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Ein Geständnis und ein offenes Ende

Wil Vor zehn Jahren hat die gebürtige Toggenburgerin Kristina Nievergelt im Rahmen ihrer Maturaarbeit ein bislang unerforschtes «Hexen»-Geständnis aus dem Wiler Stadtarchiv untersucht. Es stammt aus dem Jahr 1590 und enthält die vermeintlichen Aussagen von Anna Span, die knapp 100 Jahre nach Adelheid Silber hingerichtet worden sein dürfte. Das Dokument ist jedoch unvollständig. «Es handelt sich wohl eher um einen Entwurf eines Geständnisses», sagt Kristina Nievergelt. Ein Urteil sei nicht angefügt worden. Man könne aber – angesichts der Schwere der Vorwürfe – davon ausgehen, dass auch Anna Span zum Tode verurteilt worden sei.

So hat die Beschuldigte angeblich gestanden, mit dem Teufel geschlafen zu haben – sogar noch, als sie im Gefängnis war. Dieser habe sie ursprünglich auch zu anderem Unheil angestiftet. So soll Anna Span nicht nur Hagel heraufbeschwört und Vieh krank gemacht haben, sondern auch für die Lähmung von Menschen und den Tod eines Knechtes sowie eines Babys verantwortlich gewesen sein. Das Geständnis der Anna Span sei klassisch für die Zeit der Hexenverfolgung, sagt Kristina Nievergelt. «Sie hat die Aussagen wahrscheinlich nicht aus freien Stücken gemacht, sondern weil sie gefoltert worden ist.»

Doch weshalb hat man Anna Span und Adelheid Silber aus heutiger Sicht der Hexerei verdächtigt? «Es sind oftmals alleinstehende und gesellschaftlich schlechter gestellte Frauen als Hexen verurteilt worden», sagt Kristina Nievergelt, die nach der Maturaarbeit Geschichte studierte und heute Gymnasiallehrerin auf diesem Gebiet ist. Anna Span sei im Protokoll zudem als «Sängerin» bezeichnet worden, was in diesem Fall unter Umständen als Synonym für eine Dirne zu verstehen sei. (uam)

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