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Duftmittel gegen Wildpinkler

Luc Kauf, Parlamentarier der Grünen Prowil, stört sich am Urinieren in der Velohalle beim Bahnhof Wil. Nun legt der Stadtrat die Antwort auf seinen parlamentarischen Vorstoss vor. «Mager», findet Kauf.
Philipp Haag
Klebrige Schuhe: Das Urinieren in der Veloabstellhalle beim Bahnhof hat eine unangenehme Nebenerscheinung. (Bild: Philipp Haag)

Klebrige Schuhe: Das Urinieren in der Veloabstellhalle beim Bahnhof hat eine unangenehme Nebenerscheinung. (Bild: Philipp Haag)

Wer sein Fahrrad in der Veloabstellhalle beim Bahnhof Wil deponiert, dem sticht zuweilen ein penetrant beissender Geruch in die Nase. Dieser stammt von Männern, die es nicht unterlassen können, an eine der Mauern zu urinieren. Die Veloabstellhalle verkommt zunehmend zu einem Pissoir. Mit unangenehmen Nebenerscheinungen: Ein rutschiger Boden und klebrige Schuhsohlen. Eine Entwicklung, die den Stadtparlamentarier der Grünen Prowil, Luc Kauf, gewaltig stört. Er fordert darum den Stadtrat in einem politischen Vorstoss auf, gegen die unhaltbaren Zustände vorzugehen.

Alle drei Wochen ein Duftmittel

Aus der nun vorliegenden Antwort der Stadtregierung geht hervor, was diese zu unternehmen gedenkt – nichts. Der Stadtrat weist zwar daraufhin, dass das öffentliche Pinkeln unter Androhung einer Busse in der Fahrradabstellhalle verboten ist und der Ordnungsdienst erhöht wurde. In der Regel werde täglich eine Trockenreinigung vorgenommen, «alle drei Wochen ein Duftmittel gesprüht» und im Minimum zweimal pro Jahr Nassreinigungen durchgeführt. Insgesamt sei festzuhalten, schreibt der Stadtrat, «dass die Situation in den letzten Jahren stabil war».

Keine Rede in der Antwort auf die Interpellation ist von zusätzlichen Vorkehrungen. Dies enttäuscht Kauf. Er findet die Antwort der Stadtregierung mager, gar eine Katastrophe. «Es werden Symptome bekämpft mit nutzlosen Mitteln», sagt er. Dass nichts unternommen wird, kann Kauf nicht verstehen. Einfache Mittel könnten angewendet werden wie beispielsweise die Verbesserung der Beleuchtung oder das Anbringen einer Tafel mit dem Hinweis «Urinieren untersagt». Es gehe darum, die Leute zu sensibilisieren, «dass die Velohalle keine öffentliche Toilette ist». Nachvollziehen, aber nicht billigen kann er, dass die Geschäfte, die im Umfeld des Bahnhofs Getränke über die Gasse verkaufen, «und somit profitieren», mit dem Hinweis auf das Baureglement nicht in die Pflicht genommen werden können. «Seitens der Stadtregierung sind keine Bemühungen erkennbar», bilanziert Kauf.

Abschreckung durch Kontrollen

Der Stadtrat sieht einen Silberstreifen am Horizont. Ihm sei es ein Anliegen, dass die unangenehme Situation sobald als möglich verbessert werde. Er verspricht sich von der Intensivierung der Kontrollen eine Verbesserung und erhofft sich dadurch «eine Verhaltensänderung bei den Verursachenden zu erreichen». Ausserdem ist die Stadtregierung mit den SBB im Gespräch. Ihr Ziel: Sich mit dem Bahnunternehmen dahingehend zu verständigen, dass dieses inskünftig auf die Erhebung einer Gebühr bei den Pissoirs verzichtet, «womit sich die Situation weiter verbessern sollte». Der seit Anfang Jahr geltende Ein-Franken-Tarif für die Benutzung der Toilette beim Taxistand ist anscheinend mit ein Grund für die Situation in der nur wenige Hundert Meter weit entfernten Abstellhalle für Fahrräder, die Kauf als unerfreuliche Frequenzzunahme bezeichnet.

Luc Kauf Parlamentarier Grüne Prowil

Luc Kauf Parlamentarier Grüne Prowil

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