Ein Glas kostet neu 0,146 Rappen

Weil die Rickenbacher der Erhöhung des Wasserpreises zugestimmt haben, durften sie gleich die Gläser mit nach Hause nehmen, um das kostbare Nass zu trinken.

Ruth Bossert
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Nach der Versammlung lud der Gemeinderat die Anwesenden zu einem Apéro ein. Rechts im Bild Gemeindeammann Ivan Knobel. (Bild: rb.)

Nach der Versammlung lud der Gemeinderat die Anwesenden zu einem Apéro ein. Rechts im Bild Gemeindeammann Ivan Knobel. (Bild: rb.)

Rickenbach. Wasserpreise betreffen jeden einzelnen Einwohner einer Gemeinde und geben immer viel zu reden. Nicht so in Rickenbach. Mit nur einer Gegenstimme und ohne Diskussionen stimmten die 81 Anwesenden der Erhöhung der Wassergebühren zu. Die Grundtaxe pro Wohnung oder Gewerbe wird von 30 Franken auf 45 Franken erhöht, und der Wasserverbrauchspreis steigt von 70 Rappen auf 1.10 Franken pro Kubikmeter.

Der Wasserpreis musste erhöht werden, weil das generelle Wasserversorgungsprojekt (GWP) zeigte, dass die Wasser-Haupttransportleitung zwischen dem Kirchberger-Kreisel und der Stelzstrasse neu verlegt werden muss, und dass in den nächsten zehn Jahren Gesamtinvestitionen von rund zwei Millionen Franken im ganzen Wasserversorgungsbereich anfallen, erklärte Gemeindeammann Ivan Knobel. Hochgerechnet mit den Gebühren kostet in Rickenbach ein Kubikmeter Wasser 1.46 Franken.

Als kleines Dankeschön durfte jeder Anwesende nach dem Apéro einen Sechserpack Trinkgläser mit nach Hause nehmen.

Ältester Kreisel wird saniert

Der Kreditantrag für die Wasserleitung vom Kirchberger-Kreisel bis zur Einmündung Stelz habe ebenfalls mit dem generellen Wasserversorgungsprojekt zu tun und gelte der Versorgungssicherheit, erklärte Knobel.

Da im April der Kreisel, die Kirchbergerstrasse sowie die weiteren Strassenäste, die im Kreisel zusammenlaufen, vom Kanton saniert werden (Wiler Zeitung berichtete), sei es sinnvoll, die Wasserleitung gleichzeitig zu bauen.

Während der Bauzeit werde der Kreisel ab 12. April für ungefähr acht Wochen komplett gesperrt. Der Verkehr wird über eine Umleitung geführt. Dem Kredit von 557 000 Franken wurde ebenfalls diskussionslos zugestimmt.

Die Gemeinde bezahlt an die Sanierungsarbeiten des Kirchberger-Kreisels, er war der erste Kreisel im Kanton Thurgau, 80 000 Franken.

Das Budget mit dem um zwei Prozent reduzierten Steuerfuss von neu 46 Prozent wurde einstimmig angenommen. Den budgetierten Rückschlag von 197 000 Franken sei bei einem Eigenkapital von 1,484 Millionen Franken gut zu verkraften, sagte der Gemeindeammann.

Die Finanzplanung für die nächsten vier Jahre lasse auch bei gleichbleibenden Faktoren den notwendigen Spielraum. Diskussionslos wurde auch die Jahresrechnung 2009 gutgeheissen. Bei einem Aufwand von 7,38 Millionen Franken und einem Ertrag von 7,59 Millionen Franken schloss die Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 204 500 Franken.

Das ist eine Besserstellung gegenüber dem Budget 2009 von 336 850 Franken. Zu dieser Verbesserung haben gemäss den Verantwortlichen zwei Faktoren beigetragen.

Einerseits sei der Netto-Fürsorgeaufwand zu Lasten der Gemeinde um 241 824 Franken tiefer ausgefallen als budgetiert, und andererseits konnten höhere Steuereinnahmen verbucht werden.

Keine Sympathie

Schliesslich wurde auch der Kreditantrag von 190 000 Franken für die Revision der Ortsplanung genehmigt. Dass sich die neun Asylbewerber mit einem Rekurs gegen die ihnen zur Verfügung gestellte Unterkunft in der Zivilschutzanlage wehren, sei beim Gemeinderat nicht unbedingt auf Sympathie gestossen.

Knobel betonte aber, dass ihnen dieses Recht zustehe.

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