Druck auf Wohneigentümer nimmt zu

An der Hauptversammlung des Hauseigentümerverbandes Uzwil und Umgebung (HEV) konnte ein Mitgliederzuwachs registriert werden. Der Erwerb von Wohneigentum ist weiter gefragt, doch auch der Fiskus meldet seine Ansprüche an.

Philipp Stutz
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OBERBÜREN. Die Sektion Uzwil des Hauseigentümerverbandes zählte Anfang Jahr 1722 Mitglieder, was einem Zuwachs von 26 entspricht. «Die Anstrengungen jeder einzelnen Person sind notwendig, um auch in Zukunft Neumitglieder zu werben», sagte Edwin Dudli, Präsident des HEV Uzwil und Umgebung, an der von 122 Mitgliedern und 25 Gästen besuchten Hauptversammlung im Oberstufenzentrum Thurzelg in Oberbüren.

Vom Fiskus zur Kasse gebeten

Der Hauseigentümerverband ist die grösste Organisation in Sachen Haus- und Wohneigentum. Diese Stärke will der Verband auf allen Ebenen einsetzen. Grundsteuern, Eigenmietwert-Besteuerung, Handänderungssteuern, Gebühren und Abgaben – die Hauseigentümer werden vom Fiskus auf verschiedenste Weise zur Kasse gebeten. Das Sekretariat an der Sternenstrasse in Uzwil mit Andreas Gantenbein und Rita Lemmenmeier steht den Mitgliedern in Rechtsangelegenheiten und bei administrativen Fragen zur Seite.

«Angesichts des ständigen Drucks auf Vermieter, Stockwerk-, Haus- und Grundeigentümer sind wir je länger, je mehr zum Handeln aufgerufen», sagte Dudli. Die Stärke des Vereins liege darin, die Anliegen der Eigentümer zu wahren und nachhaltig zu vertreten.

Prominenter Gast war Karl Güntzel, Mitglied des Kantonalvorstandes des HEV. Er wies darauf hin, dass nach den Sommerferien Umfragen durchgeführt werden. Gemäss Information des Bundesamtes für Statistik wird schweizweit in knapp 500 zufällig ausgewählten Gebieten die Gebäude-, Wohnungs- und Haushaltssituation unabhängig von den Registern erfasst. Dies erfolgt mit einer Ortsbegehung mit Gebäude- und Wohnungserfassung sowie einem kurzen Haushaltsinterview. Damit werde ein Vergleich mit den aus den Registern gezogenen Informationen geprüft, ob Einheiten (dazu gehören Personen, Gebäude und Wohnungen) fehlen oder zweimal gezählt wurden.

Edwin Dudli erwähnte in seinem Jahresbericht die Regionale Industrie- und Gewerbeausstellung (Riga), an der auch der HEV mit einem Stand vertreten war. «Die Messe war für alle Mitwirkenden ein Erfolg und wurde über die Grenzen der drei beteiligten Gemeinden wahrgenommen.»

Starke Zuwanderung

Seit 2007 hat die Zuwanderung in die Schweiz aus EU-Staaten merklich zugenommen. Hatte die jährliche Wachstumsrate vor Einführung der vollen Personenfreizügigkeit im Schnitt der Jahre 2001 bis 2006 noch 0,7 Prozent betragen, so schwoll sie ab 2007 auf 1,1 Prozent an. Dudli: «Die ersten drei Quartale 2012 deuten darauf hin, dass im vergangenen Jahr ein Plus von 70 000 Personen registriert werden dürfte. Dass durch diese Zuwanderung mehr Wohnraum beansprucht wird, liegt auf der Hand.» Bei der Jahresrechnung konnte Kassier Albert Wasser ein Vermögen von 50 000 Franken präsentieren.

Selbstbestimmungsrecht

Im Anschluss referierte Rechtsanwältin Kathrin Knöpfel zum Thema «Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung stärken das Selbstbestimmungsrecht». Mit dem Inkrafttreten des neuen Erwachsenenschutzrechts wurde eine einheitliche Grundlage für den Vorsorgeauftrag für die Patientenverfügung geschaffen.