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Ein besonderes Hochzeitsgeschenk: Rickenbacherin sichert
den Lisengrat

Luzia Hunziker-Neff aus Rickenbach war im Juli im Alpstein unterwegs – nicht als Wanderin, sondern als Wegmacherin auf Zeit.
Zita Meienhofer
Für Luzia Hunziker-Neff erfüllte sich ein Traum. Sie war einen Tag mit dem Wegmacher des Alpsteins, Patric Hautle, unterwegs. (Bilder: PD)

Für Luzia Hunziker-Neff erfüllte sich ein Traum. Sie war einen Tag mit dem Wegmacher des Alpsteins, Patric Hautle, unterwegs. (Bilder: PD)

Luzia Hunziker-Neff ist sehr sportlich, wandert gerne in den Bergen und ist fasziniert vom Alpstein. So wünschte sie sich schon vor Jahren, dabei zu sein, wenn die Wanderwege signalisiert werden. Dieser Wunsch blieb während zwölf Jahren ein Wunsch – bis zu ihrer Hochzeit. Dann erfüllte ihr eine Kollegin diesen Traum und schenkte ihr einen Gutschein, den sie berechtigte, einen Tag mit dem Wegmacher vom Alpstein unterwegs zu sein. Sie brauchte nur noch das Datum zu fixieren.

Seile spannen statt Wege signalisieren

Auf der Schwägalp traf sie Patric Hautle, den Wegmacher des Alpsteins. Mit der ersten Bahn ging es auf den Säntis. «Bereits die Bergfahrt war interessant», sagt Luzia Hunziker-Neff, «Patric Hautle weiss sehr viel über die Begebenheiten am Berg und kennt die Leute.» Nach einem Kaffee im «Alten Säntis» ging es zum Lisengrat, dem Berggrat zwischen dem Säntis und dem Rotsteinpass. Sie bekam die Akku-Schleifmaschine zum Tragen. Gleichzeitig sagte ihr Patric Hautle, dass heute keine Farbe aufgetragen, die Wanderwege also nicht neu markiert würden. «Da war ich für kurze Zeit sehr enttäuscht», so die 37-Jährige. Hautle erklärte ihr anschliessend, dass das Signalisieren eine sehr langweilige Arbeit sei. «Vor dem Auftragen der Farbe muss die Stelle geputzt werden, es gibt Wartezeiten während des Trocknens und es muss gut darauf geachtet werden, damit die Farben nicht ineinanderlaufen.»

Beheben, was behoben werden muss

Patric Hautle und Luzia Hunziker-Neff spannten an diesem Tag die Sicherheitsseile am Rande des Wegs vom Säntis zum Rotsteinpass. Diese werden während der Winterzeit gelöst und auf den Boden gelegt und mit Beginn der Bergsaison – wenn der Schnee weniger wird und die Wege für die Öffentlichkeit freigegeben werden – wieder installiert, stetig kontrolliert und nachgespannt. In den vergangenen Jahren wurde bereits im Juni nachgespannt. Weil dieses Jahr noch lange Schnee lag, der Weg nicht offen war, wurde diese Arbeit erst während der Sommerferien verrichtet. Auf dem Weg sah Hautle Treppentritte, die noch ausgebessert werden mussten. Da galt es zu improvisieren, denn nicht alles Material war im Rucksack untergebracht. Er entdeckte auch weitere Mängel auf der Strecke, die behoben werden mussten. Was er sogleich reparieren konnte, reparierte er. Was nicht möglich war, fotografierte er, damit er weiss, welches Material benötigt wird.

Die Ereignisse des Winters sind sehr präsent

Am Mittag erreichten die Beiden den Rotsteinpass. «Wie schon im ‹Alten Säntis› wurden wir auch hier sehr freundlich empfangen. Die Wirte im Alpstein sind offen und dankbar und ich wurde äusserst wohlwollend behandelt», erzählt Luzia Hunziker-Neff, begeistert von ihren Eindrücken während des Tages. Sie war erstaunt, dass Hautle und sie bei den Bergwirten freies Gastrecht geniessen durften. So erfuhr sie, dass nach altem Brauch der Wegmacher gratis Kost und Logis erhält. Freundlich und dankbar zeigten sich auch die vielen Wanderer, denen Hautle und seine Begleiterin begegneten.

Und, immer wieder war der vergangene Winter ein Thema, der viele Schnee und vor allem die Lawinenabgänge und ihre Folgen. «Der Schrecken sitzt immer noch in den Knochen», sagt Luzia Hunziker-Neff, beim Personal der Bahn, bei den Bergwirten, bei den Älplern wie auch bei den Wanderern. Etliche Schäden sind noch sichtbar. «Vom Lisengrat in Richtung Toggenburg sah ich eine Alphütte, die richtig zerquetscht war.»

Nach dem Mittag kehrten die Beiden zurück zum «Alten Säntis». Von dort ging es via Himmelsleiter und «Blauer Schnee» zum Mast 2. Auch auf dieser Strecke wurden wieder Sicherheitsseile kontrolliert und nachgespannt.

Trittsicherheit und Kondition sind Voraussetzung

«Es war eine schöne Erfahrung», sagt Luzia Hunziker-Neff Tage später. Sie war beeindruckt davon, was im Alpstein für die Wanderer getan wird und welcher Aufwand dahintersteckt. Schön empfand sie die Dankbarkeit der Wanderer gegenüber Patric Hautle. Und dann war da noch etwas, was sie besonders faszinierte: «Wir haben den ganzen Tag sehr viele Steinböcke gesehen.» Die Arbeit sei streng, Trittsicherheit und eine gute Kondition seien Voraussetzung, um diese Arbeit meistern zu können.

Luzia Hunziker-Neffs Wunsch ging in Erfüllung dank des Hochzeitsgeschenks ihrer Kollegin. Das fand Patric Hautle witzig und stellte seine Begleiterin den Leuten, die sie unterwegs antrafen, mit folgendem Satz vor: «Das ist Luzia. Ihr Hochzeitsgeschenk ist, mir zu helfen.»

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