Ein Abend im Scheinwerferlicht

UZWIL. Die Sportlerehrung hat ausgedient. An der Bürgerversammlung vom Montag stehen nicht mehr Spitzenresultate im «Mittelpunkt». Gewürdigt werden Uzwilerinnen und Uzwiler mit besonderer Leistung oder leidenschaftlichem Engagement.

Urs Bänziger
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Legende mag

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Nach acht Jahren habe die Uzwiler Sportlerehrung an Glanz verloren, sagt Gemeindepräsident Lucas Keel. Deshalb hat der Gemeinderat entschieden, für die Bürgerversammlung vom nächsten Montag etwas anderes, etwas Neues auf die Beine zu stellen. «Wir wollten ein neues Format finden, das kürzer, überraschender, anders und entwicklungsfähiger ist», erklärt der Gemeindepräsident. Das neue Konzept heisst «Mittelpunkt».

Der Fokus liegt nicht mehr nur auf dem Sport und messbaren Spitzenleistungen, sondern richtet sich auf eine besondere Leistung oder ein besonderes Engagement einer Einzelperson und von Gruppen. Auch Menschen, die hinter den Kulissen arbeiten, sollen ins Scheinwerferlicht gestellt und gewürdigt werden.

Muss nicht Giacobbo heissen

«Idee des neuen Konzepts ist es, auf Menschen zu treffen, denen man sonst vielleicht nie begegnen würde. Im Mittelpunkt zu stehen, soll für sie und das Publikum ein erfrischendes Erlebnis sein», erklärt Keel. «Wir wollen Uzwilerinnen und Uzwiler in den Mittelpunkt stellen und aufzeigen: Was ist ihre Idee, was treibt sie an und wie machen sie es genau?»

Und was müssen die Uzwilerinnen und Uzwiler tun, damit sie sich in den «Mittelpunkt» stellen können? «Sie müssen nicht Viktor Giacobbo heissen», sagt der Gemeindepräsident mit einem Schmunzeln.

Keine Preisverleihung

Es gebe keine formalen Kriterien. «Wir verstehen den <Mittelpunkt> nicht als eine Preisverleihung und auch nicht als eine Ehrung. Deshalb darf der Zufall mit auswählen.» Sicher müssten die gewürdigten Personen dem Gemeinderat auffallen; sei es mit einer besonderen Fähigkeit oder einem leidenschaftlichen Engagement. «Das kann weiterhin der Sport, aber auch die Musik, Mathematik, Fotografie, die Funktion als Jugendtrainer, Vereinspräsidentin, Helfer oder Tüftler sein – einfach aussergewöhnlich», erklärt Keel.

Aufgabe des Gemeinderates sei es, Augen und Ohren offen zu halten, um zu erfahren, was in der Gemeinde los sei. Mit dem «Mittelpunkt» sei der Gemeinderat auch gezwungen, mal in neue Ecken zu blicken. Tips aus der Bevölkerung nimmt er aber trotzdem gerne entgegen. «Wir kennen nicht alle und nicht alles», betont der Gemeindepräsident.

Der Gemeinderat hofft, dass mit dem «Mittelpunkt» das Interesse der Uzwilerinnen und Uzwiler geweckt und die Bürgerversammlung am Montag im Gemeindesaal gut besucht sein wird.