Ein Glas voller Reggae-Rhythmen

Am Samstag traten im Gare de Lion fünf Bands aus der Region im 6. Newcomer-Contest an. Zu gewinnen gab es einen Auftritt am Wiler Open-Air Rock am Weier. Auf grösstenteils hohem Niveau gab es Reggae, Metal und Indie-Pop zu hören.

Mario Fuchs
Drucken
Teilen
The Julians überzeugten mit Indie-Rock – und Sängerin Romina.

The Julians überzeugten mit Indie-Rock – und Sängerin Romina.

Dass das Publikum gemeinsam mit einer Jury das Programm des Rock am Weier mitbestimmen kann, hat längst Tradition. Immer Anfang Jahr, wenn die Temperaturen noch keineswegs festivaltauglich sind, treffen sich seit nunmehr sechs Jahren Bands aus der Region im Wiler Kulturbahnhof, um sich einen Auftritt am Wiler Gratis-Open-Air zu erspielen.

Heuer boten fünf Formationen eine vielversprechende Auswahl zwischen Reggae, Indie-Pop, Metal sowie Disco-Rock. Unzählige Musikfans und Angehörige jener, die auf der Bühne standen, wollten sich den Wettbewerb nicht entgehen lassen und sorgten für einen vollen Gare de Lion.

Harter Metal, lüpfiger Indie-Pop

Den Anfang machten Jar (englisch: Konservenglas), eine Reggae-Band aus Eschlikon. Mit teils frischen, teils leicht farblosen Eigenkompositionen schafften es die Hinterthurgauer sofort, eine friedliche Stimmung herbei zu spielen. Da war der Stilwechsel zur zweiten Band, Deep Red Horizon, ziemlich abrupt. Die vier Herren aus Eschlikon und Bettwiesen hatten mit ihrem harten, von Schreigesang geprägten Metalcore zwar die volle Aufmerksamkeit aller auf sicher, schienen aber für den Geschmack des Publikums etwas zu heftig. Ruhiger und wieder heiterer wurde es in der Folge mit Behind the Lead (Münchwilen, Wängi). Die Band um den charismatischen Sänger Fabio Mosimann liess mit ihren rockigen Eigenkompositionen die Herzen der Indie-Fraktion höher schlagen. Diese kamen daraufhin bei The Julians aus Wil gleich nochmals voll auf ihre Kosten.

Optische und stimmliche Reize

Die junge Formation bestritt am Samstag erst ihren zweiten Auftritt – und begeisterte die nun ausgelassen tanzende Zuhörerschaft mit schnellem Disco-Rock. Männlichen Zuschauern dürfte vor allem Sängerin Romina Antonini aufgefallen sein, die sich – offensichtlich nach dem Vorbild der schwedischen Indie-Lieblinge The Sounds – modisch leicht freizügig zeigte.

Einen lauten Schlusspunkt setzten Crescent Moon aus Wattwil mit melodischem Death Metal. Beeindruckend: der erst 15-jährige David Mühlethaler kann sich in zartem Alter in Sachen gutturalem Gesang schon fast mit einem Grossen wie Tim Lambesis messen. Anhänger aus der Szene liessen dazu standesgemäss die langen Haare fliegen. Das Rennen machten letztlich Jar. Sie dürfen ihr Glas voller Reggae-Rhythmen am 18. Juni auf der Weierwiese erneut öffnen.

Um cool zu sein, ist's nie zu dunkel: Gitarrist Dimitri Häberli von der Siegerband Jar mit Sonnenbrille. (Bilder: mf.)

Um cool zu sein, ist's nie zu dunkel: Gitarrist Dimitri Häberli von der Siegerband Jar mit Sonnenbrille. (Bilder: mf.)

Haariges Ritual: Fans der Metal-Band Crescent Moon tun es den Musikern gleich und schütteln die Köpfe.

Haariges Ritual: Fans der Metal-Band Crescent Moon tun es den Musikern gleich und schütteln die Köpfe.

Aktuelle Nachrichten