Durchs Schlüsselloch gespäht

Die Musikgesellschaft Niederwil verwöhnte ihr Publikum gleich zweifach, und zwar zuerst mit einem mitreissenden Konzert und anschliessend mit einem witzigen Theaterstück.

Beatrice Oesch
Drucken

niederwil. «Durchs Schlüsselloch» hiess der Titel der diesjährigen Unterhaltung der Musikgesellschaft Niederwil, und dieses Thema zog sich auf einfallsreiche Art durch den ganzen Samstagabend.

Das zahlreich erschienene Publikum wurde bereits vor dem Eingang des Schulhauses Niederwil von einem überdimensionalen Schlüsselloch empfangen, und durfte sich durch Fähnrich Walter Schönenberger durch ein mitreissendes Konzert führen lassen.

Unter der Leitung von Peter Ilg überzeugte die Musikgesellschaft Niederwil nicht nur akustisch mit präzisen Einsätzen, ausgefeilter Dynamik, anspruchsvollen Rhythmuswechseln und sogar kurzen gesungenen Passagen, sondern auch optisch. So liess der Dirigent etwa bei einem Schlagermedley aus den 70er-Jahren seine Bläser bei ihren jeweiligen Einsätzen zackig aufstehen, oder es kamen Nebel und eine kleine Discokugel bei abgedunkelter Bühne zum Einsatz, um die romantische Stimmung von «Midnight Tears» zu unterstreichen.

Dirigent rockte über die Bühne

Wie Peter Ilg nach dem Konzert gegenüber der Wiler Zeitung erklärt, wurde das Musikprogramm von einer Musikkommission gemeinsam mit ihm zusammengestellt: «Dadurch erreichen wir ein sehr abwechslungsreiches Programm.» So war für jeden Geschmack etwas dabei: Marschmusik mit dem «National Emblem» von E. E. Bagley, die «Maruschka-Polka» von Erwin Zsaitsits – dirigiert von Karl Schönenberger – und dann Blues mit «The Blues Factory» von Jacob de Haan. «Pennsylvania 6-5000» im Arrangement von Masato Myokoin bot temperamentvollen Big-Band-Sound und zwei beeindruckende Soli: Trompete mit Dämpfer von Bruno Elser und Saxophon von Rainhard Schälle. Bei «I got you» rockte Peter Ilg regelrecht über die Bühne. Romantik pur war «Midnight Tears» mit Flügelhorn-Solo von Stefan Manser und Bruno Elser. Schliesslich bedankte sich das Publikum mit einem tosenden Schlussapplaus und wurde dafür mit einer Zugabe belohnt.

Lustige Verwechslungen

Nach der Pause brachte die vereinseigene Theatergruppe in der lustigen Verwechslungskomödie «www.fraugesucht.ch» mit komödiantischem Talent alle Zwerchfelle zum Beben.

Der verklemmt-naive Hugo Gasser (köstlich: Stefan Wick) sucht übers Internet eine Freundin, während gleichzeitig seine Eltern Walter (Reinhard Schälle) und Claudia (Sandra Lanker) Mieter für ihre Mansarde suchen. Inzwischen versucht Hugos liebeserfahrene Schwester Irene (Isabel Wild), ihren Bruder mit ihrer besten Freundin Rösli (Kathrin Kostezer) zu verkuppeln. Dafür setzt sie ihren Kollegen Andi (Adrian Eberle) auf Rösli an, um ihren Bruder eifersüchtig zu machen. Als die hochschwangere wohnungssuchende Simona (Petra Schönenberger) auftaucht und von Hugo für seine Internet-Bekanntschaft gehalten wird, ist für Verwicklungen und eifriges Schlüssellochspähen gesorgt. Den ultimativen Knalleffekt am Schluss lieferte Präsident Ronald Keller. Am kommenden Samstag findet die zweite Aufführung der MGN statt, dann unter Mitwirkung des Jugendensembles und der Jungbläser.

Aktuelle Nachrichten