Ein Affront gegenüber den älteren Einwohnern: Niederuzwiler befürchteten die Aufhebung ihrer Entsorgungsstelle – Nun gibt die Gemeinde ihre Pläne bekannt

Die Sammelstelle am Niederuzwiler Marktplatz könnte in den neuen Werkhof, der 2024/25 am Hummelweg gebaut werden soll, integriert werden, heisst es von Seiten der Gemeinde. Damit wäre auch das Problem der Lärmbelastung gelöst.

Tobias Söldi
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Die Sammelstelle am Marktplatz in Niederuzwil soll in den Neubau des Werkhofs integriert werden.

Die Sammelstelle am Marktplatz in Niederuzwil soll in den Neubau des Werkhofs integriert werden.

Bild: Florian Osterwalder

Alfred und Ursula Grunder sind verärgert – und mit ihnen «viele Bewohnerinnen und Bewohner Niederuzwils», wie sie in einem Leserbrief an die «Wiler Zeitung» schreiben. Der Grund: Ende April deutete die Gemeinde an, dass die Tage der Sammelstelle am Marktplatz in Niederuzwil gezählt sein könnten. Im Mitteilungsblatt hiess es:

«Im Rahmen der generellen Überprüfung des Entsorgungsangebotes steht auch zur Diskussion, die Sammelstelle am Marktplatz aufzuheben.»

Dies, weil oberirdische Sammelstellen wie jene in Niederuzwil eine grosse Lärmbelastung für die Nachbarschaft darstellten.

Keine beschlossene Sache also – aber das Wörtchen «aufheben» stand geschrieben. Zudem reduzierte die Gemeinde in den vergangenen Wochen, wie im selben Mitteilungsblatt angekündigt, die Zahl der Glas-Sammelcontainer am Marktplatz.

Affront gegenüber der älteren Bevölkerung

Für die Grunders keine erfreuliche Entwicklung:

«Meine Frau und ich haben kein Auto und sind auch nicht mehr so mobil, dass wir die schweren Taschen drei Kilometer zum Bahnhof Uzwil schleppen können.»

Und, fügen sie an, es gebe ohne Zweifel sehr viele Leute, die in der gleichen Lage wie sie seien.

Diese Sorge äusserten auch zwei weitere Niederuzwiler Leserbriefschreibende, die sich in den vergangenen Wochen in dieser Angelegenheit zu Wort gemeldet haben. Eine Aufhebung käme einem Affront gegenüber dem älteren und wenig mobilen Teil der Niederuzwiler Bevölkerung gleich, so der Tenor.

Zudem würden die dann zusätzlich anfallenden Entsorgungsfahrten zur neuen Sammelstelle am Bahnhof von Uzwil westlich des Güterexpeditionsgebäudes Mehrverkehr und Lärm für die dortigen Anwohnerinnen und Anwohner bedeuten, befürchteten die Kritiker weiter.

Die neue Sammelstelle am Bahnhof Uzwil.

Die neue Sammelstelle am Bahnhof Uzwil.

Bild: PD

280 Meter vom jetzigen Standort entfernt

Auf Nachfrage schafft Uzwils Verwaltungsleiter Thomas Stricker Klarheit, was die Zukunft der Sammelstelle in Niederuzwil betrifft. Aktuell werde am Anforderungsprofil für den Werkhof gearbeitet, der 2024/25 am Hummelweg gebaut werden soll. Die Sammelstelle Marktplatz könnte – falls sich nicht noch eine bessere Lösung finde – dort integriert werden. Das wäre 280 Meter vom jetzigen Standort entfernt, weg vom Siedlungsgebiet und beaufsichtigt. Stricker:

«Die Integration der Sammelstelle Marktplatz in den Neubau des Werkhofs ist, Stand heute, die favorisierte Variante.»
Thomas Stricker, Verwaltungsleiter Uzwil.

Thomas Stricker, Verwaltungsleiter Uzwil.

Entsprechend dürfte sich die Zukunft der Sammelstelle Marktplatz spätestens im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben des neuen Werkhofs klären.

Zurück zum ursprünglichen Bestand der Sammelstelle

Aber was hat es mit der Reduzierung der Anzahl Glas-Sammelcontainer am Marktplatz auf sich? Ist dies doch ein erster Schritt Richtung vollständige Aufhebung? Die Sorgen sind unbegründet.

Thomas Stricker erklärt: Durch die Schliessung der Sammelstelle an der Uzwiler Lindenstrasse im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben wurden die dort stationierten Glascontainer zusätzlich an die Sammelstelle am Marktplatz verlegt, um einen Engpass bei den Entsorgungsmöglichkeiten zu verhindern.

Nachdem die neue Sammelstelle beim Bahnhof nun funktioniert und genutzt werde, würden diese Container wieder aus Niederuzwil weggeschafft. Stricker erklärt:

«Es bleibt der ursprüngliche Bestand der Sammelstelle, ausgerichtet auf die Niederuzwiler Verhältnisse.»
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