In der Bergholz-Eishalle: Zug und Lugano testen zum letzten Mal vor der Champions Hockey League

Zug und Lugano messen sich bis Sonntag im Wiler Bergholz am Vorbereitungsturnier «Weltklasse Eishockey» mit Linz und Mannheim. Auf eigenen Wunsch treffen die NLA-Vereine nicht aufeinander. Den Tessinern gelang der Einstand gestern Abend mit einem Sieg.

Tim Frei
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Carl Klingberg erzielte vor Jahresfrist beim Turnier in Wil den Siegtreffer gegen Vitkovice. (Bild: Andy Mueller/Freshfocus)

Carl Klingberg erzielte vor Jahresfrist beim Turnier in Wil den Siegtreffer gegen Vitkovice. (Bild: Andy Mueller/Freshfocus)

Über Siege in Testspielen jubeln Athleten für gewöhnlich nicht ausgelassen. Ganz anders vor einem Jahr bei einer Partie des Vorbereitungsturniers «Weltklasse Eishockey»: Zugs Carl Klingberg erzielte damals eine Minute vor Schluss den 6:5-Siegestreffer gegen den tschechischen Club Vitkovice – bei Spielmitte lag der NLA-Verein noch mit 1:5 zurück. Eine solche Wende gibt es selten auf internationalem Niveau. Umso grösser war der Jubel nach dem Schlusspfiff.

Nun kehrt der EV Zug an den Ort dieses Erfolgs zurück: Heute Abend trifft er in der Wiler Bergholz-Eishalle auf Linz – erneut im Rahmen von «Weltklasse Eishockey». Das Turnier des EC Wil dauert bis am Sonntag. «Wir wollen es gewinnen», sagt Zugs Sportchef Reto Kläy. Dies war den Innerschweizern bereits vor Jahresfrist gelungen, als sie auch Düsseldorf bezwingen konnten.

Zug wird neu von Norweger trainiert

In Vorbereitungsspielen geht es für neue Spieler jeweils darum, die Philosophie des Trainers zu verinnerlichen. Bei Zug trifft dies auf alle Spieler zu: Mit dem Norweger Dan Tangnes steht ein neuer Coach an der Bande.

Die zwei Partien in Wil sind für den NLA-Club nicht irgendwelche Testspiele. Ein letztes Mal können Dinge ausprobiert werden. Eine Woche später bestreitet der Verein seinen ersten Ernstkampf – in der Champions Hockey League.

Lugano schlägt Linz

Der HC Lugano, der zweite Schweizer Teilnehmer des Vorbereitungsturniers im Bergholz, misst sich dann ebenfalls mit Europas besten Teams. Die Tessiner haben den Zugern etwas voraus: Sie bestritten am Turnier in Wil bereits eine Partie, gestern Abend gegen den österreichischen Club EHC Linz.

Der Schweizer Vizemeister behielt mit 3:1 die Oberhand. Giovanni Morini erzielte in der 55. Minute das entscheidende Tor. Für den Endstand verantwortlich war der Kanadier Maxim Lapierre - mit einem Treffer ins leere Tor. Der von vielen Vereinen umworbene Gregory Hofmann hatte Lugano nach 15 Minuten mit 1:0 in Führung gebracht. Kurz vor Spielmitte glich Moritz Matzka die Partie aus.

Mannheim spielt am Samstag erstmals

Mannheim greift erst am Wochenende ins Turnier ein. Der siebenfache deutsche Meister misst sich dann je einmal mit den zwei NLA-Clubs. Die Schweizer Mannschaften dagegen treten nicht gegeneinander an. Das ist von den beiden explizit so gewünscht. Der ehemalige EC-Wil-Sportchef Christian Herzog, der mit dem früheren Vereinspräsidenten Daniel Kamber das OK-Präsidium von «Weltklasse Eishockey» bildet, sagt dazu:

«In der Saison treffen die Vereine oft aufeinander und dies möchten sie nicht auch noch in der Vorbereitungsphase. Dafür habe ich vollstes Verständnis»

Die Organisatoren mussten den Vereinen auch bezüglich Gegnerauswahl entgegenkommen. So wollte Lugano beispielsweise nur dann antreten, wenn zwei starke ausländische Gegner dabei sein würden. «Das war überhaupt kein Problem für uns – wir hatten einige Anfragen ausländischer Teams», so Herzog. Auch Zug war dies wichtig. Sportchef Kläy sagt:

«Wir sind erneut dabei, weil es ein qualitativ gut organisiertes Turnier ist, bei dem wir in unmittelbarer Nähe gegen starke ausländische Teams spielen können.»

Für die Auswahl der vier Mannschaften spielte für die Organisatoren eine attraktive Spielweise eine Rolle. Ein weiteres Kriterium war, dass die Vereine über treue Fangruppierungen verfügen, die ihren Teams überall nachreisen. Dieses Kriterium wurde nicht ganz uneigennützig berücksichtigt, wie Christian Herzog einräumt: «Wir möchten schwarze Zahlen schreiben. Dafür brauchen wir auch Zuschauer.»

NLA-Teams reisen am gleich Tag zurück

Im Vergleich zum vergangenen Jahr fällt beim Turnier eine Änderung auf: Die Partien sind nicht auf drei, sondern auf vier Tage verteilt. Auch hier kamen die Verantwortlichen den NLA-Clubs entgegen: «Sie wollten am gleichen Tag wieder heimreisen», sagt Herzog. Das sei nur möglich, wenn die zwei Teams am Donnerstag und Freitag gegen den einen ausländischen Verein antreten würden – und am Wochenende gegen den anderen.

Spielplan von «Weltklasse Eishockey»

Gestern, um 20 Uhr: Lugano – Linz 3:1 (1:0/0:1/2:0) Heute, 20 Uhr: Zug – Linz. Samstag, 18 Uhr: Lugano – Mannheim. Sonntag, 14 Uhr: Zug – Mannheim. Die Partien finden im Sportpark Bergholz statt.