Ein Gewinn für Familien und Lehrer

Zur Abstimmung über den Ausbau der Schulsozialarbeit

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Schwierige Familienverhältnisse und Schüler sowie Schülerinnen, bei denen in der Pubertät die Vernunft nicht immer zuoberst steht, können Lehrkräfte so belasten, dass das Unterrichten darunter leidet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der frühe Einbezug von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern verhindern hilft, dass zwischenmenschliche Auseinandersetzungen eskalieren. Der professionelle Blick von aussen mit anderen Sichtweisen und Lösungsansätzen trägt zur Entspannung bei. Auch ist die heutige Lebensweise mit allen Wünschen, Forderungen und Anforderungen für die Jugendlichen komplexer geworden und nicht immer einfach zu bewältigen. Eine angemessene Reaktion darauf, früh Hilfe anzubieten, besteht im Ausbau der Schulsozialarbeit. Für die heranwachsenden Jugendlichen und deren Familien sowie für die Lehrkräfte ist das ein Gewinn.

Guido Bünzli

Pestalozzistrasse 2, 9500 Wil

Verlängerter Arm des Sozialamtes

Niemand bestreitet im Moment den Bedarf an Schulsozialarbeit. Jedoch gilt es den geplanten, unverhältnismässigen Ausbau zu verhindern. Es ist nicht an der Zeit, in der angespannten Finanzlage der Stadt Wil einen jährlich wiederkehrenden Beitrag von 345 000 Franken zu sprechen. Vorerst sollen die Organisation der Schulsozialarbeit, die Schuleinheiten, die Schulstrukturen umsichtig verglichen und Anpassungen getätigt werden. Es kann nicht sein, auf Empfehlung von Avenir Social Stellenprozente anhand von Schülerzahlen herauszugeben und diese als Vorlage für einen unverhältnismässigen Ausbau zu verwenden. Es wird Propaganda gemacht, wie viel gespart werden kann, weil keine Heimeinweisungen/Fremdplazierungen vollzogen werden mussten. Wer kann den Beweis liefern, dass die Schulsozialarbeit dies aufgefangen hat? Tragen nicht auch die Vereinsverantwortlichen der diversen Jugendvereine eine gleich hohe Verantwortung und können so Probleme abfedern? Wo stehen die Kirchen, die Religionslehrer in diesem Prozess? Gibt es nicht schon ein genügend grosses Netzwerk an Verantwortungsträgern, die nicht über eine schlechtere Ausbildung verfügen, um für unsere Kinder und Jugendlichen Vorbilder und Ansprechpartner zu sein? Dieses Netzwerk gibt es schon, nur wird es in den Hintergrund gedrängt, weil im Moment suggeriert wird, der schulische Erfolg eines Kindes oder Jugendlichen hänge nur von der Schulsozialarbeit ab. Die vermeintliche Definition von Schulsozialarbeit ist eine administrative Positionsbestimmung, die einem Schulsozialarbeiter einen Platz zwischen Schule und Sozialamt zuweist. Der verlängerte Arm des Sozialamtes in der Schule sei nicht noch mehr auszubauen. Um nicht bei der Bildung sparen zu müssen: Nein zum Ausbau der Schulsozialarbeit.

Ursula Egli

Feldhof, 9512 Rossrüti

Etwas höhere Prämie für die Prävention

Haben Sie eine Krankenversicherung? Sicher haben Sie das und bezahlen auch genug dafür. Brauchen wollen Sie diese aber lieber nicht. Genauso ist es mit der Prävention im Kindes- und Jugendalter. Jeder will, dass seine Kinder in der Schule ordentlich betreut werden. Man hofft, dass auch die anderen Kinder keine schlechten Angewohnheiten mitbringen. Und wenn doch, dann erwartet man, dass die Schule angemessen reagiert. Offensichtlich sind wir heute aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung nicht mehr in der Lage, Eskalationen mit einer Ohrfeige oder Nachsitzen einzudämmen. Das wirksame Gespräch, die intensive Betreuung und das Beobachten sind gefragt, alles in allem also qualifizierte Zeit von Spezialisten. Mit dem Ausbau der Schulsozialarbeit bezahlen wir eine etwas höhere Prämie, können damit aber zweifellos die Prävention entscheidend verstärken. Das ist doch der Sinn einer geeigneten Versicherung. Deshalb habe ich im Parlament für den Ausbau der Schulsozialarbeit gestimmt.

Christoph Hürsch

Hörnlistrasse 23, 9500 Wil