Holcim zieht sich aus der Jonschwiler «Hori» zurück: Ein Brunnen bleibt als Erinnerung

Der Kiesabbau im Jonschwiler «Hori» ist längst Geschichte. Nun wurde auch die Landrekultivierung beendet. Ein Ereignis, das am Freitag coronabedingt in kleinem Rahmen gefeiert wurde.

Christof Lampart
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Alle, die sich um die Rekultivierung des Gebietes Hori verdient gemacht haben, versammelten sich vor dem Brunnen, den die «Holcim» der Gemeinde Jonschwil geschenkt hat

Alle, die sich um die Rekultivierung des Gebietes Hori verdient gemacht haben, versammelten sich vor dem Brunnen, den die «Holcim» der Gemeinde Jonschwil geschenkt hat

Bild: Christof Lampart

Bis ins Jahr 2010 baute die Holcim AG im Gebiet Hori, oberhalb von Jonschwil, Kies ab und begann danach mit der Endgestaltung und Rekultivierung des Kiesgrubengeländes. Nun verlässt das Unternehmen, nach 46 Jahren, das Areal endgültig, sind doch die Landschaftsarbeiten abgeschlossen.

Deshalb fanden sich am Freitagnachmittag rund 20 geladene Gäste – Landbesitzer, Gemeindevertreter, Holcim-Mitarbeiter und andere mit dem Kiesabbau, beziehungsweise mit der Rekultivierung eng vertrauten Personen – bei der Jubiläumshütte im Hori ein, um den Abschluss der Rekultivierungsarbeiten und die Rückgabe der ehemaligen Kiesgrube zu feiern. Zu diesem Anlass hatten die Holcim-Leute der Gemeinde ein Geschenk in Form eines Brunnens gemacht: «Er soll für die jahrelange gute Zusammenarbeit zwischen Holcim und Jonschwil stehen», wünschte es sich Stefan Nagel, Verantwortlicher Rohstoffsicherung Nordostschweiz bei Holcim. Er verwies darauf, wie gerne Holcim die Übergabe zusammen mit der Jonschwiler Bevölkerung gefeiert hätte. Doch angesichts der wieder ansteigenden Coronavirus-Infektionszahlen habe man schweren Herzens von einer Publikumsveranstaltung absehen müssen, sagte Nagel.

Deutlich länger gedauert als einst geplant

Der Gemeindepräsident von Jonschwil, Stefan Frei, ging auf die Bedeutung des nunmehr historischen Kiesabbaus im Hori für die Gemeinde ein: «Er stellte die Rohstoffversorgung für die Region dar und war für die Gemeinde auch eine Einnahmequelle», so Frei. Dass die Rekultivierung deutlich länger dauerte, als geplant – ursprünglich war von zwei, drei Jahren die Rede –, sei zum einen auf die stets anforderungsreicher werdenden Umweltschutzvorgaben von Bund und Kanton zurückzuführen, zum anderen aber auch einfach auf zu optimistische Annahmen punkto jeweiliger Bausituation und Witterungsverläufe, erklärte Frei.

Ein kantonaler Hotspot in Sachen Biodiversität

Nichtsdestotrotz sei das Vorhaben gut gelungen, doch habe man das in den letzten Jahren quasi kommen sehen, denn bereits 2017 galt das Hori in Sachen Biodiversität als kantonaler Hotspot und habe deshalb nationalen Schutzstatus genossen, erläuterte Frei. Dies mitunter auch deshalb, weil sich im hier zwei stark gefährdete Amphibien-Arten, die Kreuzkröte und die Gelbbauchunke, erfolgreich angesiedelt haben. Frei freute sich darüber, dass man das Gebiet nicht nur rekultivieren, sondern auch der Bevölkerung zugänglich machen konnte: «Die erfolgreiche Renaturierung der Kiesgrube ist für unsere Gemeinde wichtig. Es freut mich, dass das Gebiet Hori heute sowohl ein wertvolles Naturschutzgebiet als auch ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bevölkerung ist», betonte Frei.

Das sind nun die letzten Arbeiten

Die offizielle Bauabnahme bezüglich der Rekultivierung der Kiesgrube Hori erfolgt am 18. September 2020. Anschliessend werden der Vernetzungskorridor entlang der Route Amphibienweiher, Katzentobel, Bach und Thur abgenommen sowie die Verträge mit Landwirten für die Pflege des Naturschutzgebietes ausgestaltet.