Ein geschenkter Tag kann auch mal mehr als 24 Stunden dauern – Männerchor Alterschwil feiert das Schaltjahr

Der Schalttag ist geschenkt – daran erinnerte sich der Männerchor Alterschwil an seiner Unterhaltung im Flawiler Lindensaal.

Michael Hug
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Der Richter befragt den angeklagten Bauunternehmer: Warum ist das Baugerüst zusammengestürzt?

Der Richter befragt den angeklagten Bauunternehmer: Warum ist das Baugerüst zusammengestürzt?

Bild: Michael Hug

«En gschenkte Tag» sei der 29. Februar, sagte Othmar Eisenring bei der Begrüssung, aber er verschwieg, dass man in Monaten mit Schalttag einen Tag länger arbeiten muss für den gleichen Lohn. Doch wer will da Negatives vorbringen an so einem Tag, einem Samstag ohnehin, wo man ja nicht arbeitet sondern sich der Musse und Gemütlichkeit hingibt.

Den geschenkten Tag soll man feiern, so das Motto des Männerchors Alterschwil: «Wenn ihr euch jetzt fragt, ob das Datum vor dem Motto war, kann ich euch versichern, dass das Datum schon vor einem halben Jahr feststand, und erst danach überlegten wir uns, wie das Motto der Unterhaltung heissen könnte», verriet Eisenring. Es war dann ziemlich schnell klar, dass die Unterhaltung unter dem Thema «En geschenkte Tag» stehen muss. Geschenkte Tage gäbe es ja nur alle vier Jahre.

Geschenke am geschenkten Tag

An einem geschenkten Tag gibt es auch Geschenke. So wurde die Dirigentin Esther Stalder aus einem «Päckli» gezaubert, eine Viertelstunde später wurde ein ganzer Kinderchor ausgepackt. Und auf den Tischen lagen kleine Geschenke. Die Akronis Turnakrobaten aus Niederwil packten sich schon in der Garderobe aus und kamen laut und lärmend durch den Hintereingang in den schon am Samstagnachmittag fast und am Abend gänzlich vollen Lindensaal.

Die sieben jungen starken Männer boten eine turbulente, akrobatische und ziemlich schräge Show auf Barren und Trampolin. Immer wieder, wie so üblich an einer Sängerunterhaltung, wurde zwischen den Überraschungen auch gesungen - das ist ja das Handwerk des Alterschwiler (Altherren-)Chores: Singen, manchmal bis zum frühen Morgen. «Weischno», erinnert sich der Eine oder Andere, «wommer so lang ghocket sind, dass mer am andere Tag nümme gwösst händ, worom mer vor de Huustör iigschlofe nisch!»

Sie höckeln gerne und manchmal auch lange

Ja, sie feiern und höckeln gerne, singen «Am Morge am 2», überhöckeln dabei auch mal und ein geschenkter Tag kann auch mal mehr als 24 Stunden dauern. Aber der Chor der 22 Männer kann auch anders, romantisch zum Beispiel: «Morgenrot im Alpstein» oder «Maleika». Apropos Altherrenchor: Als Überraschung liess man einen ad hoc-Kinderchor auftreten, 22 junge Kehlen sangen «I wünsch dir Schue wo nid drücke» und «Ein schöner Tag», und mit dem Männerchor «Alperose». «Für Nachwuchs haben wir gesorgt», sagte einer aus der Reihe der «Alten», dumm ist nur, dass nur fünf Buben waren.

Dann, man durfte, ja musste es erwarten, der Sketch. Vor Gericht stand ein Bauunternehmer, der angeblich ein zu schwaches Gerüst am Bau aufgestellt hatte. Doch er kann ja nichts dafür, dass sich die Handwerker der Baustelle auf dem Gerüst versammelt hatten, nur weil auf der Strasse einer ein schönes Mädchen küsste. Das Urteil ging im tobenden Applaus unter. «Ciao Amore» sangen die Männer nach drei Stunden Unterhaltung – aber der geschenkte Tag war noch lange nicht zu Ende.