Ein Denkplatz für Visionen

REGION. 30 ausgewählte Personen aus unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen der Region erarbeiten gemeinsam eine Strategie für die Standort- und Wirtschaftsentwicklung der Regio Wil. Die Kernfragen lauten: Was können wir? Was wollen wir?

Hans Suter
Drucken
Teilen
Die drei leitenden und begleitenden Vordenker des Projekts: Projektleiter und ISK-Geschäftsführer Gerald Mathis (links), Regio-Wil-Geschäftsstellenleiterin Anne Rombach-Jung und Stefan Frei, Präsident des sieben Personen umfassenden Steuerungsausschusses. (Bild: pd)

Die drei leitenden und begleitenden Vordenker des Projekts: Projektleiter und ISK-Geschäftsführer Gerald Mathis (links), Regio-Wil-Geschäftsstellenleiterin Anne Rombach-Jung und Stefan Frei, Präsident des sieben Personen umfassenden Steuerungsausschusses. (Bild: pd)

Der erste der drei bis vier Workshops des Strategieforums der Regio Wil begann mit der Frage: Welche drei Dinge würde ich ändern, wenn ich könnte? Weniger Bürokratie, tiefere Steuern, mehr Lebensqualität durch unterirdische Verkehrsführung, belebte Wohnstrassen statt Stau und Abgase, Top-Schulen, Arbeitsplätze mit Wohnqualität und alle Gemeinden in der Region zu einer einzigen Gemeinde fusionieren – so lauteten einige der spontan geäusserten Antworten. Ohne Rücksicht auf Gesetze, Grenzen oder Geld nehmen zu müssen, machten sich 30 Köpfe aus der Wirtschaft erste Gedanken, wie die Region Wil ab dem Jahr 2050 aussehen könnte.

Die Stärken der Region

Im Anschluss wurde wieder der Boden des Pragmatismus betreten und akkurat herausgearbeitet, wo die gegenwärtigen Stärken und Besonderheiten der Region als Lebens- und Arbeitsraum liegen. Einhellig wurden folgende Stärken identifiziert: Verkehrsanbindung, kurze Wege, Schulwesen (Grundschule, Kantonsschule, Nähe zu Berufs- und Fachhochschulen sowie Universitäten), Mentalität der Arbeitnehmenden, Berufsvielfalt, Angebot an Fachkräften, Forschung und Entwicklung, Technologie, Lebensqualität, günstiger Wohnraum, Naherholungsgebiete.

Potenzial für die Zukunft

Weit schwerer taten sich die Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter beim Herausarbeiten der Potenziale für die Zukunft. Wo liegen die Chancen für eine nachhaltige Entwicklung? Gibt es noch nicht erkannte nutzbare Besonderheiten? In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass das regionale Denken grosse Chancen bietet. Als Beispiel wurde der geplante Entwicklungsschwerpunkt Wil West genannt. Hier wird gemeinsam ein neues Wertschöpfungspotenzial erschlossen, von dem die ganze Region direkt oder indirekt profitieren soll. Ebenso wurde festgestellt, dass dem Standort von Arbeitsplätzen heute weit grössere Bedeutung zukommt als früher. Das betrifft nicht nur die Verkehrsanbindung, sondern auch die zuweilen fast idyllisch anmutende Lage im Grünen. Grosse Chancen werden im Technologie- und gewerblichen Bereich sowie in Forschung und Entwicklung vermutet. Ideale Voraussetzungen für Zukunftsarbeitsplätze bilden die gute Verkehrserschliessung, die topographische Lage und das gegenüber Zürich günstige Preisniveau.

Die Grundlage des Forums

Im Rahmen ihrer langfristigen Standortförderungsstrategie hat die Regio Wil die Ausarbeitung eines Standort- und Wirtschaftsentwicklungskonzepts beschlossen. Im Ergebnis dieses Prozesses sollen die standortspezifischen Stärken und Entwicklungspotenziale der Region identifiziert sein. Darauf aufbauend wird ein Zielkatalog erarbeitet, der klar festlegt, was in der Region wirtschaftspolitisch erreicht wird, wo sie sich hin entwickeln soll. In letzter Konsequenz mündet der Entwicklungsprozess in eine Strategie- und Massnahmenplanung mit Masterplan zur Wirtschaftsentwicklung. Die Projektorganisation wird von einem Steuerungsausschuss begleitet. Projektleiter ist Gerald Mathis vom ISK, Präsident ist Stefan Frei, Vorsitzender Fachgruppe Wirtschaft Regio Wil.

Aktuelle Nachrichten