Ein Haus für Kultur im Fokus

WIL. Die IG Kultur Wil macht in Sachen Haus der Kultur mobil. Sie möchte, dass die Liegenschaft «Zum Turm», in der heute noch der Sicherheitsverbund untergebracht ist, schon bald der lokalen Kulturszene zur Verfügung steht.

Christof Lampart
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Der Präsident der IG Kultur Wil, Rolf Benz (stehend), sucht nach einem Sprachrohr für die Kulturschaffenden und kulturellen Vereine aus Wil. (Bild: Christof Lampart)

Der Präsident der IG Kultur Wil, Rolf Benz (stehend), sucht nach einem Sprachrohr für die Kulturschaffenden und kulturellen Vereine aus Wil. (Bild: Christof Lampart)

Voraussichtlich im Jahr 2017 wird der Neubau des Betriebsgebäudes für den Sicherheitsverbund Wil und Umgebung und der Polizeistation Wil an der Bronschhoferstrasse bezugsbereit sein. Auf diesen Zeitpunkt hin werden alle heute in der Liegenschaft «Zum Turm» an der Tonhallestrasse untergebrachten Organisationen (Feuerwehr, Zivilschutz, Samariterdienst, Rettungsdienst) den Neubau beziehen. Ebenfalls auf diesen Termin hin wird die Liegenschaft wieder in den Besitz der Stadt Wil übergehen. Welch künftiger Nutzung das Gebäude dienen soll, ist bis heute nicht bekannt. Doch Recherchen der IG Kultur Wil haben ergeben, dass Mitte dieses Jahres eine Nutzungsstudie für die gesamte Liegenschaft «Zum Turm» in Auftrag gegeben werden soll.

«Zum Turm» ist bestens geeignet

Die sich nun bietende Chance möchte die IG Kultur Wil für die Kunstschaffenden in Wil nutzen und sich intensiv in die unmittelbar bevorstehende Nutzungsstudie einbringen. Hierzu suche man gezielt den Kontakt zur Politik, sagte der Präsident der IG Kultur Wil, Rolf Benz. Aber auch die Kontaktpflege zu lokalen und regionalen Vereinen und Kulturinstitutionen sei bewusst vorangetrieben worden. «Wir haben die ersten fünf Monate unseres Bestehens dazu genutzt, um für unsere Anliegen zu werben, und sind dabei auf viel Verständnis und Sympathien gestossen», sagte Benz.

Er hege, so betonte Benz an der 1. Mitgliederversammlung der IG Kultur Wil am Freitagabend im Hof zu Wil, die begründete Hoffnung, «dass die Stadt Wil eines Tages ein Haus der Kultur betreibt, das den Kulturschaffenden aller Sparten für Proben, kleinere Aufführungen und Konzerte, Ausstellungen oder Vernissagen zu erschwinglichen Konditionen zur Verfügung stehen wird.» Zumal eine Besichtigung der Liegenschaft durch den Vorstand der IG Kultur Wil gezeigt habe, dass sich die Immobilie fürs Vorhaben bestens eigne. Alleine die beiden Einstellräume für die Feuerwehrautos verfügten über beachtliche Grössen von 20 mal 15, respektive von 25 mal 15 Meter und böten sich somit als ideale Spielflächen für die verschiedensten Produktionen und Events an.

Interessenvertretung fehlt

Das Fehlen von Probelokalen oder günstigen Aufführungsräumen sei ein Kernproblem, das viele Wiler Kunstschaffende – sowohl Private als auch Vereine – zunehmend belastet. Dies habe die IG Kultur Wil in vielen internen Diskussionen und externen Gesprächen realisiert, sagte Benz. Ein weiteres Problemfeld, dem sich die IG Kultur Wil mit «hoher Priorität» stellen müsse, sei das Fehlen einer funktionierenden und spartenübergreifenden Interessenvertretung der Kulturschaffenden und der kulturellen Vereine sowie Organisationen als «Sprachrohr zu den Behörden», wie zum Beispiel zur Fachstelle Kultur.

Leitbild verabschiedet

Die 14 Vereinsmitglieder verabschiedeten schliesslich diskussionslos und einstimmig das Leitbild und sprachen dem Kassier beziehungsweise dem Präsidenten eine Finanzkompetenz von maximal 500 Franken jährlich zu.