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Ein Fall mit ungewohntem Ende

Das Leben des roten Katers Bilo stand Anfang März unter einem schlechten Stern. Doch dann trat eine Wende ein. Heute lebt er wohlbehütet bei Familie Glarner in Flawil.
Zita Meienhofer

Am 8. März hatten Pascal Rieser und Robert Zahner, zwei Polizisten, auszurücken. Der Grund: Bei einem Mehrfamilienhaus in Flawil wurde eine verletzte Katze gefunden. «Sie lag in einer Ecke, ihre Schnauze war blutig, und als ich nach ihr tastete, wehrte sie sich nicht», erzählt Pascal Rieser. Sie trug keinen Chip auf sich, deshalb konnte nicht eruiert werden, wem die Katze gehörte. Im Patrouillenfahrzeug brachten sie die beiden Polizisten deshalb zu Elmer Ahrens, Tierarzt in Flawil. Da das Tier vermutlich mit einem Fahrzeug kollidiert war, war der Kopf verletzt und es atmete schwer. Zudem hatte es einen Schock erlitten, war entkräftet, nicht kastriert und hatte Milben in den Ohren. Es sei offensichtlich gewesen, dass es ein herrenloser Kater sei, erklärte Elmer Ahrens. Er und seine Mitarbeiterinnen hatten das Tier, das voraussichtlich im Oktober des Vorjahrs geboren wurde, gesund gepflegt. «Wir haben den Kater sofort ins Herz geschlossen», fügt Elmer Ahrens bei. Die Katze wurde bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) gemeldet und es wurde eine Nachricht auf Facebook gepostet. Doch kein Besitzer meldete sich.

Dank Tierarzt Elmer Ahrens und den Polizisten Pascal Rieser sowie Robert Zahner (von rechts) hat Kater Bilo überlebt und bei Ljubica und Tobias Glarner ein neues Zuhause gefunden. (Bild: Zita Meienhofer)

Dank Tierarzt Elmer Ahrens und den Polizisten Pascal Rieser sowie Robert Zahner (von rechts) hat Kater Bilo überlebt und bei Ljubica und Tobias Glarner ein neues Zuhause gefunden. (Bild: Zita Meienhofer)

Der Kater darf bei der Pflegefamilie bleiben

Bilo, so heisst der rote Kater heute, blieb allerdings nicht in Elmer Ahrens Praxis. Denn der Tierarzt erinnerte sich an Ljubica und Tobias Glarner, die Hauswartfamilie des Schulhauses Grund in Flawil. Glarners sechsjähriger rot-weisser Kater verschwand im August 2017. Einige Zeit später lief ihnen ein roter Kater zu. Dieser wurde jedoch als vermisst gemeldet und konnte somit nicht bei der Hauswartfamilie bleiben. Elmer Ahrens kontaktierte nun Ljubica und Tobias Glarner und informierte sie über den Kater, den er gesund gepflegt hatte. Glarners waren bereit, ihn vorerst zur Pflege aufzunehmen. Seit dem 15. März ist Bilo in Obhut bei Familie Glarner. Acht Wochen dauerte die Frist, bis die Tiere, die bei der STMZ gemeldet sind, an ihrer Pflegestelle bleiben dürfen. Diese Frist ist nun vorbei und Glarner sind überglücklich, dass sie wieder einen roten Kater haben.

Für einmal eine Geschichte mit Happy End

Auch Bilo scheint es bei Glarners zu gefallen. «Vorerst war er zwar etwas scheu, hat sich schnell verkrochen, doch nun gehe er auch ins Freie», erklärt Tobias Glarner. «Er bleibt allerdings in der Nähe», ergänzt seine Frau und sagt, dass sie hoffe, dass das auch so bleiben werde. Glarners haben Bilo in ihr Herz geschlossen, freuen sich, dass er anhänglicher und auch redeseliger – er miaut oft – geworden ist. Auch die Polizisten Pascal Rieser und Robert Zahner freuen sich darüber, dass Bilo nun ein Zuhause gefunden hat. Dass sie wegen einer Katze ausrücken müssen, das komme oft vor, sagt Robert Zahner. «Allerdings ende die Geschichte meist ohne Happy End, weil die Tiere bereits tot sind oder eingeschläfert werden müssen. Dass es so gut ausgeht, erleben wir nicht oft», so Robert Zahner.

Am Kopf verletzt, entkräftet, mit Milben in den Ohren und ungechipt traf Bilo in der Tierarztpraxis ein. (Bild: PD)

Am Kopf verletzt, entkräftet, mit Milben in den Ohren und ungechipt traf Bilo in der Tierarztpraxis ein. (Bild: PD)

Die Schweizerische Tiermeldezentrale (STMZ)

Die Schweizerische Tiermeldezentrale (STMZ) wurde im Jahre 2001 gegründet, mit dem Ziel, eine schweizweit einheitliche Meldestelle zu schaffen. 2005 wurde das Dienstleistungsangebot professionalisiert und um eine Tier-Notrufzentrale sowie ein Adressenverzeichnis rund ums Thema «Haustiere» erweitert. Von anfänglich jährlich 600 gehen heute über 20 000 Meldungen pro Jahr zu vermissten und gefundenen Tieren ein. Die Vermisst- und Fundmeldungen können einfach und schnell in die Datenbank eingefügt und angepasst werden. Zudem wird ein 24-Stunden-Telefonservice angeboten. Die enge Zusammenarbeit mit allen Betroffenen, die aktive Unterstützung der Suche von unzähligen freiwilligen Helfern und die automatische Abwicklung der gesetzlichen Meldepflicht (ZGB 720a) ermöglichen eine deutliche Vereinfachung für alle Beteiligten: für Finder, Besitzer und für die Behörden. (pd/zi)

Hinweis:
Tierfunde oder Vermisstmeldung sowie weitere Informationen zur Tiermeldezentrale sind abrufbar unter www.stmz.ch.

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