen.

WPO-Präsident Hansjörg Brunner

WPO-Präsident Hansjörg Brunner

Andrea Stalder

«Jetzt sind Demut, Gemeinsinn und Solidarität gefragt», ist Brunner überzeugt. Nebst all den negativen Folgen spüre er auch erfreuliche Veränderungen. Zum Beispiel das Bewusstsein, dass wir stark seien – nicht allein, aber gemeinsam. Das Wirtschaftsportal Ost könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Viele Neumitglieder trotz wirtschaftlicher Unsicherheit

Dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer das ähnlich sehen, zeigt die Entwicklung bei den neu eingetretenen Mitgliedern. Der landesweite Lockdown und die grosse Verunsicherung über die wirtschaftliche Entwicklung hätten keineswegs dazu geführt, dass der Zuwachs an Mitgliedern gestoppt hätte – im Gegenteil.

Während des Lockdowns hätten sich sogar mehr Unternehmen für eine Mitgliedschaft angemeldet als zuletzt, heisst es in der Mitteilung. WPO zählt – ein Jahr nach der Gründung – bereits 211 Mitglieder und hat damit die selbst gesteckten Ziele bei der Mitgliedergewinnung übertroffen.

Delegiertenversammlung 2021 in Jonschwil

Die Planung der nächsten Delegiertenversammlung hat bereits begonnen. Diese findet am 1. April 2021 bei der Firma Elkuch Eisenring AG in Jonschwil statt. Dann werden auch mindestens zwei neue Persönlichkeiten in der Delegiertenversammlung Einsitz nehmen: Durch die Wahl der Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann in die St.Galler Regierung ist ein Delegierten-Sitz der Gemeinden neu zu besetzen.

Zudem ist einer der sechs Delegierten aus der Wirtschaft neu zu bestimmen, nachdem Oliver Wulkan nach seinem Austritt bei der Aldi Suisse AG nicht mehr zur Verfügung steht. Die neuen Delegierten werden am 24. November von den WPO-Mitgliedern am zweiten WPO-Unternehmeranlass gewählt.