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Ehemaliger HSG-Student ist neuer Guardian im Kapuzinerkloster Wil

Bruder Benno Zünd ist seit dem 1. August der neue Guardian im Kapuzinerkloster in Wil. Am Sonntag wurde sein Vorgänger, Bruder Josef Haselbach, verabschiedet – nach elf Jahren.
Tobias Bruggmann
Das Velo war sein Markenzeichen: Josef Haselbach (rechts) geht und übergibt das Amt des Guardians an Bruder Benno (links). (Bild: Tobias Bruggmann)

Das Velo war sein Markenzeichen: Josef Haselbach (rechts) geht und übergibt das Amt des Guardians an Bruder Benno (links). (Bild: Tobias Bruggmann)

Zum Abschied gab es ein Messer. Stadtpfarrer Roman Giger überreichte dem scheidenden Guardian Josef Haselbach ein Sackmesser und überbrachte anhand der verschiedenen Funktionen des Messers seine symbolischen Wünsche für Haselbach: ein Kompass, um die richtige Richtung zu finden, ein Dosenöffner, um die Offenheit zu bewahren, und ein Korkenzieher, um auch mal eine Pause einzulegen.

Bruder Josef Haselbach amtete elf Jahre lang in Wil. Nicht nur im Kloster, sondern auch in der Pfarrei und der Spitalseelsorge. Gerade Letzteres habe ihm besonders gefallen, sagt Haselbach: «Hier war ich direkt bei den Leuten. Doch die ganze Einbindung in die Pfarrei und die Behörden war sehr gut.»

Zu Fuss nach Assisi

Haselbach hat das Amt als Guardian schon am 1. August abgegeben. Seither war er unterwegs und reiste nach Assisi in Italien. Die Reise sei eine Befreiung gewesen, erzählte er in seiner letzten Predigt in Wil. Dabei war Haselbach nicht mit dem Auto oder dem Bus unterwegs. Er ist die ganze Strecke zu Fuss gegangen.

«Ich laufe sehr viel. Immer, wenn ich das Kloster gewechselt habe, bin ich die Strecke gelaufen.»

Deshalb geht er auch schon heute wieder los, zum Kloster nach Seebach. Natürlich zu Fuss, ausgerüstet mit Trekking-Sandalen. In Seebach bleibt Haselbach aber nur kurz, ein Sprachaufenthalt in England steht an, was danach kommt, ist noch nicht klar.

Dass Haselbach in Wil beliebt war, beweisen die vielen Gottesdienstbesucher. Dicht gedrängt sitzen diese in der Kirche und lauschen den Worten des scheidenden Guardians.

Auch beim anschliessenden Apéro ist Haselbach ein gefragter Mann. Selbst Stadtpräsidentin Susanne Hartmann lässt es sich nicht nehmen, bei der offiziellen Verabschiedung dabei zu sein: «Wir hatten ein ausgesprochen gutes Verhältnis. Das Kloster ist sehr wichtig für die Stadt, insbesondere für die Kirchgemeinde und die Spitalseelsorge.»

Harmonie im Kloster beibehalten

Die Stadtpräsidentin weiss dann auch genau, was sie dem neuen Guardian wünscht

«Immer, wenn wir im Kloster waren, haben wir die besondere Harmonie gespürt, die hier herrscht. Ich wünsche dem neuen Guardian, dass er diese erhalten kann.»

Der neue Guardian heisst Benno Zünd. Er ist bereits seit fünf Jahren in Wil, kennt deshalb viele Menschen. Die neue Aufgabe bringt aber Veränderungen: «Vorher habe ich viel für die Pfarrei gearbeitet, jetzt werde ich im Kloster präsenter sein», sagt Zünd.

Grösstes Kapuzinerkloster der Schweiz

Im Wiler Kloster leben derzeit 20 Männer. Damit ist es das grösste Kapuzinerkloster der Schweiz. Es wird jedoch als Altersheim geführt, denn der Altersdurchschnitt liegt bei 81 Jahren, nur vier Bewohner sind unter 70 Jahre alt.

Der Start verlief für den neuen Guardian auch gleich turbulent:

«Nach einer Woche musste ich zwei Mitbrüder notfallmässig ins Spital fahren.»

Die neue Aufgabe sei jedoch kein Stress, betont Bruder Benno: «Die Leute hier sind mir nicht fremd. Und ich bin ja nicht alleine.»

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