Ein Affront an die Bürger

«Osten lässt sich das nicht gefallen» Wiler Zeitung vom 11. Juni

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LESERBRIEF

Endlich, endlich, kam es zu einer solchen Veranstaltung. Bedeutsam für die Sensibilisierung in unserer Region. Wer einigermassen mit der Materie vertraut ist, vernahm nichts Neues. Der Vortrag des Bazl-Vertreters Schulthess war sachlich, blieb aber unverbindlich. In der Lärmfrage wurde primär der Ist-Zustand diskutiert, das vom Flughafen und Bazl favorisierte neue Ostkonzept wurde kaum angesprochen.

Zur Erinnerung Anflug im geplanten neuen Ostkonzept: 18 bis Mitternacht sowie bei Westwindwetter. Alle Anflüge werden nahe Schleitheim gebündelt, in direkter Linie über Frauenfeld geführt, es folgt eine sanfte Kurve Richtung Ost, dann eine enge Kurve Richtung Süd, dann über Zuzwil, Henau, Jonschwil, Kirchberg.

Einen Teil des Fluglärms müssen wir übernehmen, keine Frage, aber im neuen Ostkonzept werden es dann während der Abend- und Nachtstunden und bei Westwindwetter 100 Prozent sein. Zusammen mit dem vom Flughafen und Bazl geplanten Ausbau der Piste 28 und den Schnellabrollwegen verspricht das Ableitungen über unseren Köpfen im Minutentakt. Der Flughafen Zürich fand es nicht für nötig, einen Vertreter an die Veranstaltung zu entsenden. Noch weit bedenklicher: Auch die St. Galler Regierung glänzte durch Abwesenheit. Dass der dossierführende Regierungsrat Benny Würth nicht gleichzeitig an zwei Orten sein kann, ist verständlich. Aber die Regierung hat noch mehr Mitglieder. Nicht einmal einen Chefbeamten aus dem Departement Würth mit Dossierkenntnissen schickte man nach Wil. Ein Affront der St. Galler Regierung an die Bürger der Region Wil sondergleichen.

Peter Link

Alpsteinstrasse 12B, 9524 Zuzwil