Ein Angebot verschwindet

Abbau Der Avec-Shop in Eschlikon und die Post in Sirnach dürfen künftig keine Bahnbillette mehr verkaufen. Dabei gehen die Senioren vergessen, sagt ein Gemeinderat.

Amy Douglas
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Es rentiert nicht mehr. Die SBB haben die Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern wie Valora und der Post gekündigt (diese Zeitung berichtete). Per Anfang des Jahres 2018 will das Bahnunternehmen seine Billette nur noch selber verkaufen. Grund dafür sind die sinkende Nachfrage sowie die Zunahme über Internet und mobile Geräte.

In Eschlikon verkauft der Avec-Shop im Bahnhof zurzeit noch Bahntickets. Geschäftsführer Jens Matthewes wollte sich auf Anfrage nicht äussern, sondern verwies direkt ans Mutterhaus, Kioskbetreiberin Valora. Deren Mediensprecher Mladen Tomic bedauert den Entscheid der SBB. «Der Billettverkauf in den Läden nimmt grossen Einfluss auf deren Frequentierung», sagt er. Wie gross der Anteil am Umsatz des Avec in Eschlikon ist, kann Tomic nicht sagen. «Wir kommunizieren nicht in solch tiefen Ebenen.» Das volle Ausmass der Änderung ist noch nicht auszumachen. So können beispielsweise noch keine genauen Angaben gemacht werden, ob durch die Streichung des Ticketangebots Stellenprozente oder gar Arbeitsplätze verlorengehen werden. «Es ist noch zu früh, um solche Entwicklungen vorherzusagen», sagt Mladen Tomic, «wir sind gespannt, wie es sich entwickelt.»

Die Post will sich nicht äussern

Bernhard Braun, im Eschliker Gemeinderat für den öffentlichen Verkehr zuständig, bedauert, dass beim SBB-Entscheid die ältere Generation vergessen ging: «Es gibt viele ältere Leute, die mit den elektronischen Alternativen ganz klar überfordert sind.»

Neben dem Eschliker Avec ist im Bezirk Münchwilen die Poststelle in Sirnach betroffen. Deren Medienstelle will sich nicht zum Entscheid der SBB äussern.