Eigenes Glasfasernetz: Sie schreiten ins Ungewisse

Die Gemeinde Schönholzerswilen baut in den kommenden Jahren ein eigenes Glasfasernetz auf. Nach langer, intensiver Debatte stimmte der Souverän schliesslich deutlich dem 1,8-Millionen-Kredit zu. Vorgängig hatte es eine Gemeinderat-Sondersitzung im Gang des Mehrzweckgebäudes gegeben.

Mario Testa
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Gemeindepräsident Fredy Oettli hatte einiges zu tun. (Bild: Mario Testa)

Gemeindepräsident Fredy Oettli hatte einiges zu tun. (Bild: Mario Testa)

SCHÖNHOLZERSWILEN. Sie wollen weg vom Monopol der Swisscom, weg von den limitierenden Kupferleitungen. Die Gemeinde Schönholzerswilen beginnt mit dem Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes. Das hat der Souverän an der Gemeindeversammlung mit 54 Ja- zu 14 Nein-Stimmen bei einigen Enthaltungen beschlossen und dem Kredit über 1,8 Millionen Franken zugestimmt. Vorausgegangen waren der Abstimmung vier Referate, eine intensive Debatte und sogar eine spontan einberufene Gemeinderat-Sondersitzung im Gang der Mehrzweckhalle Schönholzerswilen.

Versorgung wie beim Wasser

Fast zwei Stunden dauerte die Besprechung des Traktandums. Gemeindepräsident Fredy Oettli und der zuständige Gemeinderat Ernst Schärer, aber auch Gerhard Glükler von Elektrizität Thurgau (EKT) und Lukas Etzweiler von der Beratungsfirma Click to move stellten das Glasfaserprojekt umfassend vor. «Ich vergleiche die Datenleitungen gern mit Wasser. Früher waren auch nicht jeder Weiler und Hof an die Wasserversorgung angeschlossen, sie mussten sich auf eigene Quellen verlassen – und das ging zulasten der Wasserqualität und -menge», sagte der Gemeinderat. «Heute kann man sich ein Gebäude ohne Anschluss an die Wasserversorgung nicht mehr vorstellen. Mit der Glasfaser ist es dasselbe.» Er sei sich bewusst, dass jeder Schritt in die Zukunft auch ein Schritt ins Ungewisse sei. «Aber solche Schritte sind nötig, um voranzukommen.»

Eine einmalig günstige Chance

Einige der 90 Stimmberechtigten in der Mehrzweckhalle löcherten den Gemeinderat und die Fachleute dann mit Fragen. Und es wurde der Antrag gestellt, das Geschäft auf die nächste Versammlung zu verschieben, um mehr Zeit zur Entscheidungsfindung zu haben. Dieser Antrag wurde jedoch mit 29 zu 46 Stimmen abgelehnt.