«Ein Hohn für die Anwohner»

FDP-Parlamentarier Urs Etter reichte Ende Januar eine Einfache Anfrage wegen störender Lichtemissionen rund um den Sportpark Bergholz ein. Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor. Etter ist damit nicht zufrieden.

Ursula Ammann
Drucken
Teilen
Anwohner und Passanten bemängeln, dass die Beleuchtungsanlage im neuen Sportpark Bergholz zeitlich lange über die Platzbenutzung hinaus in Betrieb steht und oft bis spätnachts das leere Spielfeld erhellt. (Bild: pd)

Anwohner und Passanten bemängeln, dass die Beleuchtungsanlage im neuen Sportpark Bergholz zeitlich lange über die Platzbenutzung hinaus in Betrieb steht und oft bis spätnachts das leere Spielfeld erhellt. (Bild: pd)

WIL. «Es ist, als würde einer im Garten einen Scheinwerfer aufstellen und ununterbrochen das Haus seines Nachbarn beleuchten», beschreibt FDP-Stadtparlamentarier Urs Etter die Situation rund um den neuen Sportpark Bergholz. Die Werte der Lichtemissionen lägen über der Toleranzgrenze, betont er. Im alten Bergholz sei die Anlage nur bei Meisterschaftsspielen angeschaltet worden, seit der Eröffnung des neuen Sportparks sei sie fast jeden Tag in Betrieb. Wegen störender Lichtimmissionen meldeten sich mehrere Anwohner bei Urs Etter, was ihn dazu veranlasste, diesbezüglich eine Einfache Anfrage an den Stadtrat zu richten (siehe Kasten).

Keine Auflagen

Im Fussballstadion werde aus Kostengründen die bereits zuvor eingesetzte Beleuchtungsanlage wiederverwendet, deren Mast an geringfügig geänderten Standorten versetzt worden sei, schreibt der Stadtrat auf die Frage, ob ihm die störenden Lichtemissionen rundum den Sportpark bekannt beziehungsweise bewusst sei. Die Leistungswerte der auf den Masten eingesetzten Leuchtkörper verbleibe somit unverändert. Allerdings hält der Stadtrat in seiner Antwort auch fest, dass im neuen Sportpark Bergholz das Hauptspielfeld intensiver genutzt werde und somit gegenüber dem alten Fussballfeld länger in Betrieb sei. Diese verlängerten Betriebszeiten und die damit verbundenen Lichtemissionen seien jedoch bereits bei Planungsbeginn festgestanden und seien bei etlichen Informationsveranstaltungen auch nicht verschwiegen worden. Für Urs Etter ist aber klar: Die Anlage hätte in dieser Form nicht bewilligt werden dürfen. Sowohl die Einstellung als auch die Betriebszeiten widersprächen jeglichen Richtlinien, etwa jenen des Bundesamts für Umwelt. Dass der Betreiberin keine Einschränkungen für den Betrieb der Beleuchtungsanlage gemacht worden sind, wie der Stadtrat schreibt, kann Urs Etter nicht nachvollziehen.

Licht aus nach dem Spiel

Beim Departement Bau, Umwelt und Verkehr sind diverse Meldungen von Anwohnerinnen und Anwohnern und Passanten eingegangen. Diese bemängelten, die Anlage stehe zeitlich lange über die Platzbenutzung hinaus in Betrieb und erhelle oft bis spätnachts das leere Spielfeld. Dies hält der Stadtrat in seiner Antwort fest. Die Wiler Sportanlagen AG (Wispag) sei auf diesen Zustand hingewiesen und aufgefordert worden, mit organisatorischen Massnahmen diese unbefriedigende Situation zu verbessern. Solche Massnahmen wären etwa, die Anlage unmittelbar nach Beendigung der Spiele und Trainings abzuschalten oder die Zuteilung des Hauptspielfelds selektiver erfolgen zu lassen.

Keine weiteren Schritte geplant

Für Urs Etter sind das Lippenbekenntnisse. Die Antwort des Stadtrats auf seine Einfache Anfrage sei bedenklich, unbefriedigend und für die betroffenen Anwohner ein Hohn. Weitere Schritte plant Urs Etter aber vorerst nicht.

Aktuelle Nachrichten