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Ein Container voller Abfall als unschöne Bilanz der Wiler Sommernächte

Laue Sommerabende haben eine Kehrseite: Das Leben spielt sich vermehrt im Freien ab und führt zu mehr Unrat im öffentlichen Raum.
Adrian Zeller
Abbild der Persönlichkeit: Wer seinen Abfall einfach liegen lässt, gibt damit auch einen Blick in seine Seele preis. (Bild: Imago Images)Abbild der Persönlichkeit: Wer seinen Abfall einfach liegen lässt, gibt damit auch einen Blick in seine Seele preis. (Bild: Imago Images)
Die Plattform am Stadtweier ist beliebt. Nicht alle Nutzer nehmen ihren Abfall mit – zum Ärger der nächsten. (Bild: Hans Suter)Die Plattform am Stadtweier ist beliebt. Nicht alle Nutzer nehmen ihren Abfall mit – zum Ärger der nächsten. (Bild: Hans Suter)
Nicht nur am Bahnhof: Kippen gehören immer in Aschenbecher. (Bild: Donato Caspari)Nicht nur am Bahnhof: Kippen gehören immer in Aschenbecher. (Bild: Donato Caspari)
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Ein Container voller Abfall als unschöne Bilanz der Wiler Sommernächte

«Die Situation in Wil ist weit weniger schlimm als in grösseren Städten», weiss Marc Flückiger aus eigener Anschauung. Im Auftrag der Stadt Wil reinigen Mitarbeitende seines Unternehmens für Liegenschaftenunterhalt das Gebiet zwischen Bahnhof und Stadtweier. Zwei bis drei Personen beseitigen jeweils am frühen Samstag- und Sonntagmorgen die Spuren der Nachtschwärmer und Partygänger.

Ein Container voll

Sein Personal könne die liegen gebliebenen Pizzaschachteln, Hamburgerboxen und Getränkedosen und so weiter von Hand einsammeln, in Städten wie St.Gallen seien die Mengen an Unrat in den nächtlichen Gassen nur noch mit Kehrmaschinen zu bewältigen, erzählt Flückiger. In Wil füllt das Reinigungspersonal seiner Firma pro Sonntagseinsatz im Durchschnitt einen Container. Wenn eine Veranstaltung im Stadtgebiet stattfindet, kann die Menge an Abfall entsprechend höher ausfallen. Der Zusatzeinsatz wird den Veranstaltern in Rechnung gestellt. Flückiger betont, ihm persönlich sei es lieber, der Abfall liege auf den Trottoirs und den Plätzen als im Stadtweier oder in der Thur, wo sie zur Belastung für die Lebewesen in der Natur werden. Der Stadtparlamentarier und diesjährige Parlamentspräsident sagt:

«Innerhalb des Stadtgebietes ist der Abfall wesentlich leichter einzusammeln.»

Wil habe eine grössere Einwohnerzahl und eine Zentrumsfunktion, da sei Littering eine Begleiterscheinung, die sich kaum gänzlich vermeiden lasse.

Reinigungsequipe ist am frühen Morgen im Einsatz

In Absprache mit der Stadt und der Polizei wird der Unrat in Wils Zentrum am Wochenende absichtlich sehr früh weggeräumt. Die Equipe beginnt ihren Einsatz zwischen 6 und 7 Uhr. Mit dem frühen Beginn vermeidet man Nachahmer. Wenn bereits leere Zigarettenschachteln und Essensreste herumliegen, ist die Hemmschwelle geringer, seine Chipstüte oder seinen Plastikbecher dazu zu schmeissen. Erwacht die Mehrheit der Wilerinnen und Wiler am Wochenende, ist die Stadt bereits wieder besenrein.

Abfallkübel werden auch missbraucht

Wie der Unternehmer betont, lassen längst nicht alle Nachtaktiven ihren Unrat auf Plätzen, unter Sitzbänken oder im Gebüsch liegen. Seien ausreichend Abfallkübel vorhanden, entsorgten viele Passanten die Getränkedosen, Glacehüllen und leeren Flaschen in den entsprechenden Behältern. Allerdings: Zu häufig geleerte Kübel können manchen Personen ein Anreiz sein, ihre Abfälle aus den Privathaushalten ebenfalls dort zu entsorgen. Damit wollen sie die Gebühren für den Hauskehricht reduzieren. Um keine falschen Anreize zu schaffen, braucht es vom Reinigungspersonal ein geschicktes Abwägen bei der Häufigkeit des Kübelleerens.

Sparen im Kleinen: Klauen von WC-Papier in Toiletten

Kosten wollen einige Personen auch beim WC-Papier sparen, indem sie die Rollen in öffentlichen Anlagen mitnehmen, erzählt Marc Flückiger. Dies sei ein nicht zu unterschätzendes Problem. Entsprechend zurückhaltend müsse man mit dem Auffüllen von Reserven sein. Eine weitere Herausforderung ist der Vandalismus, der merklich zugenommen hat. «Die Leute schmeissen beispielsweise grosse Mengen an WC-Papier oder an Abfällen in die Toilettenschüssel, dadurch wird der Abfluss verstopft», so Flückiger.

Im Unternehmen für Liegenschafsunterhalt ist ein Mann ausschliesslich für die Reinigung der öffentlichen Toiletten zuständig. Er beginnt seine Arbeit von Montag bis Samstag um etwa 2 Uhr nachts. Diese Tätigkeit ist überdurchschnittlich gut bezahlt. «Andernfalls findet man kaum Personen, die diese Arbeit machen», erzählt Flückiger. Diese Mitarbeiter beseitigen die noch weniger appetitlichen Spuren von lauen Sommerabenden.

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