Ein Fisch allein genügt nicht

Eine ansprechende Leistung während 20 Minuten genügt in der Regel nicht, ein Spiel, das 60 Minuten dauert, zu gewinnen. Wallisellen besiegt Uzwil 5:4.

Urs Nobel
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EISHOCKEY. Zweimal nicht bereit nach Aufnahme der Partie und zwei Geschenke der Uzwiler Defensive an die Gastgeber führten zur Niederlage der Untertoggenburger. Das knappe Resultat täuscht über die Stärkeverhältnisse der beiden Teams. Die Uzwiler benötigten einen starken Torhüter Bauer, der in den ersten beiden Dritteln nur vier Tore zuliess, damit die Partie nicht zu einem Desaster ausartete.

Gegner mit einfachem Hockey

Eines ist sicher: Der EHC Wallisellen verfügt längst nicht mehr über jene Klasse, die ihn in der vergangenen Saison noch ausgezeichnet hat. Die Zürcher spielen jedoch ein einfaches Hockey, verbunden mit grosser Laufbereitschaft und dem nötigen Zug aufs gegnerische Tor. Und noch etwas ist sicher: Der EHC Uzwil verfügt nicht über genügend Klasse in der Defensive und die meisten Leaderfiguren im Team kommen zurzeit nicht annähernd an die von ihnen erwartete Leistung heran. Einmal unter Druck, verlieren sie die Abgeklärtheit und nötige Übersicht, um nach erfolgreicher oder glücklicher Abwehr eines gegnerischen Angriffs selber einen solchen einzuleiten.

Drei Tore durch Fisch

Wäre im Team der Uzwiler nicht ein Steve Fisch gestanden, der sich vehement gegen die Niederlage stemmte, hätte der EHC Wallisellen auch gewonnen, wenn er mit angezogener Handbremse gespielt hätte. Der neue Trainer Roger Keller versuchte zwar in seinem Coaching so weit einzugreifen, dass die Partie nicht zu einem Debakel für sein Team gereichte. Er bezog das Time-out im richtigen Moment und versuchte, mit dem Torhüterwechsel nach zwei Dritteln einen weiteren Akzent zu setzen.

Die zweite Massnahme brachte es immerhin noch mit sich, dass seine Mannschaft das letzte Drittel etwas aggressiver begann und aufzeigte, dass sie nicht bereit war, vorzeitig aufzugeben. So richtig aufzudrehen vermochte sie aber erst in der Schlussphase und in jener lagen die Gastgeber zwischenzeitlich bereits mit 5:2 vorne. Der dritte Treffer von Steve Fisch und das 5:4, welches Mischa Broder zu einem Zeitpunkt realisierte, als der EHC Uzwil seinen Torhüter für einen weiteren Feldspieler «opferte», kamen aber zu spät.

Wallisellen – Uzwil 5:4 (2:1, 2:1, 1:2) Winter World - 126 Zuschauer - Sr. Eichenberger, Zambonin. Tore: 2. Hofer (Kubli) 1:0, 10. Kobert (Jucker, Unterladstätter) 2:0, 20. Fisch (Rotzinger, Ausschluss Heil!) 2:1, 21. Kaufmann 3:1, 38. Fisch, Steffen, Bauer) 3:2, 39. Toschini (Siegrist) 4:2, 47. Jucker (Kobert) 5:2, 57. Fisch (Rotzinger) 5:3, 60. Broder (Fisch, Rotzinger) 5:4. Strafen: 6mal 2 Min. gegen Wallisellen, 5mal 2 Min. gegen Uzwil. EHC Wallisellen: Lurati; Solenthaler, Hug, Nettgens, Aeschlimann, Nievergelt, Bucher, Huber, Kubli, Kobert, Kaufmann, Unterladstätter, Ginesta, Schwarber, Toschini, Jucker, Hofer, Siegrist. EHC Uzwil: Bauer (41. Stalder); Steffen, Bischof, Blum, Gschwend, Noser, Lüthi, Hagmann, Allen, Gschwend, Steinegger, Fisch, Sinnathurai, Locher, Rotzinger, Steiner, Heil, Broder.