«Ein <Ja, aber> gibt es nicht»

WIL. Die Ortsparteien von CVP, FDP, SP, EVP und CSP befürworten die Vereinigung mit Bronschhofen. Nun haben sie sich zu einer Allianz zusammengeschlossen. Am Dienstagabend machten sie deutlich, wieso sie für die Vereinigung einstehen.

Silvan Meile
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Die «Allianz des Fortschritts»: Kilian Meyer, Roland Bosshart, Roman Rutz, Jigme Shitsetsang und Patrick Bernold (von links). (Bild: sme.)

Die «Allianz des Fortschritts»: Kilian Meyer, Roland Bosshart, Roman Rutz, Jigme Shitsetsang und Patrick Bernold (von links). (Bild: sme.)

Wiler Ortsparteien, politisch von Mitte-rechts bis links, stehen für ein Ja zur Gemeindevereinigung mit Bronschhofen ein. Am 3. Juli entscheiden die Stimmberechtigten der beiden Gemeinden separat über die Fusion. Gut zwei Wochen vor der Abstimmung legten nun die befürwortenden Parteien aus Wil dar, weshalb sie gegenüber der Gemeindevereinigung positiv gesinnt sind. «Wir sind aus unterschiedlichen Perspektiven zum selben Schluss gekommen», sagte Kilian Meyer, SP-Präsident der Wiler Ortspartei. Die Position wurde in kurzen und verständlichen Phrasen verdeutlicht: «Zusammen effizienter», «Gemeinsam stärker» und «Erfolgreich in die Zukunft».

Leistungsunterschiede

Roland Bosshart (CSP) erläuterte die Vorteile für das Departement Bildung und Sport einer vereinigten Stadt. Eine Analyse habe ergeben, dass sich durch die Fusion in mehr als einem Drittel sämtlicher Tätigkeitsfelder massgebliche Synergien ergeben. «Grenzüberschreitende» Zuweisungen von Schülern in die verschiedenen Klassen ist ein augenfälliges Sparpotenzial, da dadurch die Anzahl Klassen insgesamt reduziert werden kann. Weil in diesem Departement durch die Fusion Leistungsunterschiede, beispielsweise bei den Tagesstrukturen oder dem Eintritt in die Mädchensekundarschule St. Katharina, entstehen, gilt es für das Befürworterkomitee nach der Vereinigung eine Lösung anzustreben.

Kilian Meyer erläuterte, dass unter anderem auch in den Bereichen Jugendarbeit und Kinderbetreuung Anpassungen auf dem heutigen Gebiet der Gemeinde Bronschhofen gemacht werden. Bereits heute spricht sich die SP für eine allfällige fusionsbedingte Steuererhöhung durch Leistungsanpassungen aus, «bei einem ausgewiesenen Bedarf», so Meyer. Bei der FDP kommentiert man dies (noch) nicht. Jetzt ist man gemeinsam für die Fusion, danach werden fusionsbedingte politische Themen in den Parteien einzeln behandelt. Heute gilt für die Befürworter: «Es gibt nur ein Ja, kein <Ja, aber>.».

Mehr Gewicht als Regionalstadt

Patrick Bernold (CVP) erläuterte die Nutzen der Gemeindevereinigung für den Verkehr. «Mit der Gemeinde Bronschhofen, von deren Gebiet aus drei zentrale Strassenverkehrsachsen in das Stadtgebiet führen, müssen in erster Priorität tragfähige Lösungen erarbeitet werden, was nach einer Gemeindefusion klar erleichtert wird», erklärte Bernold.

Nebst weiteren Argumenten für eine Fusion strich er durch die zusätzlichen rund 4500 Einwohner der vereinigten Gemeinde auch ein «tendenziell stärkeres Gewicht als Regionalstadt» gegenüber Bund, SBB und Kanton hervor. Roman Rutz (EVP) erwähnte, dass nach einer Fusion 25 Prozent mehr Personen mithelfen, das Bergholz und zahlreiche weitere kulturelle Angebote zu bezahlen. «Die Aufgaben der Stadt und insbesondere die Zentrumslasten müssen künftig nicht nur noch durch die Wiler Bevölkerung getragen werden, sondern werden auf mehr Schultern verteilt, was sich langfristig ausbezahlen wird», führte Rutz weiter aus.

Jigme Shitsetsang (FDP) unterstrich das wirtschaftliche Potenzial einer vereinten Stadt. «Die Weitsicht kann jetzt belohnt werden. Ein Nein verzögert den logischen Schritt». Für ihn lautet die Devise «agieren statt reagieren».

Für das Komitee der Befürworter ist klar, dass im Vorfeld der Fusion noch offene Fragen bestehen. Doch wenn nun alles auf die Goldwaage gelegt werde, komme es nie zu einer Gemeindevereinigung.

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