Eclat bei der GLP: Gerber und Mächler gehen

WIL. Bei den Wiler Grünliberalen hängt der Haussegen schon länger schief. Nun ist es zum Eclat gekommen. Daniel Gerber und Franz Mächler, beide Mitglieder der GLP-Fraktion im Parlament der Stadt Wil, treten per 31. Dezember dieses Jahres aus der Grünliberalen Partei (GLP) aus.

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Daniel Gerber GLP-Stadtparlamentarier, amtierender GPK-Präsident (Bild: pd)

Daniel Gerber GLP-Stadtparlamentarier, amtierender GPK-Präsident (Bild: pd)

WIL. Bei den Wiler Grünliberalen hängt der Haussegen schon länger schief. Nun ist es zum Eclat gekommen. Daniel Gerber und Franz Mächler, beide Mitglieder der GLP-Fraktion im Parlament der Stadt Wil, treten per 31. Dezember dieses Jahres aus der Grünliberalen Partei (GLP) aus. Auf den gleichen Zeitpunkt hin verlassen sie die GLP-Fraktion. Das haben die beiden Stadtparlamentarier anlässlich der Parlamentssitzung vom vergangenen Donnerstagabend der Parlamentspräsidentin, Silvia Ammann (SP), schriftlich mitgeteilt. Die nächsten Wochen wollen die beiden Parlamentarier für Gespräche mit Fraktionen nutzen, um abzuklären, in welcher Art und Weise sie ab dem 1. Januar 2015 ihre parlamentarische Arbeit weiter führen können. Dies teilten sie gestern abend in einem Communiqué mit. Über die Hintergründe schwiegen sie sich aus.

GLP verliert Fraktionsstärke

Der Entschluss hat weitreichende Konsequenzen sowohl für die GLP als auch für die beiden Parlamentarier. Insbesondere für Daniel Gerber, der Anfang Jahr unter Misstönen zum GPK-Präsidenten gewählt worden ist. Mit dem Weggang von Gerber und Mächler verliert die GLP auf einen Schlag ihre Fraktionsstärke. Notwendig sind dazu drei Stadtparlamentarier. Per 1. Januar 2015 verbleibt nur noch Erika Häusermann. Somit müssen sich alle drei gewählten GLP-Vertreter im Stadtparlament nach einer neuen Fraktion umsehen, wenn sie weiterhin in Kommissionen tätig sein wollen. Denn ohne Fraktionszugehörigkeit stehen ihnen die Kommissionen nicht offen. Entweder wechseln sie die Partei oder bitten als Parteilose um Gastrecht in einer Fraktion.

GPK-Präsidium

Daniel Gerber muss sein Amt als Präsident der Geschäftsprüfungskommission grundsätzlich zur Verfügung stellen. Schliesst er sich einer anderen Fraktion an, kann ihn diese jedoch nominieren, und er kann erneut gewählt werden. Die Grünen Prowil dürften hier allerdings Stimmung gegen die Wahl machen. Dass man Daniel Gerber damals ihrem Kronfavoriten Sebastian Koller (Grüne Prowil) vorgezogen hat, haftet noch in den Köpfen. Franz Mächler ist in der Bau- und Verkehrskommission sowie in der Werkkommission. Erika Häusermann ist in keiner Kommission, als Fraktionschefin jedoch Mitglied des Parlamentspräsidiums.

CVP als möglicher Hort

Der Bronschhofer Daniel Gerber kandidierte 2012 auf der FDP/GLP-Liste. Es deutet jedoch einiges darauf hin, dass er sich eher in Richtung CVP orientieren wird. Er dürfte allerdings auch bei der SP willkommen sein. Franz Mächler hat einen katholischen Hintergrund, was bei ihm auf die CVP deuten könnte. (hs)

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