Ein albanischer Kulturtag im Toggenburg

Die FDP Bütschwil, das Albanische Institut St. Gallen und die Gesellschaft Schweiz-Albanien organisieren im Juni einen albanischen Kulturtag. Der Anlass soll Missverständnisse über die Albaner beseitigen und das gegenseitige Verständnis fördern.

Martin Knoepfel
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Rolf Alther, Peter Bärlocher und Albert Ramaj freuen sich auf den albanischen Kulturtag. (Bild: Martin Knoepfel)

Rolf Alther, Peter Bärlocher und Albert Ramaj freuen sich auf den albanischen Kulturtag. (Bild: Martin Knoepfel)

BÜTSCHWIL. Die Idee kommt aus der FDP Bütschwil. Nach dem türkischen und dem tibetischen Kulturtag findet am 7. Juni ein albanischer Kulturtag statt. Die Organisatoren Peter Bärlocher, Albert Ramaj und Rolf Alther informierten in Bütschwil über das Programm.

Es sei ihm ein Anliegen, nicht nur von der Integration zu sprechen, sondern auch etwas dafür zu tun, sagte Peter Bärlocher, Präsident der FDP Bütschwil. In Bezug auf die Albaner gebe es viele Missverständnisse. Oft verwechsle man Kosovo-Albaner, Mazedonier und Albaner. Peter Bärlocher zieht den Vergleich zu den Deutschschweizern, Österreichern und Deutschen. Es gebe eine gemeinsame Sprache, aber jede Gruppe habe ihre eigene Kultur. Er habe beim Kontakt mit Albanern immer gestaunt, wie offen diese seien, sagt Peter Bärlocher. Ein weiteres Ziel des Kulturtages bestehe darin, zu zeigen, dass Albaner friedlich festen könnten.

Essen, Information, Tanz

Man könnte das bekannte Sprichwort abwandeln und sagen, dass das Verständnis durch den Magen geht. Das Programm des Kulturtags folgt denn auch einem an solchen Anlässen bewährten Muster.

Um 10.30 Uhr findet ein gemeinsamer albanisch- und deutschsprachiger Gottesdienst in der Pfarrkirche Bütschwil statt, zu dem auch Nichtkatholiken willkommen sind. Der Kirchenbesuch am Sonntag habe bei vielen christlichen albanischen Familien einen hohen Stellenwert. Deshalb habe man den Priester gebeten, den Gottesdienst statt in Wil oder Frauenfeld in Bütschwil zu feiern, sagte Peter Bärlocher. Die Organisatoren erhoffen sich davon mehr Zustrom für den Kulturtag. Sie rechnen laut eigener Aussage mit etwa 300 Besuchern. In der Turnhalle Dorf haben fast 400 Personen Platz. Angesagt hat sich unter anderem auch der albanische Botschafter.

In der Turnhalle wird ab 11.30 Uhr ein albanisches Menu serviert – zu moderaten Preisen, damit auch Familien sich das Essen leisten könnten «und die Mütter am Sonntag nicht kochen müssen», betonte Peter Bärlocher. Man werde aber auch Bratwürste anbieten für die, die nicht albanisch essen wollten, fügt er bei. Die Köchin sei eine moslemische Frau aus Mazedonien und ihre Helferinnen Katholikinnen aus dem albanischen Mütterverein, ergänzte Albert Ramaj vom Albanischen Institut St. Gallen.

Informationen und Tanz

Weiter auf dem Programm stehen Referate von Rolf Alther zum Thema Wirtschaft und von Albert Ramaj zum Thema Geschichte. Aufgelockert wird der Anlass durch Auftritte der albanischen Tanzgruppe «Ansabel Arberesha» und durch einen Wettbewerb, bei dem man ein filigranes Schmuckstück gewinnen kann.

Angst vor Zwischenfällen haben die Organisatoren keine. Am Kulturtag vor neun Jahren – das Thema war damals die Türkei – habe es jedenfalls keine unliebsamen Vorkommnisse gegeben, sagte Peter Bärlocher. Albert Ramaj und Rolf Alther betonten, sie hätten von albanischer respektive Schweizer Seite nur ein positives Echo gehört.

Albanischer Kulturtag: Sonntag, 7. Juni, Turnhalle Dorf, Bütschwil, Beginn 11.30 Uhr. Gottesdienst: 10.30 Uhr Pfarrkirche Bütschwil.