Ein erster tosender Applaus

Die beiden Formationen der Liberty Brass Band starteten am Samstag in ihre Konzertsaison. Diese ist bestimmt durch die Teilnahme der Junioren am Europäischen Jugend-Brass-Band-Wettbewerb in Freiburg.

Carola Nadler
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Die Liberty Brass Band und Liberty Brass Band Junior (Bild) starteten am Samstag in ihre Konzertsaison. (Bild: Carola Nadler)

Die Liberty Brass Band und Liberty Brass Band Junior (Bild) starteten am Samstag in ihre Konzertsaison. (Bild: Carola Nadler)

FLAWIL. «Schön, dass Sie nebst Offa und Ferien Prioritäten gesetzt haben», freute sich Liberty-Präsidentin Vreni Breitenmoser in ihrer Begrüssung. Ein grosses Publikum hatte den Weg in den Lindensaal gefunden. «Es ist ein musikalisches Frühlingserwachen», erklärte Breitenmoser. Das Jubiläumsjahr 2014 sei gespickt gewesen mit zahlreichen Highlights und Ansprüchen. «Aber wir haben es geschafft», resümierte sie dieses ereignisreiche und anstrengende Jahr.

Herausforderung

Ein Highlight war die Teilnahme der Liberty Brass Band Junior unter Christoph Luchsinger am 1. Europäischen Jugend-Brass-Band-Wettbewerb in Schottland, wo in der Premier Section der erste Rang erreicht worden war. «Wir sind stolz auf das Erreichte, doch die harte Probenarbeit geht weiter, denn der nächste EYBBC steht vor der Tür», sagte Breitenmoser. Mit den Auftritten bis zum Wettbewerb Anfang Mai will die Junior-Band das Spielen vor Publikum üben, eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, sagte Luchsinger.

Grosse Stilvielfalt

Die Liberty Brass Band begeistert seit ihrem Gründungsjahr 1984 ein immer grösseres Publikum. Ihre Kennzeichen sind die präzisen, packenden Rhythmen und die Stilvielfalt, die von klassischen Werken über Filmmusik bis zu Jazz reicht. Diese Vielfalt prägte auch das Konzert am Samstag. Auf dem Programm standen nebst Solowerken und Filmmusik ein Jazzstück von Chick Corea. Die enorme Präsenz von Dirigent Andreas Koller spiegelte sich im Spiel wieder: Packend, stilsicher und in allen dynamischen Bereichen souverän spielend, faszinierten die Libertianer mit ihren Interpretationen. Zwei Solowerke standen unter anderem auf dem Programm: Sepp Zürcher brillierte in Edward Gregsons «Tuba Concert» und Christian Schwager spielte mit dem Es-Cornet ein hinreissendes «Live and Let Die» (Paul McCartney).

Bildgewaltig

Im Zentrum stand «The Legend of King Arthur» von Peter Meechan: Von der Ouverture im Rockstil über die mystischen Momente, die von der Begegnung mit Merlin erzählen, bis zu den martialischen Heldenklängen zeichnete die Liberty Brass Band ein ungemein bildgewaltiges Klanggemälde. Nicht minder stark und präsent der Auftritt der Liberty Brass Band Junior. In deren Zentrum standen die drei Stücke, die am Wettbewerb in Freiburg gespielt werden, darunter das Aufgabenstück «Arcana». Dirigent Christoph Luchsinger, der jedes Stück ausführlich vorstellte, verglich «Arcana» mit Filmmusik: «Es kommt alles drin vor, Krieg, Ruhe und am Schluss ein bisschen Riverdance.» Nach dem gewaltigen Beginn von Kesselpauke und Bässen entwickelte sich das Stück ungemein packend und war von markanten Rhythmen und grosser Transparenz in den Registern geprägt. Jan Kressebuch wird als Cornet-Solist in einer anspruchsvollen Konzertetüde am Wettbewerb antreten, er erhielt bereits in Flawil tosenden Applaus. Auch die Junioren zeigten Stilsicherheit. Auf ihrem weiteren Programm standen sinfonische Werke ebenso wie ein witziges Arrangement eines Jazzstücks.