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«Echtpelz soll nur von Tieren getragen werden»: Oberbürerin zeigt, dass man auch ohne Pelz ein dickes Fell haben kann

Dass es heutzutage immer noch im Trend ist, Echtpelz zu tragen, stösst bei der Oberbürerin Patricia Fuchs auf Entsetzen. Seit ihrer Kindheit setzt sie sich gegen den Verkauf von Tierpelz ein.
Joëlle Ehrle
Patricia Fuchs aus Oberbüren trägt ausschliesslich Kunstpelz: «Bei diesem prüfe ich sehr genau, ob er nicht doch aus echtem Fell besteht», sagt sie. (Bild: Joëlle Ehrle)

Patricia Fuchs aus Oberbüren trägt ausschliesslich Kunstpelz: «Bei diesem prüfe ich sehr genau, ob er nicht doch aus echtem Fell besteht», sagt sie. (Bild: Joëlle Ehrle)

Den passenden Namen und die Motivation, eine eigene Kampagne zu starten, hätte sie durchaus. Patricia Fuchs ist seit vielen Jahren Gegnerin der Echtpelzbranche und will mit ihrer Einstellung mehr Menschen davon überzeugen, die Finger von Gütern aus Echtpelz zu lassen: «In der Schweiz leben wir heutzutage weder in Höhlen, noch am Polarkreis und sollten somit das Pelzangebot nicht durch pseudo­exklusive Nachfragen schüren.»

Tierliebhaberin seit Kindheitstagen

Als Tochter einer Tschechin und eines Schweizers wuchs Fuchs zusammen mit ihren zwei Brüdern in der Stadt Zürich auf. Als sie zehn Jahre alt war, zog es die Familie aufs Land nach Oberbüren, wo Patricia Fuchs noch heute lebt. Oberbüren sei ihre Heimat, obwohl die dortige Schulzeit, sagt sie, nicht die Einfachste gewesen sei. «Kinder können sehr gemein sein», so die mittlerweile 32-Jährige. Es sei schwierig gewesen, sich als neue Schülerin in einer bestehenden Klasse zu behaupten. Doch da war etwas, das ihr stets Halt gab: die Tierwelt. «Ich wuchs mit einem Schäferhund auf. Und auf dem Schulweg kam ich nie vom Fleck, da ich Schnecken von der Strasse gerettet habe», sagt sie lachend.

Durch die Medien wurde Patricia Fuchs früh über die Missstände in der Pelzindustrie aufgeklärt: «Ich habe in jungen Jahren immer das ‹Bravo Magazin› gelesen. Dort gab es eine entsprechende Rubrik, welche derartige Themen behandelte.» Inspiriert von Tierschützern und Aktivisten Durch Tierschützer motiviert, begann Fuchs selbst in das heikle Thema einzugreifen und beschloss, Unterschriften gegen Robbentötungen, Stierkämpfe und Hundeschlachtungen zu sammeln. Nicht tatenlos zusehen, sondern handeln: Das war stets die Devise für Patricia Fuchs Motivation – und ist es heute noch.

«Es ist herzlos, dass manche Menschen zu Tierpelz greifen, nur um ihr Ego zu streicheln.»

Sie ist beeindruckt von Aktivisten und Organisationen wie Greenpeace und deren Einsatz für die Umwelt: «Selbst wenn sie von manchen Leuten nur belächelt werden, bewundere ich ihren Mut.» Sich selbst bezeichnet die Tierliebhaberin allerdings nicht als Aktivistin. Aus beruflichen Gründen sei es ihr nicht möglich, für längere Zeit ins Ausland zu gehen, sei dieser Schritt doch notwendig, wenn man eine drastische Veränderung bewirken wolle.

Selbst mit kleinen Aktionen etwas bewirken

Doch die Oberbürerin beweist: Selbst mit kleinen Aktionen kann man etwas bewirken. So benutzt die 32-Jährige nur Make-up, welches nicht an Tieren getestet wurde und trägt, wenn Pelz, ausschliesslich den unechten. Problematisch sei für Fuchs, dass, was die Qualität und Beschaffenheit von Kunstfell betrifft, viele Menschen hinters Licht geführt würden und die Pelzfarmer so weiterhin Tiere auf brutalste Art und Weise töteten. «Besonders in China ist die Situation drastisch und ausser Kontrolle geraten», sagt sie.

Durch das Internet die Bevölkerung aufklären

Fuchs hat für den Moment eine Strategie gefunden, wie sie das Thema unter die Leute bringen kann, um diesen die traurige Kehrseite der Pelzindustrie näher zu beleuchten. Auf ihrem Instagramprofil, welches stolze 25000 Abonnenten aufweist, widmet sie sich – nebst einer weiteren Leidenschaft dem Modeln – der Verbreitung von Aufrufen gegen Echtpelz. Gäbe es diese Plattform nicht, würde sie vermutlich noch immer Unterschriften sammeln, meint Patricia Fuchs. «Jeder in meinem Umfeld ist derselben Meinung und unterstützt mich. Das gibt mir viel Kraft.»

Diese Kraft verleitet sie dazu, eine passende Organisation zu suchen, die sich ausschliesslich auf das Echtpelzdilemma beschränkt. «Ich habe schon bei vielen Verbänden mitgeholfen, musste jedoch aufgrund meiner Arbeit allerdings kürzertreten.» Momentan arbeitet sie als gelernte Detailhandelsfachfrau bei einem Lebensmittelbetrieb und ist dort für den Einkauf zuständig. Besondere Unterstützung erhält Fuchs von ihrem Partner Andrin. Er sei Musiker und zusammen mit ihm plane sie etwas, dass die Passion beider vereine. Vielleicht ja eine eigene Kampagne? «Das steht noch nicht fest, wäre aber denkbar.»

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