Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein Buch, das glücklich macht

Die Wiler Schriftstellerin Bettina Scheiflinger spricht in der Stadtbibliothek über ihre Lieblingsautorin.
Rolf Hürzeler
Die Wilerin Bettina Scheiflinger lebt zurzeit in Wien. Bild: PD

Die Wilerin Bettina Scheiflinger lebt zurzeit in Wien. Bild: PD

Dieses Buch macht glücklich. Davon ist die Autorin Bettina Scheiflinger überzeugt, wenn sie vom Erfolgsroman «Die Tauben fliegen auf» der ungarisch-schweizerischen Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji berichtet. Die Geschichte handelt von den Nöten und den Erfolgen einer Familie, die aus der serbischen Vojvodina in die Schweiz ausgewandert ist. Der Roman wurde vor fast zehn Jahren mit dem Deutschen und dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. Bettina Scheiflinger zeigt sich von der mutigen Erzählweise der Autorin beeindruckt, die vor seitenlangen Sätzen nicht zurückschreckt, um die Leserschaft ihren Sprachrhythmus spüren zu lassen.

Bettina Scheiflinger war am Donnerstagabend als Überraschungsgast an der letzten Veranstaltung des Projekts «Umblättern» in die Wiler Stadtbibliothek eingeladen worden. Die 35-jährige Schriftstellerin ist in Wil durch ihr Projekt «Zu Ohren» am Weier bekannt geworden, das durch fünf Hörstationen führt, an denen wunderbare Geschichten wie «Dä Herr Frick, dä Entäwart» zu hören sind. Scheiflinger studiert gegenwärtig Sprachkunst an der Wiener Universität für Angewandte Kunst.

Gegensatz zwischen Ferne und Heimat

Hat der Gegensatz zwischen Ferne und Heimat zur Auswahl des Romans «Tauben fliegen auf» geführt, fragte Manuela Waeber von der Stadtbibliothek die Schriftstellerin. Diese bekannte, dass sie von Wil zwar nicht wegkomme: «Die Bindungen sind immer noch stark.» Aber Heimweh verspüre sie in Wien nicht. Sie lebe nach dem Prinzip «Da wo ich gerade bin, gehöre ich hin.» Scheiflinger ist neben ihrem Studium mit einem Bühnenstück für die Frauenfelder Theaterwerkstatt Gleis 5 beschäftigt, das nächstes Jahr uraufgeführt wird.

Die Bibliothekarin Manuela Waeber stellte dem Publikum im Laufe des Abends sechs Bücher vor, welche sie zur Lektüre empfiehlt. Darunter «Blackbird» des Schauspielers Matthias Brandt, der die Siebzigerjahre aus der Sicht eines Jugendlichen neu aufleben lässt. Der junge Mann ist derart in seine persönlichen Nöte verstrickt, dass ihn die politischen Erschütterungen jener Zeit nichts anzugehen scheinen.

Auch die Sirnacher Buchhändlerin Barbara Gyger Bühler hatte eine Auswahl von lesenswerten Werken mitgebracht. Darunter das Sachbuch «Kuscheltierdrama» des deutschen Tierpathologen Achim Gruber. Er berichtet von den alltäglichen Mühen der Haustiere, die oftmals nicht artgerecht gehalten werden und im Extremfall daran zugrunde gehen.

USA als Diktatur beschrieben

Eine kleine Kabaretteinlage gab Barbara Gyger Bühler, als sie den dystopischen Roman «Vox» der Autorin Christina Dalcher vorstellte. Diese beschreibt die USA als eine Diktatur, in der Frauen nicht mehr als 100 Wörter pro Tag sagen dürfen. Dazu zerdrückte Gyger Bühler eine Plastik-Figur des US-Präsidenten Donald Trump, dem sie anscheinend ein ähnliches Demokratieverständnis zutraut.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.