Ehemalige Mühle verwandelt sich in 10'000 Kubikmeter Betongranulat

Von der ehemaligen Eberle Mühlen AG in Rickenbach sind nur noch ein geschütztes Betriebsgebäude, das Bürogebäude und etwa 10'000 Kubikmeter Betonabbruch übrig. In wenigen Wochen beginnt der Aushub: 10'000 Kubikmeter Erdreich werden dabei verschoben.

Hans Suter
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Am Montag machte sich der Rückbaubagger an den letzten Teil der alten Siloanlagen. (Bilder: Hans Suter)

Am Montag machte sich der Rückbaubagger an den letzten Teil der alten Siloanlagen. (Bilder: Hans Suter)

Vom 52 Meter hohen Rickenbacher Silo, dem heimlichen Wahrzeichen des bald 3000 Einwohner zählenden Thurgauer Dorfs, ist von weitem nichts mehr zu sehen. Erst wer sich der Baustelle nähert, findet noch Überreste, etwa die mit Betonabbruch gefüllten Untergeschosse und ein Berg voller Betongranulat sowie ungewöhnlich grosse Baumaschinen. Innerhalb dreier Monate wurden die einstigen Mühlbauten mit den grössten Rückbaubaggern Europas förmlich zermalmt.

Am Donnerstag waren nur noch die mit Abbruchbeton gefüllten Untergeschosse übrig.

Am Donnerstag waren nur noch die mit Abbruchbeton gefüllten Untergeschosse übrig.

Fast reibungslos verlaufen

Bislang ist alles gut verlaufen, wie Bauführer Ruedi Signer vom beauftragten Bauunternehmer Vetter AG erklärt. «Ende Januar ist der Rückbau beendet und es beginnt der Aushub.» Dass alles nahezu reibungslos verlief, ist keine Selbstverständlichkeit. Nebst viel Wetterglück stand auch die Gebäudestatik auf der Seite der Bauarbeiter.

Herausforderungen wurden gemeistert

Ein Betonbrecher verarbeitet innerhalb von zweieinhalb Tagen etwa 2000 Kubikmeter Betonabbruch zu Recyclingkies. Das Betongranulat wird für Beton und für die Kofferung von Strassen und Plätzen in der Region verwendet.

Ein Betonbrecher verarbeitet innerhalb von zweieinhalb Tagen etwa 2000 Kubikmeter Betonabbruch zu Recyclingkies. Das Betongranulat wird für Beton und für die Kofferung von Strassen und Plätzen in der Region verwendet.

Zu den grössten Schwierigkeiten gehörte laut Ruedi Signer das Trennen der abzubrechenden Gebäudeteile von einem denkmalpflegerisch geschützten Betriebsgebäude, das möglichst unversehrt bleiben sollte. «Schwierig war, dass ein neuerer Bauteil in den geschützten Altbau hineinreichte», sagt der diplomierte Wirtschaftsingenieur. Diese Gebäudeteile so zu trennen, dass möglichst wenig in sich zusammenfalle oder herausgerissen werde, sei anspruchsvoll gewesen. Doch es ist geglückt. «Die Schäden am geschützten Gebäude sind weit geringer als wir befürchten mussten», sagt Ruedi Signer. Nun werde das Gebäude winterdicht gemacht, bevor die Baustelle bis zum 7. Januar geschlossen werde. Herausfordernd seien aber auch der Schutz des vorbeifliessenden Baches, die Koordination der Baumaschinen, die enormen Dimensionen und viel Unbekanntes gewesen.

Aus dem Beton wird wiederverwertbarer Kies

Gross und schwer: Der Vergleich zwischen Menschen und Maschinen zeigt die enormen Dimensionen, die das Bild auf dieser Baustelle prägen.

Gross und schwer: Der Vergleich zwischen Menschen und Maschinen zeigt die enormen Dimensionen, die das Bild auf dieser Baustelle prägen.

Die Untergeschosse der ehemaligen Mühlgebäude werden bis Ende Januar zurückgebaut und zu Recyclingkies verarbeitet sein. Ruedi Signer schätzt, dass etwa 10'000 Kubikmeter Betonabbruch anfallen, die im Steinbrecher zu Recyclingkies verarbeitet werden und zur Herstellung von Beton oder für Kofferungen von Strassen und Plätzen Wiederverwendung findet.
Ende Januar beginnt der Aushub der Baugrube. Dazu müssen rund 10'000 Kubikmeter an Erdreich bewegt werden. Ein Teil werde an Ort zum Hinterfüllen verwendet, der Rest zu Deponien in der Region transportiert. Auf eine Lastwagenfahrt entfallen je nach LKW-Typ 12 bis 15 Kubikmeter Aushubmaterial.
Seit 15 Jahren ist die ehemalige Mühle eine Industriebrache. Bis zum Jahr 2021 entstehen hier 44 moderne Wohnungen und einige Gewerberäume, die zur Miete angeboten werden.