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Drohnen sind die Zukunft der Selfies

In der Ausstellung «Selfdron» hinterfragen Patienten der Psychiatrischen Klinik Wil die Selbstinszenierung und Digitalisierung kritisch.
Christof Lampart
Die Performance-Gruppe nahm sich in «Snow white too» des Themas Selfies auf unterhaltsame Art und Weise an. (Bild: Christof Lampart)

Die Performance-Gruppe nahm sich in «Snow white too» des Themas Selfies auf unterhaltsame Art und Weise an. (Bild: Christof Lampart)

Über 70 Personen wohnten am Freitagabend der Vernissage in und um den Kulturpavillon in der Psychiatrischen Klinik bei. Sie konnten dabei mitverfolgen, wie die Kunstschaffenden der Klinik Wil einen weiteren Schritt hin zur individuellen, öffentlichen Selbstinszenierung wagten. Sie taten dies, indem sie das moderne Stilmittel des Selfies mit einem High-Tech-Gerät, wie es die Drohne nun einmal ist, kombinierten und somit zugleich zu einer äusseren Nabelschau und einer inneren Selbstschau gelangten, welche auf den unvoreingenommenen Betrachter frappierend wirkten. Denn sie hielten den Besuchern einen Spiegel vor, indem sie die Selbstinszenierung und die Digitalisierung der heutigen Zeit nicht nur lustvoll darstellten, sondern auch kritisch anprangerten.

Prozess der Innenschau

Die Leiterin der Ateliers, Rose Ehemann, verwies in ihrer Eröffnungsrede auf die lange Tradition von Selbstbildern in der Kunst, der Kunsttherapie und der hiesigen Kultur gemeinhin. Durch die Auseinandersetzung mit dem Selbst über die Kunst entstehe ein Prozess der Innenschau und somit zu den Fragen: Wie sehe ich mich? Und was kann ich über die Gestaltung des Selbst über mich erfahren? Aber auch das Gegenteil, nämlich der Prozess der Selbstdarstellung, bei dem man möchte, dass das Gegenüber einen wahrnehme, lasse sich so befeuern, ja, mehr noch – kontrollieren. Das gelte im Zeitalter der High-End-Technologie mehr denn je: «Mittels digitaler Selfies kann ich das in Sekundenschnelle tun und diese anschliessend in den sozialen Netzwerken posten. Für die Herstellung eines Selbstporträts mit klassischen Materialien», sagte Ehemann, «benötigt man deutlich länger.»

Jeder kann ein Star sein

An der Ausstellung, welche sowohl im Kulturpavillon als auch in zwei Bauwagen zu sehen ist, haben die Kunsttherapeuten mit den Patienten und Patientinnen der Psychiatrischen Klinik Wil seit Januar an ihren Werken gearbeitet. Zum Einsatz kamen traditionelle Gestaltungsmethoden wie Malerei und Theater. Zusätzlich verwendeten sie neue Technologien wie Drohnen zur Videoproduktion oder Handys für Selfies. Entsprechend gross präsentiert sich die Vielfalt der Objekte. Für Rose Ehemann sind die «Dronies» die Zukunft der Selfies. Die neue Medienpraktik versetze die Nutzer in die Lage, ihr Leben aus der Vogelperspektive aufzuzeichnen, was durchaus sehr attraktiv sei. «Jeder kann sich zum Star des eigenen Films machen», sagte Rose Ehemann.

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