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Ein Buch, das in kein Genre passt

Ein Büchergestell, gefüllt mit seinen eigenen Werken. Davon träumt der Journalist Michael Hug. Seine Erlebnisse als Weltenbummler füllen die Seiten – aber es entstehen keine Reisetagebücher oder Reiseführer. Er schafft sein eigenes Genre.
Ramona Cavelti
Kamera, Laptop und Handy: Die Reiseutensilien von Michael Hug. Sein Hund Vuelo muss, während das Herrchen auf Reisen ist, zu Hause bleiben. (Bild: Ramona Cavelti)

Kamera, Laptop und Handy: Die Reiseutensilien von Michael Hug. Sein Hund Vuelo muss, während das Herrchen auf Reisen ist, zu Hause bleiben. (Bild: Ramona Cavelti)

DEGERSHEIM. Weder Rummel noch Einsamkeit, weder Stadt noch Land, weder Langeweile noch Routine: Michael Hug hat eine Vorliebe fürs Aussergewöhnliche. Seit zwei Jahren lebt er in der Villa Donkey, dem einzigen Bed & Breakfast-Hotel in Degersheim: ländlich, aber stadtnah – mal mehr, mal weniger Besucher, nie langweilig, stets abwechslungsreich. Gleiches gilt für seinen Schreibstil: «Schreiben macht mir Spass, solange ich mich nicht anpassen muss», sagt er. Der freischaffende Journalist beschreibt seine Art des Berichtens und Erzählens als «ungewöhnlich». Im September wird sein erstes Buch der Reihe «Grips Trips» erscheinen.

Reisen mit Hirn

Die «Weder-noch-Form» passt nicht nur zu Michael Hugs Leben, sondern beschreibt auch die Art seines Buches präzise: weder ein Reiseführer, noch ein Reisetagebuch. Hugs Buch lässt sich keinem bestehenden Genre zuweisen. Deshalb schafft er ein neues – und anderes: «Grips Trips». Bedeutet: «Reisen mit Hirn». Das Buch beinhaltet alles, was er tagtäglich, vor allem auf seinen Reisen, erlebt. Michael Hug unternimmt jährlich eine grosse und fünf bis sechs kürzere Reisen. So bereiste er vor vier Jahren mit einem Containerschiff den Suez-Kanal – die Reise füllt zwei Drittel des Buches. Der Reisejournalist beschreibt aber nicht nur seine Erlebnisse. Er recherchiert unterwegs und schreibt die Fakten nieder. Deshalb: Reisen mit Hirn.

Einen Monat im Spam-Ordner

Die Idee, ein Buch zu veröffentlichen, hatte Michael Hug bereits vor zehn Jahren. Nachdem er während sechs Jahren für das Kultur- und Reisemagazin Zeigerzine geschrieben hatte, fasste er den Entschluss: «Alles, was ich ab jetzt erlebe, kommt in ein Buch.» Gleichzeitig war ihm klar, dass nicht alles Schreibens- und Lesenswerte in ein einziges Buch passen würde: Jedes Jahr ab 2010 sollte in Buchform aufgearbeitet werden.

Gegen Ende des vergangenen Jahres hat Hug systematisch nach einem Verlag gesucht. «Der Zeitpunkt war reif», erzählt er. Er hatte bereits sein viertes Buch in der Rohfassung fertig und war auf einer Reise durch Tansania und Kenia, die den Stoff für sein fünftes Buch liefern wird. Am letzten Tag des Jahres, dem Tag nach seiner Rückkehr aus Ostafrika, endlich der Erfolg: Der Verlag Hützen und Partner zeigte – nachdem das Mail von Michael Hug einen Monat lang im Spam-Ordner gelegen war – sein Interesse. «Seither sind wir an der Arbeit», sagt Hug. Das erste Buch ist zurzeit im Lektorat, eine Homepage sowie eine Facebook-Seite sind im Aufbau.

«Es zieht mich in den Süden»

«Ein ganzes Büchergestell gefüllt mit meinen Büchern – so wie dies Karl May hatte.» Das ist Hugs Traum, seine Vorstellung und auch sein Plan. Doch damit nicht genug. Der Verdienst aus seinen Büchern soll zu seiner Pension beitragen. Und es ihm ermöglichen, den Winter auf Malta zu verbringen.

Seine nächste Reise ist bereits geplant. Die Küste um das Schwarze Meer möchte er sehen, bis nach Georgien. Von dort mit der Fähre zurück nach Odessa fahren. Das Reisen reizt den Journalisten. Doch nicht jedes Gebiet. «Amerika zum Beispiel reizt mich nicht. Es zieht mich in den Süden», sagt er. Somit ist klar, wieso er den Winter lieber in Malta verbringen würde – an der Wärme.

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