EC Wil überrascht weiter: Starker Auftritt bei 2:3-Heimniederlage gegen Aufstiegskandidat Wetzikon

Der EC Wil hat sein zweitletztes Testspiel vor dem Saisonstart gegen den EHC Wetzikon mit 2:3 verloren. Nach einem schwierigen Startdrittel kämpften sich die Wiler in die Partie zurück und waren in den Abschnitten zwei und drei ebenbürtig. Einziger Wermutstropfen: Aaron Grob fiel nach einem unfairen Check mit Verdacht auf Hirnerschütterung aus.

Tim Frei
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Wils Matteo Schärer (links) und sein früherer Teamkollege Marc Müller schenkten sich nichts.

Wils Matteo Schärer (links) und sein früherer Teamkollege Marc Müller schenkten sich nichts.

Bilder: Tim Frei (Wil, 9. September 2020)

Der Start in die Partie verlief aus Wiler Sicht denkbar schlecht. Goalie Oliver Etter beging hinter dem Tor einen groben Goaliefehler, so dass der frühere NLB-Stürmer Gian-Andrea nach 82 Sekunden nur noch ins leere Tor einschieben musste. Etter, der abermals den Vorzug gegenüber Daniel Schenkel erhielt, zeigte aber im weiteren Spielverlauf mit starken Paraden die richtige Reaktion auf diesen Fauxpas.

Über mangelnde Arbeit konnte sich Etter im Startdrittel nicht beklagen. Eine gute Viertelstunde lang war das Spielgeschehen so, wie man es erwarten durfte: Wetzikon, das zusammen mit Frauenfeld zu den Aufstiegsfavoriten zählt, drückte und drückte. Wil dagegen war mit viel Abwehrarbeit beschäftigt und wurde nur selten durch Einzelaktionen wie etwa von Leeroy Rüsi gefährlich. Phasenweise waren die Gäste so überlegen, dass sie bei Fünf gegen Fünf ein Powerplay aufzogen.

Nicht nur wegen Tor: Neuzugang Sandro Meier zeigt starkes Début

Doch gegen Ende des ersten Drittels wurde das Geschehen immer ausgeglichener. Wetzikon hatte Probleme in den Slot zu kommen, während die Wiler Schritt um Schritt mutiger und ihre Offensivaktionen häufiger wurden. Ein Trend, der sich im zweiten Abschnitt fortsetzte. Auch das 0:2 in der 29. Minute in Unterzahl tat dieser Entwicklung keinen Abbruch.

Nur 39 Sekunden nach dem zweiten Gegentreffer gelang dem Heimteam der Ausgleich und dies in sehenswerter Art und Weise: Matteo Schärer bewies seine Spielmacherqualitäten mit einem mustergültigen Pass auf Neuzugang Sandro Meier, der per Direktabnahme zum 1:2 traf.

Die Wiler freuen sich über den ersten Treffer von Neuzugang Sandro Meier (zweiter Spieler von links).

Die Wiler freuen sich über den ersten Treffer von Neuzugang Sandro Meier (zweiter Spieler von links).

Meier, der vie B-Lizenz von Winterthur an Wil ausgeliehen wurde, zeigte ein auffälliges Début für den EC Wil. So fiel nicht allzu stark ins Gewicht, dass der bisher beste Wiler Torschütze Yannick Stiefel nicht mittun konnte. Der 24-Jährige war angeschlagen und wurde vorsichtshalber geschont, wie Sportchef Patrick Hohl sagte.

Auf Ausfall von Grob mit Anschlusstreffer geantwortet

Die Verletztensituation bei den Wilern dürfte sich vorerst nicht verbessern. Im Gegenteil: Mit dem Ausfall von Aaron Grob wird ein weiterer Stürmer ausfallen – und dies wohl für längere Zeit. Der 18-Jährige lag im Schlussdrittel nach einem unfairen Check benommen am Boden und musste mit der Bahre vom Eis getragen werden. Erster Verdacht ist laut Angaben der Wiler eine Hirnerschütterung.

Wils Aaron Grob (im schwarzen Trikot) musste im Schlussdrittel mit der Bahre vom Eis getragen werden.

Wils Aaron Grob (im schwarzen Trikot) musste im Schlussdrittel mit der Bahre vom Eis getragen werden.

Der Check des Gegenspielers in der 48. Minute ging in die Kategorie Frustfoul: Wenige Sekunden nach einem eingefangenen Check machte sich Grob auf den Weg zum Wechseln, ehe ein Wetzikon-Spieler die Schulter spät ausfuhr und ihn am Kopf traf. Solche unnötige Aktionen zeigten, dass die Gäste alles andere als zufrieden waren mit ihrer Leistung.

Die Wiler steckten auch nach diesem Rückschlag nicht auf. Noch in der gleichen Minute zeigten sie mit dem 2:3-Anschlusstreffer die richtige Reaktion. Center Schärer hatte dieses Mal für seinen anderen Flügelspieler Lucas Hohlbaum aufgelegt.

Starke erste Sturmformation gefunden

Erstaunlich war, wie gut Schärer und Meier sich nach wenigen Trainings auf dem Eis bereits verstehen. Mit Hohlbaum lief ein dritter Stürmer in der ersten Wiler Linie auf, der mit viel Durchsetzungsvermögen seinen spielstarken Sturmpartnern Freiräume verschaffte. Es scheint, als hätten die Wiler Trainer eine starke Angriffsreihe gefunden, die jedem Gegner wehtun kann.

Der kräftige Lucas Hohlbaum verschaffte seinen Sturmpartnern Matteo Schärer und Sandro Meier viele Freiräume.

Der kräftige Lucas Hohlbaum verschaffte seinen Sturmpartnern Matteo Schärer und Sandro Meier viele Freiräume.

Zum Ausgleich reichte es den Wilern zwar nicht mehr, doch sie standen diesem näher als die Gäste dem vierten Treffer. Und dies obschon das Heimteam am Schluss ihren Goalie mit einem sechsten Feldspieler ersetzte. Verdient wäre ein 3:3 allemal gewesen. Und so konnten die Wiler bis auf Grobs Ausfall viel Positives mitnehmen.

Am Samstag hat der EC Wil im Heimspiel gegen Herisau die letzte Möglichkeit, Dinge auszuprobieren. Eine Woche später gilt es dann mit dem Meisterschaftsbeginn zu Hause gegen den SC Rheintal ernst.

Letztes Testspiel am Samstag (17.30 Uhr, im Bergholz): EC Wil vs. SC Herisau.

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