Dritter Skilift bleibt ausser Betrieb

Schneearme Winter belasten die Kleinskilifte im Voralpengebiet. Nun droht sie der Bund mit neuen Vorgaben in die Knie zu zwingen. Dies wurde an der GV der Skilift Degersheim AG deutlich.

Christine Gregorin
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Der Verwaltungsrat der Skilift Degersheim AG (von links): Franz Brülisauer, Werner Britt, Viktor Schönenberger, Urs Stutz, der am Mittwochabend verabschiedete Markus Hagmann, Marco Stutz sowie Monika Scherrer. (Bild: Christine Gregorin)

Der Verwaltungsrat der Skilift Degersheim AG (von links): Franz Brülisauer, Werner Britt, Viktor Schönenberger, Urs Stutz, der am Mittwochabend verabschiedete Markus Hagmann, Marco Stutz sowie Monika Scherrer. (Bild: Christine Gregorin)

«Wir hoffen auf einen schneereichen Winter mit vielen Betriebstagen und freuen uns darauf, am Fuchsacker zahlreiche junge sowie junggebliebene Schneesportfans begrüssen zu dürfen», sagte Urs Stutz am Ende seiner Ausführungen in der Aula der MZA Steinegg stellvertretend für den von ihm präsidierten Verwaltungsrat. Die vergangene Wintersaison hatte sieben Betriebstage und einen Verlust von 4812 Franken beschert. Der Verlustvortrag stieg dadurch auf 129 494 Franken.

Zuvor durfte Stutz zu Handen der Aktionäre und Aktionärinnen konstatieren, dass die Skiliftanlagen (drei Skilifte und ein Ponylift) im abgeschlossenen Geschäftsjahr in üblichem Rahmen unterhalten worden waren. Sie wurden durch das Interkantonale Konkordat Seilbahnen und Skilifte (IKSS) überprüft. Im entsprechenden IKSS-Bericht heisst es, dass der Zustand der Anlagen in Ordnung, der Betrieb korrekt organisiert sei und, dass die Instandhaltung grundsätzlich korrekt durchgeführt werde.

Vorschriften verlangen finanziellen Hosenlupf

Allerdings bereiten der Verband Seilbahnen Schweiz (VSS) beziehungsweise das IKSS der Skilift Degersheim AG auch erhebliche Sorgen. Denn seit dem 1. Oktober 2015 unterstehen auch Skilifte der neuen Seilbahnverordnung, die vom Bundesrat erlassen worden ist. Bisher galt für Skilifte eine eigene Verordnung. Die neuen Vorgaben verlangen, dass bei Skiliften die gleichen Vorschriften gelten, wie sie für Seilbahnen üblich sind. Laut Kontrollbericht bedeutet dies für die drei Degersheimer Bügellifte, folgendes: Die höchst belasteten – total zwölf – Rollenbatterien müssen geprüft, die Revision aller Rollenbatterien geplant und die Spannseile der Sektionen I und II (aus dem Jahre 1982) ersetzt werden.

Die «zerstörungsfreie» Prüfung der Rollenbatterien führt zu einem sehr aufwendigen Arbeitsablauf, erklärte Urs Stutz. Entsprechend veranschlagte der Verwaltungsrat für die Ausführung der verlangten Arbeiten in den Jahren 2016 bis 2024 Kosten von total 122 100 Franken.

Die Skilift Degersheim AG plant die Arbeiten wie folgt auszuführen: Die Prüfung der Rollenbatterien der Sektionen I und II im Jahr 2016, jene für die Sektion III im Jahr 2017. Der Kostenaufwand beläuft sich auf 36 000 Franken. Die Planung und Ausführung der Revision der restlichen Rollenbatterien in den Jahren 2017 bis 2024 verursachen nochmals Kosten von 72 000 Franken. Für den Ersatz der Spannseile bei der Sektion I (2016) sind 4100 Franken budgetiert. Der Seilersatz Sektion II ist für das Jahr 2018 geplant und verursacht Kosten in der Höhe von 10 000 Franken.

Allenfalls definitives Ende für die Liftsektion III

Da der IKSS-Bericht verlangt, dass die Auflagen bis zum 31. Oktober dieses Jahres umzusetzen sind, hat der Verwaltungsrat beschlossen, die Sektion III im Winter 2016/17 nicht in Betrieb zu nehmen, um so die Arbeiten am dritten Lift erst im Jahr 2017 ausführen zu müssen. Die Nichtinbetriebnahme der Sektion III gibt dem Verwaltungsrat überdies Hinweise darauf, ob besagter Lift allenfalls ganz ausser Betrieb genommen werden sollte.

Selbstverständlich werde, sagte Urs Stutz, der Verwaltungsrat versuchen, via Ostschweizer Verband der Seilbahnunternehmungen, auf den Verband Seilbahnen Schweiz und das Interkantonale Konkordat Seilbahnen und Skilifte dahingehend Einfluss zu nehmen, dass so teure Auflagen für Kleinskilifte wieder aus der Seilbahnverordnung gestrichen werden. Stutz verhehlt nicht: «Solche Auflagen bedeuten den Tod der voralpinen Skiliftunternehmungen.»