E-Bikes, Mountainbikes und Kindervelos: Zurzeit erlebt das Velo einen Aufschwung

Das Coronavirus, und die damit verbundene Anweisung, den ÖV zu meiden, sowie das anhaltend schöne Wetter lösten in der Schweiz einen regelrechten Veloboom aus. Auch die hiesigen Velohändler bekamen die gestiegene Nachfrage nach Zweirädern zu spüren.

Katja Brütsch
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E-Bikes und E-Mountainbikes erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit.

E-Bikes und E-Mountainbikes erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit.

Symbolbild: Boris Bürgisser

«Wir empfehlen Ihnen dringend, im öffentlichen Verkehr (ÖV) eine Hygienemaske zu tragen, falls der Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Umgehen Sie wenn möglich die Pendlerzeiten morgens und abends und nutzen Sie schwächer frequentierte Verbindungen, vor allem wenn Sie in der Freizeit reisen.» So lauten die aktuellen Anweisungen des Bundesamts für Gesundheit zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs.

Im Vergleich zu «Bleiben Sie zu Hause!», wie es noch vor ein paar Wochen hiess, schränken die aktuellen Verhaltensregeln die ÖV-Nutzung nicht allzu sehr ein. Dennoch bleiben die Züge und Busse leerer als noch im Januar. Ein Grund mag sein, dass viele ehemalige ÖV-Pendler noch im Homeoffice arbeiten oder mit dem Auto oder dem Velo zur Arbeit fahren.

Kindervelos und solche der E-Klasse sind gefragt

Gerade das Velo erlebt zur Zeit einen Aufschwung, in der Schweiz herrscht ein sogenannter Veloboom. Und das nicht nur in den grösseren Städten. Auch in den Regionen Fürstenland und Toggenburg scheinen sich mehr Menschen aufs Velo zu setzen. Verschiedene lokale Velohändler bestätigen auf Anfrage einen deutlichen Anstieg an Verkäufen.

Josef Köpfli von der Velo Köpfli GmbH in Wil erklärt, dass viele seiner Produkte bereits ausverkauft wären. Auch die Velo-Metzg GmbH in Unterwasser verbucht deutlich mehr Verkäufe. Gekauft werde alles, vor allem jedoch E-Velos. «Unter den Service-Aufträgen sind viele schnelle E-Velos für den Arbeitsweg», erklärt Denise Steiner. Jedoch kämen auch mehr Freizeitvelos in den Service, dies sei auch auf das schöne Wetter zurückzuführen.

Das schöne Wetter beschert auch der Velothek in Bütschwil viel zu tun. Inhaber Stefan Kliebenschädel erklärt:

«Im April haben wir besonders viele Freizeitvelos für Kinder und Jugendliche verkauft. Und momentan verkaufen wir viele E-Velos.»

Der E-Trend lässt sich jedoch schon seit ein paar Jahren beobachten und ist nicht nur eine Coronaerrungenschaft. Viele Kunden holten ihre Velos aus dem Keller und brachten sie zu einem Service in die Velothek. «Das ist im Frühling normal, das diesjährige Ausmass hat uns jedoch überrascht», ergänzt Kliebenschädel.

Zweischichtenbetrieb um alle Velos fahrtüchtig zu machen

Um alle Velos fristgerecht in Schwung bringen zu können und gleichzeitig die Abstandsregeln in der Werkstatt ein zu halten, hat die Velothek in einem Zwei-Schichten-System gearbeitet. Zu Spitzenzeiten startete die erste Schicht um drei Uhr in der Früh. Kliebenschädel ergänzt:

«Heute hat sich zum ersten Mal keine Schlange von Wartenden vor dem Laden gebildet, bevor wir überhaupt geöffnet haben.»

Der Coronaveloboom scheint in der Region deutlich angekommen zu sein