Ein Blick in die Zukunft

Seit zwei Tagen ist das Agglomerationsprogramm der 3. Generation in der Vernehmlassung. Darin lässt sich ein Stück Zukunft betrachten. Ende Jahr wird es dem Bund eingereicht.

Hans Suter
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Der Entwicklungsschwerpunkt Wil-West ist das Kernstück des Agglomerationsprogramms Wil. Hier lassen sich bis zu 3000 Arbeitsplätze schaffen. (Bild: Urs Bucher)

Der Entwicklungsschwerpunkt Wil-West ist das Kernstück des Agglomerationsprogramms Wil. Hier lassen sich bis zu 3000 Arbeitsplätze schaffen. (Bild: Urs Bucher)

REGION. «Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.» Wenn sich die Wissenschaft nicht einmal einig ist, ob dieses ironische Zitat Karl Valentin oder Mark Twain zugeschrieben werden soll: Wie soll man sich in einem zwei Bände und 366 Seiten umfassenden Aggloprogramm mit fast unzähligen Massnahmen in Siedlung und Verkehr einig werden? Und das in 13 Gemeinden und zwei Kantonen mit konkreten Absichten zur Zukunft. Man kann staunend feststellen: Kritisch diskutiert wird nur noch an den Polen – und natürlich im Detail.

Zur Stellungnahme eingeladen

Mit einer Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Stadtsaal in Wil wurde die Vernehmlassung zum neuesten Agglomerationsprogramm eröffnet. Bis zum 3. Juni haben Behörden, Parteien, Institutionen, Firmen sowie alle interessierten Personen die Möglichkeit, bei der Regio Wil eine Stellungnahme abzugeben und Vorschläge einzureichen. Mitte Dezember wird das bereinigte Werk schliesslich dem Bund zur Prüfung eingereicht. Die Umsetzung der Massnahmen mit höchster Priorität erfolgen in den Jahren 2019 bis 2022. In diesem Zeitraum werden auch B-Massnahmen aus dem 2018 auslaufenden Aggloprogramm der 2. Generation realisiert.

Sinn und Zweck

Mit Agglomerationsprogrammen wird auf einen langfristigen Horizont hinaus das Ziel einer aufeinander abgestimmten Siedlungsentwicklung und Verkehrsplanung in der Regio Wil verfolgt. Die dazu erarbeiteten Programme der jeweiligen Generation sind das dazugehörige Planungsinstrument. Sie konkretisieren das Ziel in einer konzeptionellen Planung sowie mit daraus abgeleiteten Massnahmen für einen Planungszeitraum von jeweils vier Jahren. Dabei wird eine kohärente Weiterentwicklung des Programms von Generation zu Generation angestrebt.

Ein Quantensprung

«Das Agglomerationsprogramm Wil stellt für die Regio Wil einen echten Quantensprung in Richtung einer regional abgestimmten Siedlungs- und Verkehrsplanung dar», kommen die Autoren zum Schluss. Mit dem Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Wil West kann sich die Regio Wil in den nächsten Jahren als starker Wirtschaftsraum entwickeln, ohne dabei grosse Eingriffe in Natur und Landschaft vorzunehmen. Eine stark forcierte Innenentwicklung in den Gemeinden stellt sicher, dass möglichst wenig zusätzlicher Landverbrauch für das Wohnen nötig wird. Neueinzonungen sind fast nur für den ESP Wil West vorgesehen.

Finanzierung noch unklar

Die Massnahmen werden von Bund, Kantonen und Gemeinden finanziert. Derzeit ist unklar, wie die Finanzierung auf Bundesebene künftig aussehen wird. Im politischen Prozess muss dort um Milliarden gerungen werden.