Durch Anbau mehr Raum schaffen

Der Jonschwiler Gemeinderat unterbreitet einen Projektierungskredit von 140 000 Franken für die Sanierung und Erweiterung des Gemeindehauses. Damit soll der Raumknappheit im Verwaltungsgebäude begegnet werden.

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Der Anbau (links) soll östlich des bestehenden Gemeindehauses zu stehen kommen (Ansicht von der Hauptstrasse). (Bild: zVg.)

Der Anbau (links) soll östlich des bestehenden Gemeindehauses zu stehen kommen (Ansicht von der Hauptstrasse). (Bild: zVg.)

Jonschwil. Um die Raumverhältnisse der Gemeindeverwaltung für die nächsten Jahre zu verbessern, schlägt der Gemeinderat einen seitlichen Anbau vor. Zusammen mit der Sanierung des bestehenden Gebäudes wird mit Kosten von rund 2,6 Mio. Franken gerechnet. Ein Projektierungskredit von 140 000 Franken wird ab Oktober dem fakultativen Referendum unterstellt.

Sanierungsbedürftig

Das aus den Sechzigerjahren stammende Gemeindehaus Jonschwil wurde vor rund 20 Jahren letztmals renoviert. Mittlerweile zeigt sich laut Mitteilung der Gemeinde ein Sanierungsbedarf an verschiedenen Bauteilen und an der Infrastruktur (Heizung, Elektroanlagen, Bodenbeläge/Teppiche, Malerarbeiten, Eingangstüre). Darüber hinaus sei der vorhandene Raum durch das Wachstum der letzten 20 Jahre vollständig ausgenutzt, sodass Engpässe teilweise bereits bestehen oder absehbar seien.

Das Archiv müsse zwingend ausgebaut werden. Ebenso seien die Büroflächen zu vergrössern, um die Funktionen der einzelnen Ämter wieder für einen längeren Zeitraum sicherstellen zu können.

Seitlicher Anbau vorgeschlagen

Eine vom Gemeinderat im Frühjahr 2010 in Auftrag gegebene Studie schlägt einen seitlichen dreistöckigen Anbau Richtung Brühlstrasse vor, um das bestehende Raumproblem zu lösen.

«Das beim Grundbuchamt angrenzende Gebäude der ehemaligen Post erwies sich aufgrund seiner Raumeinteilung als ungeeignet für Verwaltungszwecke», schreibt der Gemeinderat. Beim Anbau sollen im Erdgeschoss die Finanzverwaltung und das Steueramt untergebracht werden. Die Bauverwaltung und ein Reservebüro sind im ersten Geschoss geplant. Im obersten Stock werden ein Aufenthaltsraum und ein Sitzungszimmer für den Gemeinderat und Kommissionen vorgeschlagen.

Besserer Kundenempfang

Im bisherigen Gemeindehaus soll der Eingangsbereich leicht vergrössert werden, um einen besseren Kundenempfang und zusammen mit dem Einwohneramt ein Front-Office bilden zu können. Angrenzend wird das Betreibungsamt vorgesehen. Im ersten Geschoss wird ein kleines Sitzungszimmer für alle Verwaltungsabteilungen eingerichtet. Im bisherigen Sitzungszimmer des Gemeinderates ist ein Reservebüro geplant.

Unabhängig von der Bildung einer Einheitsgemeinde können die Schulverwaltung und der Schulpräsident in den geplanten Reservebüros unmittelbar nebeneinander untergebracht werden.

Schulverwaltung integrieren

Die Integration der Schulverwaltung ins Gemeindehaus bringt laut Pressemitteilung verschiedene Synergien bei der gegenseitigen Zusammenarbeit im Finanz- und Baubereich, bei der EDV und der generellen gemeinsamen Nutzung der Infrastruktur.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Verbesserung bei der personellen Flexibilität bei schwankendem Arbeitsvolumen.

Projektierungskredit nötig

Der Projektierungskredit von 140 000 Franken wird vom 8. Oktober bis 6. November 2010 dem fakultativen Referendum unterstellt. Er umfasst folgende Arbeiten: Architekt, Bauingenieur, Elektroingenieur, Ingenieur HLKS, Bauphysiker, Planungsnebenkosten.

Nach Rechtskraft des Projektierungskredites soll die konkrete Planung bis März 2011 laufen, sodass im Mai 2011 eine Urnenabstimmung zum Baukredit möglich sein soll. Mit einer Genauigkeit von plus/minus 15 Prozent wird der Kredit (inklusive Mobiliar) auf rund 2,6 Mio. Franken geschätzt. Nach der Detailprojektierung und dem Baubewilligungsverfahren könnte der Baubeginn im September 2011 sein, wobei zuerst der seitliche Anbau erstellt und anschliessend die Sanierungen beim bestehenden Bau gemacht werden.

Nach gut einem Jahr Bauzeit wäre die Erweiterung und Sanierung im Herbst 2012 beendet.

Finanzielle Auswirkungen

Im Zusammenhang mit den anstehenden Schulhaussanierungen und dem Gemeindehaus stellt sich laut Gemeinderat die Frage, welche finanziellen Auswirkungen diese Vorhaben auf die Finanzsituation sowie auf den Steuerfuss haben.

Der Gemeinderat weist dazu vorerst darauf hin, dass sich der Steuerertrag bei den natürlichen Personen per Ende August 2010 um gut drei Prozent besser als das Budget entwickelt hat, das heisst, dass die Steuerkraft sich sehr positiv entwickelt hat. Der Gemeinderat hat deshalb die Absicht, wie bereits 2010 auch in den kommenden Budgets relative hohe Abschreibungen zu planen, anstatt den Steuerfuss weiter zu senken. Ziel dieses Vorgehens ist eine Steuerfusserhöhung zu vermeiden.

Genauere Berechnungen zu den finanziellen Auswirkungen sind jedoch laut Pressemitteilung erst nach Vorliegen der Finanzplanung 2011 bis 2015 möglich. (sf.)