EC Wil muss wieder reagieren: Der vierte Trainer heisst Marbach

WIL. Schon wieder vermeldet der EC Wil, vergangenen Frühling am grünen Tisch in die 1. Liga aufgestiegen, einen Trainerwechsel. Der 45jährige Emanuel Marbach, einst Headcoach des Nationalliga-B-Clubs Thurgau und Amateur-Schweizer-Meister mit Frauenfeld, wird Nachfolger von Raphael Kaderli, der das Team seit Anfang Dezember geführt hat.

Simon Dudle
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Emanuel «Mäni» Marbach ist bereits der vierte Trainer in dieser Saison, welcher von EC-Wil-Präsident Daniel Kamber die besten Wünsche erhält. Angestrebt wird in der dritthöchsten Spielklasse der Ligaerhalt. (Bild: Simon Dudle)

Emanuel «Mäni» Marbach ist bereits der vierte Trainer in dieser Saison, welcher von EC-Wil-Präsident Daniel Kamber die besten Wünsche erhält. Angestrebt wird in der dritthöchsten Spielklasse der Ligaerhalt. (Bild: Simon Dudle)

Dieser Wechsel erfolgt gezwungenermassen. Da Kaderli nicht die Trainerausbildung hat, um einen 1.-Liga-Club länger als interimistisch zu führen, waren die Wiler Vereinsverantwortlichen zum Handeln gezwungen. Fixiert wurde der Deal so quasi unter dem Christbaum. Nachdem EC-Wil-Sportchef Christian Herzog in der Vergangenheit mehrere erfolglose Versuche unternommen hatte, um Marbach nach Wil zu lotsen, war ein Telefongespräch an Heiligabend das entscheidende. Die beiden einigten sich mündlich auf einen Vertrag bis Ende der laufenden Saison. Gestern abend wurde dieser unter Dach und Fach gebracht und Marbach trainierte erstmals mit dem neuen Team.

Wieder als Feuerwehrmann

Marbach hat zwar in dieser Saison erst ein Spiel des EC Wil gesehen und lernte die Spieler gestern erst kennen, ist in der Region aber kein unbeschriebenes Blatt. Zu Beginn der 1990er-Jahre spielte er als Aktiver für Wil – ebenfalls in der 1. Liga. Als Trainer machte er sich als «Feuerwehrmann» einen Namen. Sein bisher letztes Engagement ging er im Frühjahr 2013 ein, als er beim EHC Uzwil vier Runden vor Schluss für den entlassenen Roger Bader einsprang. Jedoch gelang es ihm nicht, den erstmaligen Abstieg aus der 1. Liga in der Uzwiler Vereinsgeschichte zu verhindern. In ähnlichen Situationen war es Marbach in früheren Jahren geglückt, die Pikes Oberthurgau und Frauenfeld aus misslichen Situationen zu befreien und in der 1. Liga zu halten.

4. Trainer nach 22 Spielen

Marbach ist in dieser Saison bereits der vierte Trainer der Wiler – und das nach gerade mal 22 Spielen. Yves Narbel wurde nach 13 Partien mit nur einem Sieg freigestellt. Nachfolger Dave Tietzen hat wie Marbach Trainervergangenheit in Uzwil. Obwohl Tietzen zwei von drei Spielen gewann, stand er alsdann nicht mehr an der Bande. Seine Aufenthaltsbewilligung war ausgelaufen. Dies will man beim EC Wil nicht gewusst haben, was ihn vor Spott und Häme nicht schützte. Nun mussten die Verantwortlichen bereits ein zweites Mal in dieser Saison handeln, da ihr Trainer – der vormalige Assistent Kaderli hatte Tietzen beerbt – nicht im Besitz eines erforderlichen Papiers war.

Noch zwei Punkte Rückstand

Für Marbach bleibt nicht viel Zeit zur Angewöhnung. Bereits am Samstag geht es los in der Unteren Masterround – mit einem Auswärtsspiel in Romanshorn gegen die Pikes Oberthurgau. Alles in allem bleiben den Wilern noch 16 Spiele, um das Tabellenende zu verlassen und somit den Abstieg zu verhindern. Die Zielsetzung von Marbach und dem Verein lautet unmissverständliche «Ligaerhalt». Da die Punkte nach dem Ende der Qualifikationsphase halbiert worden sind, beträgt der Rückstand auf den Nichtabstiegsplatz nur noch zwei Zähler. Schwierig genug wird's allemal.

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