Ein Höhepunkt vor der Haustür

Der Frauenfelder gehört zu den letzten grossen Laufveranstaltungen des Jahres. Vor 81 Jahren als reiner Waffenlauf initiiert, haben die zivilen Läufer längst Überhand im Programm genommen. Die Vorbereitungen laufen auch in Bazenheid.

Beat Lanzendorfer
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Angela und Rino Holenstein aus Bazenheid bereiten sich auf den Frauenfelder Halbmarathon vor. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Angela und Rino Holenstein aus Bazenheid bereiten sich auf den Frauenfelder Halbmarathon vor. (Bild: Beat Lanzendorfer)

BAZENHEID. Frauen stellen am Frauenfelder mittlerweile gut einen Drittel des Teilnehmerfeldes. Zu ihnen zählt die 34jährige Angela Holenstein aus Bazenheid. Sie entdeckte vor vier Jahren das Laufen und kommt seither nicht mehr davon weg. Nun absolviert sie zum drittenmal den Halbmarathon und wird von Ehemann Rino begleitet.

Ausgleich zum Alltag

Die zweifache Mutter – zur Familie gehören auch Leron (51/2) und Ayana (7) – fand vor vier Jahren zum Laufen. «Nebst Familie und Beruf suchte ich noch einen Ausgleich. Ich bin früher zweimal in der Woche geschwommen und absolviere noch heute regelmässig ein Krafttraining im Fitnessstudio.

Dann haben mich Kolleginnen auf das Laufen aufmerksam gemacht. Eher widerwillig bin ich das erste Mal mit, es hat mir aber sofort den Ärmel reingezogen.»

Seither sieht man Angela Holenstein dreimal wöchentlich joggend in den Wäldern der Gemeinde Kirchberg unterwegs. «Ich bin dann zwischen 60 und 90 Minuten unterwegs und geniesse jeden Schritt in der Natur. Mittlerweile hat sich sogar eine Laufgruppe gebildet, die sich jeweils im Stelz trifft», sagt sie.

Das Ziel als Ziel

Angela Holenstein startet in einer Woche zu ihrem dritten Frauenfelder Halbmarathon. Angesprochen auf die zu erwartende Endzeit, kommt der Ehrgeiz durchaus zum Vorschein. «Beim ersten Mal lief ich die Strecke von Wil nach Frauenfeld in 1:42 Stunden. Vor einem Jahr traute ich mir eine ähnliche Leistung zu. Leider verletzte ich mich an der Leiste. Die Schmerzen wurden unerträglich, so dass das Ende bei Kilometer 17 kam. Klar gehe ich auch jetzt mit Ambitionen an den Start, primär möchte ich aber ins Ziel kommen.»

An ihrer Seite läuft Ehemann Rino. «Er ist aber eher der Genussläufer, unterhält sich auch gerne mit ihm bekannten oder unbekannten Läufern und geniesst die Atmosphäre, die von den vielen Zuschauern ausgeht.» Apropos Zuschauer: Für Angela Holenstein gibt es nichts Schöneres, als wenn sie unterwegs von der Familie und von Freunden lautstark unterstützt wird. «Das ist das Einmalige, wir starten quasi vor der Haustüre und kennen sehr viele Menschen auf und an der Strecke.»

Laufen und Shoppen

Die Frage, ob sie sich auch schon mit der Marathonstrecke auseinandergesetzt hat, beantwortet sie pragmatisch: «Im Hinterkopf habe ich mich schon damit beschäftigt. Das wäre aber noch einmal eine Nummer grösser und bedarf einer langen Vorbereitungszeit.»

Und weniger sachlich, mehr als Vision: «Im Traum bin ich den New York Marathon schon gelaufen. Es muss genial sein, von einer Million Menschen angefeuert zu werden.» Abschliessend sagt sie mit einem Lachen: «Dorthin würde ich dann Rino selbstverständlich auch mitnehmen – aber nur mit der Kreditkarte, denn New York ohne Shopping geht wirklich nicht.»