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Dunkel durch die Winterzeit

Seitenblick
Andrea Häusler

Der Frühling ist pastellfarben. Ob Hose, Pullover, T-Shirt oder Mantel, alles was zwischen den arg verlesenen, preisreduzierten Restbeständen des heurigen Modewinters in den Auslagen hängt, huldigt farblich der wärmeren Jahreszeit. Rosé- und Nudetöne sind angesagt, babyblau und pudergelb, cremeweiss ohnehin. Aber auch knallige Farben wie «Cherry Tomato» oder «Spring Crocus» haben die Modeschöpfer als Inspirationsquellen für Kollektionswaren-Hersteller und trendbewusste Damen über die Laufstege der Modemetropolen geschickt. Steigen die Temperaturen, werden mit den Wiesen auch die Strassen bunt – Jahr für Jahr.

Dabei wären modische Farbtupfer in der grauen Winterszeit doch ungleich effektvoller – nicht nur der Optik oder der Verkehrssicherheit wegen. Farben sind mehr als Eyecatcher. Das wusste bereits Johann Wolfgang von Goethe, als er in seinem Werk «Farbenlehre» die übergeordneten Eigenschaften der Farben und deren Auswirkungen auf alle Lebensbereiche – auf den Körper, den Geist und die Seele – beschrieb. Heute, 200 Jahre später, steht Rot für Vitalität, Orange für Energie, Gelb für Optimismus. Begriffe, die im Besonderen geeignet sind, dem Winterblues zu begegnen. Nichtsdestotrotz macht sich, wer im Februar hell trägt, zum Modeexoten.

Zwar bemühen sich die Designer auch bei der Präsentation ihrer Herbst- und Winterkollektionen redlich darum, mit Farbideen die drohende Mode-Tristesse abzuwenden, doch scheitern sie stets aufs Neue: am fehlenden Mut oder kollektiven Geschmack der helvetischen Kundinnen (und erst recht der Kunden). Knallige Farben sind auf den Skipisten anzutreffen, in den Städten dominieren Nachtschwarz und Asphaltgrau.

Noch ist es für die Trendwende nicht zu spät. Obwohl die Wintermode weitgehend ausverkauft ist. Warum nicht Frühlingsmodelle zum Winterlook erklären: blumige Jupes mit dicken Strumpfhosen, pastellfarbene Blusen mit flauschigen Wollpullovern kombinieren? Und wer schwarz partout nicht aus dem Schrank verbannen mag: Die Sommersonne lässt auch dunkle Farben strahlen. Das richtige Material, locker getragen und der Schweiss bleibt in den Poren. Die Beduinen in der Wüste machen es vor.

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

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