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«Ein ausverkaufter Saal ist nicht das oberste Ziel»

Nachgefragt
Andrea Häusler
Auf den ersten Blick wirkt Christoph Simon schüchtern und etwas zerstreut. Nach spätestens fünf Minuten tanzt seine spitze Zunge indes gnadenlos ehrlich auf einem aus reichlich schwarzem Humor gewobenen Teppich. (Bild: Christine Gregorin)

Auf den ersten Blick wirkt Christoph Simon schüchtern und etwas zerstreut. Nach spätestens fünf Minuten tanzt seine spitze Zunge indes gnadenlos ehrlich auf einem aus reichlich schwarzem Humor gewobenen Teppich. (Bild: Christine Gregorin)

Seit mehreren Jahren organisiert die SpurBar-Crew im Flawiler Pfarreizentrum ein vielseitiges Kulturprogramm. Ihr Engagement versteht die Crew – mittlerweile als Verein organisiert – als Dienst an der Gemeinschaft. Namhafte Künstler haben hier schon ihr Programm auf die Bühne gezaubert: Simon Enzler etwa, Claudio Zuccolini, Michael von der Heide, Michel Gammenthaler, The Dusa Orchestra, Flurin Caviezel, Fabian Unteregger, Heinz de Specht oder auch die Duos Lapsus, bzw. Messer & Gabel usw. Diese nebst vielen lokalen Künstlern, die bewusst ins Programm integriert werden.

Hans Brändle, wer entscheidet, welche Künstler in der Spurbar auftreten?

Brändle: Für das Programm ist ein Team von fünf Personen zuständig. Ehrenamtlich mitwirkende Personen, die aufgrund verschiedener Kriterien darüber befinden, welche Künstler verpflichtet werden sollen. Oder vielmehr die Qual der Wahl haben. Denn das Angebot ist riesig. Wöchentlich erreichen mich im Durchschnitt zwei Mails von Agenturen, die ihre Künstler platzieren wollen. Inzwischen wissen wir aus Erfahrung, dass wir pro Saison sieben bis neun Anlässe stemmen können.

Welches sind die zentralen Entscheidungskriterien?

Wir möchten ein abwechslungsreiches Programm mit Künstlern aus der unmittelbaren Umgebung, aber auch aus der nationalen und internationalen Szene bieten. Wobei der Schwerpunkt klar auf dem Genre Kabarett/Comedy liegt. Ziel ist eine attraktive Mischung aus Künstlern, die bereits hier aufgetreten sind und vom Publikum nachgefragt werden sowie neuen Künstlern. Schliesslich geht es darum abzuschätzen, ob wir uns den Kabarettisten, Comedian oder das Ensemble überhaupt leisten können. Wir müssen den Auftritt über den Ticketverkauf finanzieren können. Denn Subventionen erhält die Spurbar nicht.

In welcher Grössenordnung bewegen sich denn die Gagen pro Auftritt?

Das variiert stark und konkrete Zahlen dürfen nach aussen generell nicht kommuniziert werden. Grob geschätzt liegen die Künstlergehälter jedoch zwischen 2000 und 10000 Franken.

Und was, wenn nach einer Veranstaltung ein Defizit resultiert?

Es ist uns gelungen, in den vergangenen 15 Jahren ein gewisses Eigenkapitalpolster aufzubauen. In den Anfängen standen wir jedoch voll im Risiko.

Zurück zur Programmgestaltung. Christoph Simon ist eine Koryphäe der Branche. Wie brachten Sie ihn nach Flawil?

Ich selber habe Christoph Simon früher schon auf der Bühne erlebt. Damals allerdings mit einem anderen Programm. Sein Auftritt hatte mich begeistert. Entsprechend schlug ich ihn für ein Gastspiel in Flawil vor. Das war vor rund anderthalb Jahren. Soviel Vorlaufzeit ist üblich, wenn Künstler gebucht werden. Also: Das lief auf ganz normalem Weg.

Simon wird dieses Frühjahr mit dem «Salzburger Stier» ausgezeichnet, dem Radio-Oscar unter den Kabarettpreisen. Dennoch war das Pfarreizentrum nicht ausverkauft.

Nicht ganz ausverkauft. Aber gut gebucht. Im Vorverkauf gingen 160 Tickets weg. (Anm. d. Red: Das Pfarreizentrum verfügt über 250 Plätze.) Man muss berücksichtigen, dass Christoph Simon erstmals in Flawil auftrat. Zum zweiten wurde er als Träger des «Salzburger Stiers» ernannt, aber noch nicht ausgezeichnet. Der Preis wird ihm in Sachen Bekanntheit international nochmals einen Schub geben. Von diesem Effekt konnten wir nicht profitieren. Bleibt noch hinzuzufügen, dass wir nicht nur Künstler verpflichten, bei denen ein volles Haus so gut wie garantiert ist: Ein voller Saal ist nicht oberstes Ziel. Christoph Simon ist so gut, dass wir ihn hier haben wollten – mit (fast) allen Risiken.

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