Ein ausgezeichneter «Kulturmultifunktionär»

Nach neun Jahren vergibt die Stadt Wil wieder einen Kulturpreis. Diesmal an den Ur-Wiler Ruedi Schär. Die für ihn gewählte Bezeichnung «Kulturmultifunktionär» deutet auf sein breites Engagement hin.

Ursula Ammann
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Ruedi Schär Preisträger (Bild: PD)

Ruedi Schär Preisträger (Bild: PD)

Auf seiner Idee ist der Wiler Turm aufgebaut. Auf seine Initiative entstanden Anlässe wie die Altstadtserenade oder die Weinstrasse. Auf seine Impulse und Inspirationen ist immer wieder Verlass. Die Rede ist vom Ur-Wiler Ruedi Schär. Die Liste der Vereine, in denen er sich engagiert hat oder das immer noch tut, ist lang. Wil Tourismus, die Theatergesellschaft Wil und die Bühne 70 sind nur Beispiele. Bei ersteren zwei wirkte Ruedi Schär mehrere Jahrzehnte mit. Genau so lange ist er auch als Stadtführer tätig. Dabei zeigt er Interessierten die Juwelen seiner Heimatstadt Wil, unter anderem den Hof, wo er aufgewachsen ist.

Für sein Engagement, das vor allem im kulturellen Bereich angesiedelt ist, soll der «Kulturmultifunktionär» nun den Kulturpreis erhalten. Das hat die Kulturkommission der Stadt Wil einstimmig beschlossen. Trotz aller Freude über diese Ehre meldete Ruedi Schär zuerst Bedenken an. Er ist selbst Mitglied der Kulturkommission und hat in dieser Funktion selbst schon etliche Wilerinnen und Wiler mit einem Preis ausgezeichnet. Von seiner eigenen Prämierung erfuhr er aber erst, als sie bereits beschlossene Sache war, denn die Kulturkommission hatte sich «hinter seinem Rücken» zu einer Sitzung getroffen. «Aufgrund dieser speziellen Situation habe ich mir zuerst einen Tag Bedenkzeit ausbedungen», sagt Ruedi Schär. Er hat sich dann entschieden, ihn anzunehmen. «Ob ich den Preis verdient habe oder nicht, müssen andere entscheiden», sagt er. «Ich freue mich auf jeden Fall darüber, will mich jetzt aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen.» Zu seinen zukünftigen Projekten gehört unter anderem eine erneute Durchführung der Wiler Weinstrasse.

Künftig alle fünf bis sechs Jahre

Zum letzten Mal wurde der Kulturpreis an den gebürtigen Wiler Bariton Kurt Widmer vergeben. Das ist mittlerweile fast zehn Jahre her. Bisher war der Preis mit 10 000 Franken dotiert. Neu liegt der Betrag bei 12 000 Franken. Er wird je zur Hälfte durch die Stadt, respektive durch die Ortsbürger beigesteuert. Gemäss dem neuen Kulturreglement der Stadt Wil soll der Preis künftig alle fünf bis sechs Jahre verliehen werden.

Nebst dem Kulturpreis verleiht die Stadt Wil am 23. November auch weitere Preise. Darunter den Förderpreis, der diesmal an den Filmschaffenden Fabian Kaiser geht. Den Anerkennungspreis erhält dieses Jahr die Künstlerin Erna Hürzeler. Erstmals vergibt die Stadt auch ein Bick-Atelierstipendium, welches der jungen Schriftstellerin Bettina Scheiflinger zugesprochen wird.

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