Effizienz auf vier Rädern

Niederuzwil Ein interessiertes Publikum hat am Samstag Elektro-, Hybrid- und Erdgasfahrzeuge getestet und sich über mögliche Arten von Energieerzeugung und -speicherung informiert. Auf den Raiffeisenplatz geladen hat die Fachstelle e'mobile.

Kathrin Meier-Gross
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Fast lautlos fährt der Mercedes GLE 500e auf den Niederuzwiler Raiffeisenplatz und reiht sich zwischen die parkierten Ausstellungsfahrzeuge, zu denen auch E-Bikes gehören. Dieses Auto sticht hervor: einerseits wegen seiner schwarzen Farbe, andererseits wegen seiner Schwere. «Energie sparen hängt mit Gewicht reduzieren zusammen», sagt Markus Eisenring. Der Ingenieur, der 1989 mit Stromboli 1 sein erstes Elektrofahrzeug gebaut hat, ist froh, dass es im Elektromobilbau endlich vorwärts geht. Mittlerweile seien in der Bevölkerung leichte Fahrzeuge gefragt, stellt der Niederuzwiler E-Mobile-Pionier fest. Sein Stromboli 2 hat dank Lithiumbatterien 250 Kilometer Reichweite.

Noch teure Speicherung von Solarstrom

«Der Wandel bei alternativ angetriebenen Fahrzeugen ist rasant», bestätigt Urs Schwegler, Projektleiter bei e'mobile. Die markenneutrale Fachstelle behandelt Themen rund um energieeffiziente Fahrzeuge und vernetzt branchenübergreifend. Am Freitag waren das Autogewerbe, die Strombranche, Infrastrukturanbieter und Behörden zu fachspezifischen Vorträgen eingeladen worden. Dank gutem Einvernehmen mit der Raiffeisenbank hat diese am Samstag auch ihr Foyer zur Verfügung gestellt. Dort wird an Modellen erklärt, wie die Konvergenz der Netze funktioniert und wie Wasserstoff produziert werden kann. Der Wasserstoff wird methanisiert oder ins Erdgasnetz eingespeist. Die Umwandlung sei zwar mit Verlusten verbunden und teuer, sagt Schwegler, aktuell sei aber noch keine bessere Lösung zur saisonalen Speicherung von Solarstrom bekannt. Für Besitzer von Photovoltaikanlagen präsentiert die Firma Lenz Solartechnik eine stationäre, waschmaschinengrosse Batterie mit Wechselrichter. Informationen zum sparsamen Umgang mit Energie vermittelt die Energieberatung.

Unterhalt von E-Mobilen ist halb so teuer

Das Ladestationennetz für Elektroautos wächst sehr schnell, unter anderem dank Kooperationen wie zwischen Swisscharge und AXA. Auf der Testrunde den Klosterstich hinauf können sich die Interessenten überzeugen, dass sowohl Elektro-, Hybrid- als auch Erdgasfahrzeuge eine gute Mobilität bieten. Hybrid-Fahrzeuge – sie können nicht aufgeladen werden – ermöglichen einen sparsamen Benzinverbrauch. Beim Plug-in- oder Steckdosen-Hybrid liegt die elektrische Reichweite bei 30 – 50 km, für weitere Fahrten übernimmt der sparsame Hybridantrieb. «Dadurch sinken die Treibstoffkosten beträchtlich», sagt Schwegler. Und fügt an, dass der Unterhalt von E-Mobilen etwa um die Hälfte kleiner sei als bei herkömmlichen Autos.

Die E-Fahrzeuge finden zunehmend Befürworter und die Überzeugung, dass Elektrizität die Mobilität der Zukunft prägen wird, wächst von Jahr zu Jahr. Auch in der Schweizer Automobilbranche. Nur, starten und losfahren allein genügt nicht, um mit seinem E-Mobil glücklich zu werden. Jessica Spensieri von der Liga Garage Wil: «Elektrofahrzeuge müssen richtig bedient werden. Eine ökonomische Fahrweise ist Voraussetzung.»