Ein Fest mit Nebengeräuschen: Tierschützer verteilen an der Beef Flugblätter gegen Mutterkuhhaltung

Das Wochenende stand ganz im Zeichen des Fleisches. An der beef.ch drehte sich alles um Mutterkühe und ihre Kälber. Für Aufsehen sorgten Mitglieder des Vereins gegen Tierfabriken Schweiz. Die Tierschützer verteilten Flugblätter.

Christoph Heer
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Zur Eröffnung der beef.ch fand ein Podium statt. Von links: Schwinger Daniel Bösch, Mutterkuhhalterin Tanja Wider-Stark, Moderator Nicolas Senn, Hans Jörg Elsasser, Präsident Swiss Barbecue Association und Andreas Widmer, Geschäftsführer St. Galler Bauernverband. (Bild: Christoph Heer)

Zur Eröffnung der beef.ch fand ein Podium statt. Von links: Schwinger Daniel Bösch, Mutterkuhhalterin Tanja Wider-Stark, Moderator Nicolas Senn, Hans Jörg Elsasser, Präsident Swiss Barbecue Association und Andreas Widmer, Geschäftsführer St. Galler Bauernverband. (Bild: Christoph Heer)

Bis auf den letzten Platz füllte sich am Samstagmorgen der Longhorn-Saloon an der Oberen Bahnhofstrasse. Im Hauptzelt der beef.ch fand der offizielle Startschuss zum diesjährigen, zweitägigen Volksfest rund um die Mutterkuh und deren Kälber, statt. Hackbrettvirtuose Nicolas Senn führte als Moderator durch das Programm, das Rotbach-Chörli ergänzte das Szenario musikalisch und Schwinger Daniel Bösch sorgte für die Lacher. Zudem nahmen Tanja Wider-Stark als Mutterkuhhalterin, Andreas Widmer als Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes und Hans Jörg Elsasser als Präsident der Swiss Barbecue Association an einer Podiumsdiskussion teil. Die Beef stand unter dem Motto «Erlebnis Rind» und beinhaltete 16 Rinderrassen, die zur Schau gestellt wurden. Es glich wahrlich einem Volksfest. Jung und Alt, Einheimische und Auswärtige, Politiker und Landwirte, Milchtechnologen und Kaufleute: An diesem Anlass war jede Berufsgattung vertreten.

Fokus auf Stadtbevölkerung

An der Oberen Bahnhofstrasse konnten Besucher 16 verschiedenen Kuhrassen sehen.

An der Oberen Bahnhofstrasse konnten Besucher 16 verschiedenen Kuhrassen sehen.

«Seit 1996 – damals in Langnau – findet die Beef statt. Und warum wir uns immer wieder auch in Städten präsentieren, hat einen bestimmten Grund. Wir suchen nämlich vermehrt den Kontakt zu den Konsumenten und wollen diesen auch pflegen», sagte OK-Präsident Thomas Butz. Unzählige Markt-, Essens- und Grillstände verwandelten die Obere Bahnhofstrasse in eine wahre Festmeile. Insbesondere die Kinder hatten Spass an den ausgestellten Mutterkühen und zogen nur zögerlich an ihnen vorbei; und dies trotz einsetzendem Regenschauer. An diversen Geschicklichkeitsspielen konnte man zudem Preise einheimsen. Ob Jasskartensets, Schreibutensilien oder Ballone, Werbegeschenke gehören einfach dazu, würde an dieser Stelle mit Bestimmtheit jedes Kind bestätigen.

Protestaktion für vegane Lebensform

Dazugehört haben am Samstagmorgen auch die Mitglieder vom Verein gegen Tierfabriken (VgT). In der Fussgängerzone verteilten sie Flugblätter und machten auf das Leid der Mutterkühe aufmerksam. Tiere seien gar nicht so anders wie wir Menschen, denn Rinder hätten sehr starke Familienbanden. Ihr Hauptaugenmerk legten sie dabei auf die beef.ch. «An der beef.ch kann man Mutterkühe mit ihren Kälbern bestaunen, doch diese Familienidylle ist nur von kurzer Dauer. Kälber werden nämlich schon nach fünf Monaten ihrer Mama entrissen und getötet.» So propagierten die Tierschützer, sich vegan zu ernähren, dies verhindere das Leid von Mutterkuh und Kalb, denn Letztgenanntes würde nur geboren, um letzlich als Fleisch auf dem Teller zu enden. Auf Anfrage hielten sich die Voten zu dieser Verteilaktion im Gleichgewicht. Viele fanden das Begehren der Tierschützer in Ordnung, andere hingegen hatten, nachdem sie den Erhalt des Flugblattes ablehnten, nur ein müdes Lächeln übrig.